Ein kleines, aber feines
Unternehmen des Motorsports residiert in Ilsfeld: König stellt Sitze unter anderem für
Rennserien wie die DTM her. Doch das Spektrum der Fertigung reicht
noch viel
weiter.
Ein leichter Duft nach Epoxidharz und Klebstoff liegt in der Luft.
Irgendwo hinter einer Stellwand knistert ein Schweißgerät.
Direkt am Eingang hängt ein Schild: „Fotografieren verboten!“ Denn
bei König werden auch schon mal Prototypen hergestellt. Nicht
komplette Fahrzeuge, sondern die passenden Sitze mit der dazugehörigen
Rahmenkonstruktion.
Dabei hat alles 1974 mit Ausrüstungen für Tuningbegeisterte
begonnen. Richard König gründete in Beilstein sein Unternehmen
und versorgte die Szene mit Zubehör, das ihre Autos sportlicher
aussehen lässt. Erst 1986 zog die Firma nach Ilsfeld um, 1989
kam die Herstellung von rennsporttauglichen Sitzen hinzu. Da hatte
das Unternehmen längst selbst Benzinduft geschnuppert. 1988
hatte es mit der „Formel König“ seine eigene Rennserie
ins Leben gerufen, mit der Nachwuchsfahrern aus dem Kartsport ein
Angebot für die Jahre bis zum Führerschein gemacht werden
sollte. Im ersten Jahr gewann übrigens ein gewisser Michael
Schumacher die Serie. „Wir haben heute noch Kontakt“,
ist Geschäftsführer Gerd Hofmann stolz. Kein Wunder also,
dass mehrere signierte Fotos aus den Jugendjahren des Formel-1-Multimillionärs
in den Fluren des Firmensitzes im Ilsfelder Industriegebiet hängen.
Längst hat sich König aber ein breiteres Geschäftsfeld
geschaffen. Die 48 Mitarbeiter stellen inzwischen Sitze für
alle Gelegenheiten her: Für Lokführer und Leitstände,
für Schwerbehinderte und Bandscheibengeschädigte, für
Auto- und Lastwagenhersteller. Insgesamt 20 000 Sitze werden pro
Jahr in Ilsfeld produziert, rechnet Hofmann vor. Das Gros machen
inzwischen Kleinserien für Fahrzeughersteller aus - hochwertige
Kleinserien. „Wir arbeiten zum Beispiel mit der Quattro GmbH
zusammen“, deutet er an. Oder mit Karosseriebetrieben, die
Luxuslimousinen verlängern und für die König die
Sitzbank nach Wunsch des Kunden liefert - manchmal mit allen Schikanen.
Aber auch mit Herstellern von Fiat über VW bis Suzuki.
Auch in Ilsfeld wird beraten, und zwar nicht nur für das Luxussegment.
Schwerbehinderten werden die Sitze mitunter maßgeschneidert.
Eine eigene Designabteilung entwirft dann die nötigen Schalenformen.
Rückläufig ist hingegen das Geschäft mit jenen Sitzen,
mit denen es einst anfing. „Beim Tuning spüren wir die
Konkurrenz aus China“, erzählt Hofmann. Wobei König
aber den Vorteil auf seiner Seite habe: „Unsere Sitze haben
alle nötigen Tests durchlaufen und alle Zertifikate erhalten.“ Unter
dem Strich sei die wirtschaftliche Lage daher gut, berichtet der
geschäftsführende Gesellschafter. Die Auftragsbücher
seien gut gefüllt.
Quelle Heilbronner Stimme vom 3. Januar 2006 von Heiko Fritze www.stimme.de
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