Trotz Fußballweltmeisterschaftgeht Hyundai für das
neue Jahr nicht von einem zweistelligen Wachstum in Deutschland
aus: Nach gut 52 700 Zulassungen im vergangenen Jahr rechnet Geschäftsführer
Karl-Heinz Engels mit 55 000 verkauften Autos im WM-Jahr.
Im vergangenen Jahr hat der Importeur mit Sitz in Neckarsulm die
Zulassungen um 13,2 gesteigert, der Marktanteil der Koreaner liegt
nach der Statistik des Kraftfahrtbundesamts mittlerweile bei 1,5
Prozent. Mit knapp 14 000 Stück war der Kleinwagen Getz das
erfolgreichste Modell der Neckarsulmer. Zum Vergleich: Im Jahr
2003 hatte Hyundai Deutschland noch lediglich 35 000 Autos verkauft,
im Jahr 2004 hatte das Unternehmen den Absatz um ein Drittel nach
oben geschraubt.
„
Deutschland hat sich damit zum größten europäischen
Absatzmarkt der koreanischen Erfolgsmarke entwickelt“, freut
sich Karl-Heinz Engels. Weltweit steigerte der koreanische Hersteller
und WM-Sponsor seinen Fahrzeugabsatz übrigens um elf Prozent
auf 2,5 Millionen Autos.
Von der Fußball-WM, bei der sämtliche Stars mit Hyundai-Limousinen
durch Deutschland kutschiert werden, erwartet Engels „einen
großen Sprung beim Image“. Inwieweit sich der Rückenwind
durch das Sponsoring-Großereignis in Verkäufe ummünzen
lässt, ist er eher zurückhaltend: „Sich auf unserem
jetzt erreichten Niveau zu halten, ist schon ein gutes Ergebnis.“ Jedenfalls
dann, wenn man nicht mit einem „Modell-Feuerwerk“ aufwarten
kann. Das kommt bei den Koreanern nämlich erst im Jahr nach
der Fußball-WM. „In diesem Jahr gibt es bei uns nicht
so viel Neues“, sagt Engels: Im März kommt eine Neuauflage
des Santa Fe, den Sonata gibt es demnächst auch mit Diesel-Partikelfilter.
Im April soll die nächste Generation des Accent auf den deutschen
Markt kommen.
Erst, wenn Hyundai die „bisher leider vorhandene Lücke“ in
der Golf-Klasse geschlossen hat, sieht er eine Absatzsteigerung
auf 60 000 Autos im Bereich des Möglichen. Bis 2010 stehen
dann sogar bis zu 90 000 verkaufte Wagen auf dem Plan.
Neben der WM, die für die Neckarsulmer in diesem Jahr eine
Menge Zusatzarbeit bedeutet - die ersten „Team 06“-Sondermodelle
kommen übrigen schon in diesen Tagen auf den Markt - setzt
Engels ganz bodenständig auf den weiteren Ausbau des Händlernetzes.
Nach wie vor gehört die Hyundai Motor Deutschland GmbH mehrheitlich
zur Frey-Gruppe, deren Deutschlandsitz in Stuttgart ist. Zuletzt
haben die Koreaner, deren Europazentrale in Rüsselsheim angesiedelt
ist, ihren Anteil deutlich aufgestockt: Die Hyundai Motor Company
hält inzwischen 30 Prozent der Anteile, weitere 15 Prozent
liegen der japanischen Handelsfirma Mitsubishi.
Quelle Heilbronner Stimme vom 17.01.2006 von Manfred Stockburger
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