Die Heilbronner Innovationsfabrik
(IFH) hat sich im vergangenen Jahr außerordentlich positiv entwickelt. 18 neue Unternehmen
sind in das Gründerzentrum eingezogen, das zurzeit voll ausgelastet
ist. Sieben Firmen stehen auf der Warteliste.
Thomas Villinger ist zufrieden. „So viele Neuzugänge
hatten wir seit fünf Jahren nicht mehr“, sagt der Geschäftsführer
des Gründerzentrums. Immerhin 55 Arbeitsplätze hätten
die neuen Firmen im vergangenen Jahr geschaffen. „Lediglich
zwei kleine Räume von insgesamt 107 sind zurzeit nicht belegt“,
sagt er.
Das Gründerzentrum in der Weipertstraße ist aktuell
mit 58 Firmen belegt, die zusammen 320 Mitarbeiter beschäftigen
- die Hälfte davon sind Vollzeitkräfte. Zumeist, so hebt
Villinger hervor, handle es sich dabei um qualifizierte Arbeitskräfte.
Rechnet man die Unternehmen hinzu, die in den vergangenen Jahren
flügge geworden sind und aus der IFH ausgezogen sind, dann
addiere sich die Beschäftigtenzahl der IFH-Unternehmen auf
750, schätzt Villinger. Die übergroße Mehrzahl
dieser Arbeitsplätze ist übrigens im Raum Heilbronn geschaffen
worden.
16 Firmen haben die IFH im vergangenen Jahr verlassen - nur eine
davon sei liquidiert worden, berichtet Villinger. Zwei Unternehmen,
beide sind IT-Spezialisten, haben sich im benachbarten HIP am Neckar
angesiedelt, wo IB Solution schon bald 60 Angestellte beschäftigen
will, die SBE möchte die Mitarbeiterzahl auf 14 ausbauen.
Ein gutes Viertel der aktuellen IFH-Mieter ist im Beratungssektor
aktiv; jede fünfte Firma ist im IT-Umfeld tätig. An dritter
Stelle folgt mit 13,8 Prozent bereits die Bau-, Architektur- und
Design-Branche. Drei in der IFH angesiedelte Unternehmen erwirtschafteten
im vergangenen Jahr einen Umsatz von mehr als drei Millionen Euro,
bei 70 Prozent der Firmen lag der Umsatz zwischen 100 000 Euro
und einer Million.
Interessant ist auch ein Blick auf die Gesamtzahl der Firmen, die
seit der Gründung im Jahr 1998 in der IFH ansässig waren.
86 Unternehmen haben den Sprung ins kalte Wasser außerhalb
des Gründerzentrums überstanden, nur elf davon haben
sich außerhalb der Region niedergelassen. Pleite gegangen
sind nach Villingers Zahlen lediglich vier Unternehmen, weitere
acht haben dagegen von sich aus aufgegeben.
Und wie sieht die Zukunft aus? „In anderen Bundesländern
wurden schon einige Gründerzentren zugemacht. Wir wollen expandieren“,
sagt Villinger. „Ein Gründerzentrum ist kein Selbstläufer.
Unseren Erfolg macht aus, dass wir über Venture Forum und
den regionalen Zukunftsfonds auch Kapital anbieten können.“ Diese
Lehre hat Villinger aus den schwierigen Jahren nach der Jahrtausendwende
gezogen. „Die Rezession hat auch uns kalt erwischt.“
Inzwischen sei die IFH als Standort auch für Firmen von außerhalb
der Region interessant geworden. „Wir haben gerade ein bis
zwei Anfragen pro Woche“, sagt der Geschäftsführer. „Obwohl
es zurzeit überall günstige Mietpreise gibt“, betont
Villinger. „Wir können eben mehr bieten. Das macht uns
stabil für die Zukunft.“
Auch der Steuerzahler kann sich über die positiven Nachrichten
freuen. Exakte Zahlen liegen zwar noch nicht vor, eines steht aber
fest: Im vergangenen Jahr musste die Stadt deutlich weniger Geld
zuschießen als bisher.
Quelle Heilbronner Stimme vom 29.01.2006 von Manfred Stockburger www.stimme.de
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