Die Fitnesswelle hält an - und die Mitglieder der Intersport
Deutschland eG profitieren davon. Für 2005 erwarten sie 2,23
Milliarden Euro Umsatz, 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit
wächst die größte deutsche Sporthandelsgenossenschaft
mit Sitz in Heilbronn gegen den Trend.
Mit einem starken Weihnachtsgeschäft im Rücken geht die
Intersport Deutschland eG in die letzten Tage des Jahres. Derzeit
liegen die Umsätze im Dezember um acht Prozent über denen
des Vorjahres, berichteten die Vorstände Hartmut Fröhlich
und Klaus Jost gestern.
„Die Menschen machen nicht den Eindruck, dass sie weniger kaufen“,
meinte Fröhlich. Andererseits liege diese Steigerung auch an mäßigen
Umsätzen im letzten Monat 2004 und an der günstigen, weil schneereichen
Witterung vor allem im Süden Deutschlands.
Etwa 31 Prozent des deutschen Sporthandels-Umsatzes decken die 1147 Intersport-Mitglieder
mittlerweile ab - eine leichte Zunahme, da der übrige deutsche Sporthandel
Einbußen verzeichnen muss. Zwar ging die Mitgliederzahl erneut leicht
zurück, die Verkaufsfläche blieb aber gleich. 40 neue Läden
wurden eröffnet, in 70 Einkaufszentren ist die Genossenschaft inzwischen
vertreten, 100 großflächige Fachmärkte in Gewerbegebieten gibt
es mittlerweile. „Das Konzept kommt an“, berichtet Fröhlich.
Stärkstes Wachstum wurde bei Nordic Walking und bei Skilanglauf-Artikeln
verzeichnet. „Die Themen Nordic Walking und Running sind auf den Winter übertragen
worden“, interpretiert Jost diese Entwicklung. Nochmals herbe Einbrüche
gab es hingegen bei Inlinern - „aber da ist die Talsohle erreicht“.
Erfreut stellten die Vorstände fest, dass auch die Discount-Konkurrenz
von den Umsatzeinbußen betroffen ist. „Der Verbraucher wird sensibler“,
sagte Jost. „Es gibt allmählich ein Umdenken.“ Erstmals seit
einigen Jahren sei daher der Durchschnittspreis pro Stück der bei Intersport
verkauften Artikel nicht mehr zurückgegangen.
Für das laufende Jahr setzt die Sporthandelsgenossenschaft vor allem auf
die Fußball-Weltmeisterschaft. „Davon erwarten wir uns einigen
Schub“, erklärten die Vorstände. Von Vorteil sei, dass Intersport
teilweise exklusiver Handelspartner der Ausrüster sei.
Doch auch in Heilbronn selbst wird nächstes Jahr gefeiert: Intersport
wird 50 Jahre alt. 1956 wurde der Verbund vom Heilbronner Händler Theo
Saemann und 14 weiteren Kollegen aus der Taufe gehoben. Am Fest- und Aktionsprogramm
wird derzeit noch gefeilt.
Zumindest in Europa wird dann aber keine weitere Expansion das Fest schmücken,
sagte Jost. Vor kurzem erst hat sich Intersport Deutschland mit 25 Prozent
an der polnischen Maks-Gruppe beteiligt. „Die Europa-Lizenzen sind jetzt
an alle Länder vergeben“, berichtete Jost. „Bei Intersport
International richten wir den Blick nun eher nach Asien als nach Afrika.“
Quelle Heilbronner Stimme von Heiko Fritze www.stimme.de
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