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Nicht nur für Motorsportler eine feste Adresse

     
 
 

9.1.06


 

Ein kleines, aber feines Unternehmen des Motorsports residiert in Ilsfeld: König stellt Sitze unter anderem für Rennserien wie die DTM her. Doch das Spektrum der Fertigung reicht noch viel weiter.

Ein leichter Duft nach Epoxidharz und Klebstoff liegt in der Luft. Irgendwo hinter einer Stellwand knistert ein Schweißgerät. Direkt am Eingang hängt ein Schild: „Fotografieren verboten!“ Denn bei König werden auch schon mal Prototypen hergestellt. Nicht komplette Fahrzeuge, sondern die passenden Sitze mit der dazugehörigen Rahmenkonstruktion.

Dabei hat alles 1974 mit Ausrüstungen für Tuningbegeisterte begonnen. Richard König gründete in Beilstein sein Unternehmen und versorgte die Szene mit Zubehör, das ihre Autos sportlicher aussehen lässt. Erst 1986 zog die Firma nach Ilsfeld um, 1989 kam die Herstellung von rennsporttauglichen Sitzen hinzu. Da hatte das Unternehmen längst selbst Benzinduft geschnuppert. 1988 hatte es mit der „Formel König“ seine eigene Rennserie ins Leben gerufen, mit der Nachwuchsfahrern aus dem Kartsport ein Angebot für die Jahre bis zum Führerschein gemacht werden sollte. Im ersten Jahr gewann übrigens ein gewisser Michael Schumacher die Serie. „Wir haben heute noch Kontakt“, ist Geschäftsführer Gerd Hofmann stolz. Kein Wunder also, dass mehrere signierte Fotos aus den Jugendjahren des Formel-1-Multimillionärs in den Fluren des Firmensitzes im Ilsfelder Industriegebiet hängen.

Längst hat sich König aber ein breiteres Geschäftsfeld geschaffen. Die 48 Mitarbeiter stellen inzwischen Sitze für alle Gelegenheiten her: Für Lokführer und Leitstände, für Schwerbehinderte und Bandscheibengeschädigte, für Auto- und Lastwagenhersteller. Insgesamt 20 000 Sitze werden pro Jahr in Ilsfeld produziert, rechnet Hofmann vor. Das Gros machen inzwischen Kleinserien für Fahrzeughersteller aus - hochwertige Kleinserien. „Wir arbeiten zum Beispiel mit der Quattro GmbH zusammen“, deutet er an. Oder mit Karosseriebetrieben, die Luxuslimousinen verlängern und für die König die Sitzbank nach Wunsch des Kunden liefert - manchmal mit allen Schikanen. Aber auch mit Herstellern von Fiat über VW bis Suzuki.

Auch in Ilsfeld wird beraten, und zwar nicht nur für das Luxussegment. Schwerbehinderten werden die Sitze mitunter maßgeschneidert. Eine eigene Designabteilung entwirft dann die nötigen Schalenformen.
Rückläufig ist hingegen das Geschäft mit jenen Sitzen, mit denen es einst anfing. „Beim Tuning spüren wir die Konkurrenz aus China“, erzählt Hofmann. Wobei König aber den Vorteil auf seiner Seite habe: „Unsere Sitze haben alle nötigen Tests durchlaufen und alle Zertifikate erhalten.“ Unter dem Strich sei die wirtschaftliche Lage daher gut, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt.

Quelle Heilbronner Stimme vom 3. Januar 2006 von Heiko Fritze www.stimme.de

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