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28.1.06
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Welche der insgesamt
13.500 Hotels in Deutschland sind top und welche nicht? Der große impulse-Vergleich zeigt, wo die Hotelsterne
am hellsten leuchten. Die Spitzenhäuser punkten mit markantem
Profil, gelebter Hotelkultur und lokaler Identität - egal
ob groß oder klein, in Städten oder auf dem Land.
Wir müssen dem Gast eine Atmosphäre kreieren, die besser
ist als jene, die er zu Hause hat", sagt Thomas Klippstein.
Der Hoteldirektor des Adlon Kempinski versteht die Hotellerie nicht
als Beherbergungsbetrieb, sondern als Entertainment-Business. "Wir
verkaufen Emotionen", betont der leidenschaftliche Gastgeber. "Unsere
Kunden erwarten ein Grandhotel-Erlebnis und wollen sich dabei großartig
fühlen."
Für eine spannende
Mischung sorgen
Mit Respekt für die Geschichte, Größe und Geschwindigkeit
des "Kempinski"-Flaggschiffs am Brandenburger Tor gelingt
Klippstein, was die meisten Hoteliers nicht schaffen: für
Leben zu sorgen. "Es reicht nicht, schicke Möbel in die
Zimmer zu stellen und irgendein Restaurant zu betreiben. Man muss
mit allen Mitteln dafür sorgen, dass eine spannende Mischung
von internationalen Hotelgästen und einheimischer Bevölkerung
herkommt und das Ganze mit Leben und Glanz erfüllt."
Während das "Adlon" innenarchitektonisch auf einen
neuzeitlichen Art-déco-Look setzt, weht im Raffles Hotel
Vier Jahreszeiten kein Zeitgeist, es ist zeitlos. In den Zimmern
herrscht hanseatisches Gründerzeit-Ambiente, behutsam aufgefrischt
durch stilvolle Bäder und den technischen Stand des Machbaren.
Die öffentlichen Räume verströmen ein residenzielles
Lebensgefühl und sind punktuell mit modernen Akzenten versehen,
etwa im "Amrita Spa" oder im kolonialen Themenrestaurant "Doc
Cheng's"
.
Junge Gäste genießen altmodischen
Chic
"
Wir geben uns ganz bewusst altmodisch", sagt Hoteldirektor
Ingo Peters. Wer meint, das "Vier Jahreszeiten" sei etwas
für ältere Leute, der irrt. In den weitläufigen
Hallen trifft man auf auffallend viele jüngere Besucher. Es
scheint, sie schätzten das Traditionshaus als Hüter gewisser
gastgewerblicher Grundwerte. Oder wie es Peters sagt: "Je
weiter die Zeit fortschreitet und je mehr Hotels im globalisierten
Einheitslook erbaut werden, desto besser geht es uns."
Eigene Sicht auf Luxus und Wohlsein
Die führenden Häuser im ersten impulse-Hotel-Ranking
stehen für sehr unterschiedliche Interpretationen dessen,
was Hotellerie heute sein kann. Jedes Haus definiert Luxus und
Wohlsein anders, und genau darin liegt das Erfolgsgeheimnis begehrenswerter
Hotels begründet: Wer seine Ideen konsequent anders umsetzt
und nicht die Konzepte der Trendsetter zu Tode kopiert, hat gute
Chancen, im impulse-Hotel-Ranking vorne dabei zu sein und sich
von den weniger guten Hotels klar zu unterscheiden.
Die Bewertung basiert auf fünf Säulen, die rein subjektive
Einschätzungen relativieren, aber keinen Anspruch auf Repräsentativität
erheben.
Urbaner Lifestyle mit lokaler Identität
Das in der Königskategorie der "Großen Geschäftshotels" drittplatzierte
Grand Hyatt Berlin ist deshalb so erfolgreich, weil es urbanen
Lifestyle mit lokaler Identität und authentischem Gesamtauftritt
verbindet. Es ist nicht einfach ein Designhotel, das der globalen
Designrezeptur folgt, es ist ein Schaufenster auf die Stadt und
eine Schnittstelle zur großen, weiten Welt.
Die unkonventionell wohnlichen Zimmer, das "Vox"-Restaurant
und das Penthouse-Hallenbad hoch über dem Potsdamer Platz
setzen Maßstäbe. Das "Grand Hyatt" strahlt
eine gesunde Portion Selbstvertrauen aus und setzt den Gast unter
Strom wie eine Batterie; aufgeladen und in bester Stimmung geht
er ins Meeting.
Ein weltstädtisches Hotel braucht auch eine Weltstadt drumherum
- denkt man. Doch ein Blick auf die Rangliste zeigt die Ausnahme:
The Ritz-Carlton Wolfsburg auf Platz vier wird atmosphärisch,
architektonisch und kulinarisch höchsten Ansprüchen gerecht
und entwickelt sich hinsichtlich seiner Angebotspalette und der
Qualität aller gebotenen Serviceleistungen beständig
weiter.
Bemerkenswerte Konstanz in allen Serviceabläufen
Während das Wolfsburger Luxushaus mit japanisch anmutender
Schlichtheit glänzt, erinnert der Schwesterbetrieb Ritz-Carlton
Berlin (Rang 6) mit seinem barock-opulenten Interior-Design an
ein amerikanisches Schloss. Anfänglich mit viel Häme
bedacht, hat das Hotel innert zwei Jahren eine bemerkenswerte Konstanz
in allen Serviceabläufen erreicht. Hoteldirektor Rainer Bürkle
weiß um die Wichtigkeit jedes einzelnen Mitarbeiters und
hat ein großes Talent, die richtigen Leute zu fördern.
Einer der Ersten, die Ende der 90er Jahre die Lust verspürten,
beim Abenteuer Potsdamer Platz mit dabei zu sein, war Lutz Hesse.
Sein The Mandala (5), das er als Pächter persönlich führt,
hat bis heute Geheimtippcharakter - und ist wohl das am meisten
unterschätzte Geschäftshotel in Deutschland.
Individuell gefüllter Kühlschrank
Es versteckt sich hinter einer unscheinbaren Fassade gegenüber
dem Sony-Center und beherbergt 166 puristisch-elegante Zimmer,
keines kleiner als 40 Quadratmeter, alle mit eigener Kochgelegenheit.
Wer seinen Kühlschrank für den täglichen Bedarf
individuell füllen will, gibt seinen Einkaufszettel einfach
dem Concierge, der sich - zu normalen Ladenpreisen - um alles kümmert.
Das Gourmet-Restaurant "Facil" - ein zenartiger, von
Bambus umgebener Glaspavillon auf der Terrasse im fünften
Stock des Hauses - ist ein ästhetischer Ruhepol inmitten der
nimmermüden Metropole. Dem Team merkt man an, dass es aus
Menschen mit einer echten Leidenschaft für das Bessere besteht:
Hier werden Spezialwünsche nie als Belästigung, sondern
als Herausforderung betrachtet.
In Berlin und Hamburg stehen dem anspruchsvollen Reisenden entschieden
mehr außergewöhnliche Hotels zur Verfügung als
in München oder Frankfurt. Von weltläufigen Großstadtadressen
wie dem Gastwerk (7), East (11) und Side (21) in Hamburg oder dem
Wasserturm (12) in Köln ist Deutschlands südliche Hemisphäre
weit entfernt.
Selbst in den Münchner Hotelklassikern ist nichts mehr zu
spüren von der einstigen Grandeur. Der Bayerische Hof und
das Kempinski Hotel Vier Jahreszeiten gefallen sich im konventionellen
Konservatismus und liegen weit abgeschlagen auf den Rängen
33 und 38, das neue Dorint Sofitel Bayerpost (17) überzeugt
nur partiell, und der Königshof (30) lässt ahnen, dass
die Luxusabsteige am Stachus irgendwie nach unten sackt. Ein Jammertal
mit unbekanntem Ende?
Zukunftsweisendes Glamourhotel
Nach der Eröffnung der Aufsehen erregenden "Villa Kennedy" in
Frankfurt wird der englische Hotelmagnat Sir Rocco Forte in Kürze
die Hotelszene in München und Berlin aufmischen und dort je
ein zukunftsweisendes Glamourhotel etablieren. Seine Hotels mögen
gefallen oder nicht - er sendet ein über die Landesgrenzen
wahrnehmbares Signal aus: Wir verfolgen extravagante Ideen und
sind auch in der Lage, sie umzusetzen.
Gigantismus der Hotelgruppen? Diese sind jedenfalls weiterhin im
Aufwind: Kempinski ist mit insgesamt sieben Edelquartieren in den
impulse-Charts 2006 vertreten, Dorint Sofitel mit fünf, Radisson
SAS mit vier, Lindner mit drei, The Ritz-Carlton und Steigenberger
mit je zwei vorzüglichen Herbergen.
Stadthotels versuchen, dem Gast Zeit zu geben, indem sie ihm die
lästigen Dinge des Lebens abnehmen. In Ferienhotels bringt
der Gast Zeit mit, er ist von Grund auf entspannter und deshalb
auch leichter vom Hotelpersonal abzuholen. Gut geführte Ferienhotels
bieten eine individuelle Betreuung mit persönlicher Note.
Sehr gute Ferienhotels strahlen eine menschliche Wärme und
Geborgenheit aus und vermitteln dem Gast das Gefühl, erwünscht
zu sein, statt nur erwartet zu werden.
Schwarzwaldklischees mit kreativer Freiheit
Keinem gelingt dies besser als Hermann Bareiss, visionärer
Hausherr des gleichnamigen Hotels in Baiersbronn. Mit ungezwungener
Natürlichkeit und strahlend charmanten Mitarbeitern bedient
er zwar sämtliche Schwarzwaldklischees, mixt jedoch dem Lokalkolorit
einen kräftigen Schuss kreativer Freiheit bei, was sich sowohl
in den neuen Zimmern und im kontinuierlich modernisierten Wellnessbereich
als auch in der beständig einfallsreichen Küche äußert.
Der hohe Aufwand, der im Bareiss auf allen Ebenen betrieben wird,
kommt mit leiser Selbstverständlichkeit - nichts geschieht überzogen
und Beifall heischend. Die konsequente und wirtschaftliche Umsetzung
immer wieder neuer Ideen, welche die Unternehmensführung von
Hermann Bareiss prägen, spiegelt sich quer durch alle Bewertungssäulen
und bringt seinem reinrassigen Ferienhotel allerbeste Noten ein.
Eine geglückte Verbindung von Architektur und Natur bietet
das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm, dessen schneeweiße
Gebäude schon aus der Ferne magisch strahlen. Man kommt sich
vor, als wäre man auf einem anderen Planeten gelandet. 232
Millionen Euro hat die Sanierung des symbolträchtigen Kulturdenkmals
und ersten deutschen Seebads bisher gekostet, bis zum G8-Gipfel
im Frühjahr 2007 wird die Anlage an der mecklenburgischen
Ostseeküste baulich perfektioniert sein.
Heiligendamm auf der touristischen Weltkarte
"
Je mehr sich hier entwickelt, desto attraktiver wird der Ort, um
eine gute Zeit zu haben, länger zu bleiben und wiederzukommen",
sagt Hoteldirektor Thorsten Dressler. Bei seinem Amtsantritt im
vergangenen Jahr musste er sich einiges an Kritik anhören:
kein absehbarer Return-on-Investment, keine wetterfeste Verbindung
zwischen den Gebäudetrakten, kaum Gäste aus dem Ausland. "Der
G8-Gipfel wird Heiligendamm definitiv auf die touristische Weltkarte
setzen", prophezeit Dressler.
Das Stammgastpotenzial ist jedenfalls enorm, der "Kempinski"-Service
kaum zu schlagen, die 225 Zimmer und das Spa sind ein ästhetischer
Hochgenuss. Glaubt man Branchenkennern, so hat es vor Heiligendamm
in ganz Deutschland kein Ferienresort gegeben, das den Vorstellungen
des wohlhabenden Europa-Reisenden aus Übersee entsprochen
hätte.
Oder etwa doch? Christine und Heinrich Michael Clausing beweisen
in ihrem Zur Bleiche Resort & Spa (3), dass man verwöhnte
Gäste auch mit deutlich niedrigeren Investitionen glücklich
machen kann. Sie gehören zu den Menschen, die Trends so früh
erkennen, dass man meinen könnte, sie hätten sie erfunden.
Vom Gewerkschaftsheim zum trendigen Wellnesshotel
Das wohl innovativste Hotelier-Paar Deutschlands plante das Resort
im brandenburgischen Niemandsland, als die anspruchsvolle Reisewelt
noch einen Bogen um die Gegend machte. Mitten in der schönen
Natur- und Flusslandschaft Spreewald richteten die Clausings kurz
nach der Wende ein zeitgemäßes Wellnesshotel in einem
ehemaligen Gewerkschaftsheim ein - damals war das Wort Spa noch
kaum jemandem geläufig; heute ist die "Bleiche" das
trendige Ferienresort schlechthin.
Die Innenarchitektur verbindet modernes Lodge-Feeling mit stimmiger
Landhausgemütlichkeit und ist so schick, dass internationale
Design- und Lifestyle-Magazine begeistert Hochglanzbilder davon
abdrucken. Die Rückkehr des Bedürfnisses nach Emotion
und Sinnlichkeit gehört ebenso zum Wohlfühl-Konzept wie
das Fehlen von Regeln und Zwängen: Wer etwa sein Frühstück
gerne erst um drei Uhr nachmittags einnimmt, kann dies hier ebenso
problemlos tun, wie das Schwimmbad zu mitternächtlicher Stunde
in vollkommener Privacy genießen.
Die materielle Sterne-Frage interessiert Heinrich Michael Clausing
kaum: "Bei einem Hotel geht es vor allem darum, dass man rasch
in eine gewisse Schwingung kommt und sich innert kurzer Zeit aufgehoben
und entspannt fühlt. Wir versuchen, dem Gast einen Gegen-Alltag
aufzubauen und dabei die Region in vielerlei Hinsicht mit einzubeziehen."
Die Traube Tonbach (4) in Baiersbronn und die Sonnenalp (5) im
Allgäu überwältigen zunächst durch ihre schieren
Ausmaße, den herzlichen Empfang und das unerschöpflich
scheinende, weitgehend wetterunabhängige Freizeit- und Wellnessangebot.
Auf den zweiten Blick fallen ernste Schwächen auf: der teilweise
schwere Schwarzwald-Look, die unflexiblen Öffnungszeiten von
Spa und Restaurants, die Monokultur der rein deutschen Kundschaft
in der "Traube Tonbach" mögen für manchen jüngeren
Gast so gewöhnungsbedürftig sein wie die Tatsache, dass
sich das hochrenommierte Hotel stark über sein Drei-Sterne-Lokal "Schwarzwaldstube" positioniert,
welches nur wenigen Auserwählten zugänglich ist, die
Monate im Voraus reserviert haben.
Die "Sonnenalp", die wie die "Traube Tonbach" mit
Traumquoten bei Auslastung (90 Prozent) und Stammgästen (70
Prozent) aufwartet, mag stille Genießer an eine monströse
Ferienmaschine erinnern, zudem liegen die kulinarischen Darbietungen
hart an der Grenze zur fantasielosen Massenverköstigung.
Zum ultimativen Essenserlebnis gehört heute eine feine Küche
aus besten Frischprodukten, serviert in unkompliziert gepflegtem
Ambiente - wie etwa im Berliner "Grand Hyatt" und im
Hamburger "Park Hyatt", die Gäste statt Michelin-Sterne
anziehen. Manche Hotel-Bestenlisten stützen sich zu fest auf
die Maximalbenotungen der Feinschmeckerbibeln, was teilweise zu
phänomenalen Rängen durchschnittlicher Hotelbetriebe
mit integrierten Gourmet-Tempeln führt.
Ständiger Wandel der Gästewünsche
Stilbildende Hotelketten wie "Hyatt", "Kempinski" und "Ritz-Carlton" können
den ständigen Wandel der Gästewünsche und die veränderten
Gewohnheiten oft besser berücksichtigen als traditionsverbundene
Privathotels.
Beim aktuellen Vorzeigebeispiel, den beiden A-Rosa-Resorts in Travemünde
(8) und Bad Saarow (10), ist die neue Genussformel schnell erkennbar:
eine Mixtur aus informellem Luxus, Familienparadies und lifestyliger
Gesundheitswelt. Horst Rahe, unser "Hotelunternehmer des Jahres",
will sich mit den A-Rosa-Resorts bewusst nicht in die Edelklasse
von Heiligendamm, Baiersbronn oder Baden-Baden einreihen, sondern
auf entspannten Vier-Sterne-Komfort zu entsprechend moderateren
Preisen setzen und rasch auf Trends reagieren können.
Wie Rahe einst mit den Aida-Clubschiffen eine zusätzliche
Klientel für die Kreuzfahrt gewinnen konnte, will er mit "A-Rosa" den
hart umkämpften Wellnessmarkt neu aufmischen und dort rasch
an die Spitze vorstoßen. Die Qualität von Service und
Küche sowie die Professionalität der Spa-Mitarbeiter
lassen dieses Ziel realistisch erscheinen.
Vom ersten Tag an lief alles rund
Bester Newcomer in der Kategorie "Große Ferienhotels" ist
das Inter Continental Resort Berchtesgaden auf Rang sieben. Selten
lief ein Hotel vom ersten Tag an so rund wie dieses, selten zeigte
ein Haus so viel Mut zur Polarisierung und so viel Konsequenz in
Sachen moderne Architektur. Vollblut-Gastgeber Jörg Böckeler
gelingt es, ein legeres Lebensgefühl mit sublimem Service
zu verbinden und mit seinem avantgardistischen Alpenjuwel eine
neue Differenzierung für die Hotelgruppe "Inter Continental" zu
schaffen.
Das Problem der Ketten im Kampf um Betten: Oft will man zu viel
für alle bieten statt alles für wenige. Jeder setzt auf
dieselben globalen Lifestyle-Trends, die sich immer mehr gleichen
und sich an den Hotels dieser Welt wie ein hartnäckiger Edelpilz
niedergeschlagen haben. Vor lauter Mainstream-Design kriecht der
Gast am liebsten wieder unter die Decke und hegt globalisierungskritische
Gedanken.
Die hohe Zimmerzahl und die horrenden Pachtkosten zwingen die Ketten
zu gnadenlosem Preisdumping und oft zur heiklen Gratwanderung zwischen
Ferienresort und Tagungsstätte. Bei stolzen inhabergeführten
Häusern beißen Rabattjäger hingegen auf Granit,
Qualität hat seinen - eigenen - Preis.
Stadthotellerie mit Herz
Das Urteil sprechen wie immer die Gäste - sie kommen oder
bleiben fern. Und sie haben gute Gründe, im Mandarin Oriental
München oder im Brandenburger Hof in Berlin abzusteigen, unseren
erst- und zweitplatzierten Klein- und Feinhäusern der Stadthotellerie,
die die Herzen all jener höher schlagen lassen, für die
ein Hotel mehr ist als nur ein Nachtlager. Zentralste Lage, ästhetisch
herausragende Interiors und Best-of-town-Connections sind in den
beiden luxuriösen City-Oasen ebenso Standard wie die sprichwörtliche
Wärme und Herzlichkeit des gesamten Teams.
Neben einem erkennbaren Gesamtkonzept und der Wohnqualität
eines Hotels wird es immer wichtiger, die Geschichte derjenigen
zu spüren, die das Hotel betreiben. "Die Menschen wollen
aus ihrer Uniformität geholt und überrascht werden, immer
wieder", ist Andreas Pflaum überzeugt.
Sein legendäres Pflaums Posthotel (3) im fränkischen
Pegnitz emotionalisiert den Gast wie kaum ein anderes Hotel im
Land und führt vermeintliche Gegensätze zu einem verblüffend
organischen Ganzen zusammen. Es fasziniert mit "Zimmern aus
dem 18., 20. und 30. Jahrhundert" sowie mit perfekt ausgestatteten
Seminarräumen, die nichts von der sterilen Anmutung tradierter
Tagungshotels haben und zum Anders- und Querdenken inspirieren.
Wer zum Tagen ins Camp Reinsehlen (4) in der Lüneburger Heide
oder ins Kloster Hornbach (5) im Zweibrücker Land kommt, sucht
mehr als hochwertige Seminarmöglichkeiten. Wer hierher reist,
bucht die einzigartige Atmosphäre, die diesen Orten innewohnt.
"
Kloster Hornbach" kombiniert die raue Schönheit des ehemaligen
Benediktinerklosters mit fröhlicher Modernität und eleganter
Transparenz. "Camp Reinsehlen" erinnert mit seinen fließenden Übergängen
zwischen drinnen und draußen und der exotisch anmutenden
Naturlandschaft an eine südafrikanische Lodge.
Kein Zaun, kein Hochspannungsmast, kein Autoverkehr, man glaubt
sich - nur eine knappe Autostunde von Hamburg entfernt - in einem
Camp in ferner Wildnis. Eigentlich fehlen nur die Giraffen. Dafür
organisiert das Hotel Jeep-Safaris, Nacht-Exkursionen und teamorientierte
Outdoor-Adventures, um andere Blickwinkel unternehmerischen Denkens
zu erfahren.
Die Nähe zur Natur ist in vielen Tagungs- und Seminarzentren
ausschlaggebend: Ausgezeichnete Retraiten wie der Golf & Vitalpark
Bad Waldsee (7), das Kleine Meer (9), das BBW Kommunikationszentrum
(17), Schloss Marbach (21) oder Gut Gremmelin (24) sind stimulierende
Orte für Schulungen, Gedanken- und Meinungsaustausch. Dies
umso mehr, als sich so das Nützliche auf nachhaltige Weise
mit dem Genießerischen verbinden lässt und bei der Betreuung
der Tagungsteilnehmer auf ein Know-how zurückgegriffen wird,
das selbst verwöhnteste Trainer zum Schwärmen bringt.
Lifestyle-Variante eines Kur- und Gesundheitshotels
Das Erfolgsrezept kleiner Inseln der Gastlichkeit besteht darin,
nicht äußerlich aufzutrumpfen, sondern mit Inhalten
zu überzeugen. Das Boll Ant's im Park im rheinländischen
Bad Sobernheim, unserem Sieger in der Kategorie der kleinen Ferienhotels,
ist die moderne Lifestyle-Variante eines Kur- und Gesundheitshotels
mit vielen strahlenden Gesichtern und einer liebevollen Hinwendung
zum Detail. Auf den Zimmern herrscht pure Wohnlust, bei der Ausgestaltung
des schmucken Häuser-Ensembles in nostalgisch-verträumter
Parklandschaft ließ die Gastgeberfamilie Bolland ihrer Kreativität
freien Lauf, gemäß der Maxime "My home is my hotel".
Viel Gefühl für den Gast und Gespür für zeitgemäße
Behaglichkeit und architektonische Integrität beweisen auch
das Fährhaus (2) auf Sylt, das Vitalhotel Alter Meierhof (5)
in Glücksburg und das Seehotel am Neuklostersee (3). Letzteres
unterstreicht - zusammen mit den Hotelperlen Burg Schlitz (4) in
Hohen Demzin, Meerlust (9) in Zingst und Schloss Lütgenhof
(13) in Dassow sowie Gutshaus Ludorf (16) in Ludorf/Müritz
-, dass Mecklenburg-Vorpommern auf der Gewinnerseite liegt und
mit vielfältigen Rezepten und trendsetzenden Hideaways überrascht,
um Deutschlands Hotellerie auf den Wachstumspfad zurückzuführen.
Nachmachbar? Ja, natürlich. Schon der Versuch ist so viel
wert wie Gold.
Quelle Impulse Online www.impulse.de
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