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Daumen ist oben

     
 
 

26.1.06


 

Ohne Euphorie, aber mit einem differenzierten Optimismus haben die regionalen Auguren bei den Konjunkturprognosen der Wirtschaftsjunioren in das neue Jahr geblickt.

Ließe sich allein von der Qualität der Veranstaltung auf die wirtschaftliche Lage schließen, dann bräuchte man sich um die regionale Wirtschaft wahrlich keine Sorgen zu machen: Trotz Konkurrenz war die Traditionsveranstaltung der Heilbronner Wirtschaftsjunioren im Intersport-Messezentrum Redblue sehr gut besucht.
Die Referenten waren kompetent und unterhaltsam. Und sie boten überaus interessante Einblicke in ihre Unternehmen. Stimmung und Konjunktureinschätzungen sind durchweg gut, und doch fehlte eine dem Thema angemessene Nachdenklichkeit nicht: Die Folgen der weiterhin angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt zog sich wie ein roter Faden durch die Vorträge - und durch die anschließenden Diskussionen. Zumal in diesem Jahr die Erfolgsträger der Region das Bild prägten.

Oswald Metzger, Die Grünen:
Die Lage ist besser als die Stimmung

Die Rahmenbedingungen, dass wir eine Zwei vor dem Komma bekommen, halte ich für gegeben. Die Stimmung ist schlechter als die Lage - im Vorjahr war es umgekehrt. Begünstig werden die Tendenzen dadurch, dass unserer Lohnkostenstruktur im Vergleich zu den anderen europäischen Industrieländern sich verbessert hat, dass Rationalisierung, die Erschließung neuer Märkte und das effizientere Bankensystem Füchte tragen und dass die Trendwende zum längeren Arbeiten in der Wirklichkeit angekommen ist. Schließlich bedient die große Koalition das Harmoniebedürfnis und die Sehnsucht der Menschen nach guten Nachrichten. Das darf jetzt nur nicht durch die Politik zerstört werden.

German Drechsler, WJ-Chef:
Mehr Geld kurbelt den Konsum an

Es gibt echte Anzeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Leute sind überzeugt, dass es besser wird. Sie sind müde, immer nur zu jammern. Die Weichen für eine positive Konjunkturentwicklung sind gestellt. Nach wie vor werden es aber kleine und mittlere Unternehmen, die nicht international agieren, schwer haben.
Auch in Sachen Konsum hat sich die Stimmung der Menschen aufgehellt. Das heißt aber nicht, dass sie mehr Geld ausgeben. Dazu müsste man ihnen erst mehr Geld geben, statt durch die Ankündigung von Jobabbau Verunsicherung zu schaffen. Nötig ist außerdem ein Vertrauen in die Politik - dann fangen auch die kleinen und mittleren Unternehmen an zu investieren.

Jürgen Lunemann, Audi AG:
Die Konsumfreude kehrt zurück

In Zeiten, in denen der Standort Deutschland zunehmend in Frage gestellt wird, machen Produktionsrekorde der deutschen Automobilindustrie Mut. Die Branche bleibt eine Schlüsselindustrie, auch wenn sie mehr denn je um ihre Wettbewerbsfähigkeit kämpfen muss. Audi verzeichnete 2005 das zehnte Rekordjahr in Folge, 2006 zünden wir ein Modellfeuerwerk, mit dem wir unsere starke marktposition weiter ausbauen werden. Eine Chance für uns ist das hohe Durchschnittsalter des Fahrzeugbestandes, das mittlerweile bei 8,4 Jahren liegt. Auch kehrt die Konsumfreude zurück. Eine Verbesserung der regionalen Infrastruktur würde die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Neckarsulm verbessern.

Richard Lohmiller, Lidl:
Treue Kunden werden selten

Im ersten Halbjahr wird sich der Einzelhandel ähnlich wie im Vorjahr entwickeln, die für nächstes Jahr anstehende Mehrwertsteuererhöhung wird im zweiten Halbjahr sicherlich zu einer Belebung führen. Die weitere Entwicklung hängt auch davon ab, ob es gelingt, dass wir positive Schlagzeilen bekommen. Das hängt davon ab, wie sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt entwickelt. Für uns gilt: Essen und Trinken geht immer. Wir werden verstärkt auf Bio-Produkte und regionale Sortimente setzen. Der Kunde bleibt eine unbekannte Größe; es gibt fast mehr treue Mitarbeiter als Kunden. Insgesamt gilt: Wir dürfen nicht immer nur schwarz sehen, aber wir sollten immer bei Schwarz einkaufen.

Thomas Aurich, Dehoga:
Langfristig von der WM profitieren

Nach einem Umsatzrückgang um 3,9 Prozent von Januar bis September 2005 rechne ich für die Hotel- und Gaststättenbranche mit einer deutlichen Trendwende: Drei Millionen Menschen werden zur Fußball-WM nach Deutschland kommen - viele davon ohne Eintrittskarte. Sie werden sich nicht bloß über Fußball unterhalten, sondern auch essen und trinken gehen. 30 000 Medienvertreter werden erwartet. Die müssen wir überzeugen. Baden-Württemberg ist mehr als Schwarzwald und Bodensee - wir sind das Bäder- und Wellnessland und das Land mit den meisten Sternehotels. Von einem Image-Gewinn können wir zehn Jahre lang profitieren. Eine Zwei vor dem Komma machen wir mindestens.

Ralf Klenk, Bechtle AG:
Ohne Euphorie, aber mit Zuversicht

Die Investitionsbereitschaft der IT-Kunden hat sich seit 1999 sehr defensiv entwickelt. Nur, wenn es gar nicht mehr anders ging, wurde investiert. Inzwischen erhöhen Firmen und auch die öffentliche Hand ihre IT-Budgets wieder, wenn auch nicht ganz freiwillig: Der wirtschaftliche Druck ist stärker geworden und die Wartung der alten Geräte wird zu teuer. Außerdem steigt das Risiko eines Systemausfalls mit dem Alter der Geräte. Das größte Wachstumspotenzial hat das Thema Outsourcing. Größe wird zunehmend zum Erfolgsfaktor. Wir bei Bechtle blicken mit Spannung und ohne Euphorie, aber zuversichtlich nach vorn und gehen davon aus, dass wir wieder etwas schneller als der Markt wachsen werden.

Quelle Heilbronner Stimme vom 20.01.2006 von Manfred Stockburger www.stimme.de

 
         
         
 

Heilbronn-Franken...

"Die Standortqualität und damit die Stärke unseres Landes beruht zum großen Teil darauf, dass

es gelungen ist, die ländlichen Regionen zu attraktiven und strukturell starken Lebens- und Arbeitsräumen zu entwickeln. Die dynamische Region Heilbronn-Franken ist das beste Beispiel dafür."
Günther H. Oettinger, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg
Baden-Württemberg
   
"Es tut gut, in eine Region zu kommen, in der es gut läuft. Heilbronn-Franken ist „Lokomotive“
und Beispiel für ganz Deutschland, was Wirtschaftskraft Bevölkerungszuwachs, Job-Center und Lehrstellen-Bilanz betrifft."
Wolfgang Clement, ehem. Bundeswirtschaftsminister
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit