Mit einem umfassenden Modellfeuerwerk wird Audi bereits im Jahr
2008 in die Offensive gehen. Da es sich aber dabei nicht um neue
Volumenmodelle, sondern zahlreiche Derivate bestehender Modelle
handeln wird, ist kein deutlicher Personalaufbau in den deutschen
Werken zu erwarten.
Audi-Chef Martin Winterkorn macht im Gespräch mit dem Magazin „Capital“ die
Zielrichtung klar: Nur wenn Audi weiterhin kräftig Tempo mache,
könne das Unternehmen „die Belegschaft in den Werken
Ingolstadt, Neckarsulm und im ungarischen Györ auf gleichem
Niveau halten“. Das bedeutet, die Zahl der in den drei Werken
gebauten Autos muss Jahr für Jahr steigen. Dabei sollen die
neuen Modelle eine wichtige Rolle spielen. Ein wichtiger Vorteil
ist, dass es sich wahrscheinlich um so genannte Derivate, also
Varianten bestehender Modelle, handeln wird.
Bereits beschlossen ist unter anderem ein Cabrio auf Basis des
A3. Oberhalb des A4 gehen künftig ein Cabrio, ein Coupé sowie
ein neuartiges Raumkonzept ins Rennen um die Gunst der Käufer.
Für die Erweiterung der Modellpalette um zahlreiche Varianten
bestehender Modelle stellt sich Audi neu auf. Aus einem großen,
modularen Baukasten werden künftig A4, A6 und A8 sowie alle
Derivate entstehen. Dabei gibt es pro Baureihe eine Plattform,
die in Länge und Radstand variabel ist. „Das ist das
Intelligenteste, was wir je gemacht haben“, sagt Audi-Chef
Martin Winterkorn.
Die Strategie des Managers macht es unter anderem möglich,
dass ab 2008 ein A6 Coupé als A7 zu den Händlern rollen
wird. Dazu gesellt sich der kleine Bruder des Q7, der auf den Namen
Q5 hören wird.
Unterhalb des A3 will der gebürtige Schwabe seinen Kunde ebenfalls
ein Angebot machen. Der Nachfolger des gescheiterten Alu-Autos
A2 soll ein sportlicher Kleinwagen mit Allradantrieb werden. „Das
Auto wird ein echter Hingucker“, prophezeit Winterkorn und
verweist auf die Studie „Shooting Brake“, die er in
Tokio erstmals gezeigt hat. Derzeit rechnet man mit einem Einstiegspreis
um die 15 000 Euro.
Die genaue Entscheidung, in welchen Werken die neuen Modelle gebaut
werden, wird erst rund ein Jahr vor Produktionsbeginn fallen. Im
Neckarsulmer Audi-Werk freut man sich jedenfalls schon auf die
Herausforderung. Betriebsratschef Norbert Rank geht jedenfalls
davon aus, dass sich Neckarsulm für die Produktion bewerben
wird. Im Blick hat er dabei vor allem den A7, der auf der A6-Plattform
aus Neckarsulm basieren soll. Rank: „Ich finde es gut, wie
wir unsere Fahrzeugkonzepte aufstellen. So können wir künftig
kostengünstig Derivate herstellen.“ Das bedeutet, ein
A7 könnte am gleichen Band wie ein A6 gebaut werden.
Als richtig schätzt Rank auch den Bau eines A2 ein, um potenzielle
Kunden unterhalb des A3 anzusprechen. Wobei er weiß, dass
der neue A2 wohl kaum wie sein Vorgänger in Neckarsulm gebaut
wird. Möglicherweise entsteht er sogar im spanischen Seat-Werk.
Seat gehört zur Markengruppe Audi im VW-Konzern, leidet aber
an fehlender Auslastung. Audi-Chef Winterkorn drängt seit
langem auf eine engere Anbindung von Seat an Audi. Die wäre
spätestens dann nötig, wenn der A2 in Spanien gebaut
wird.
Quelle Heilbronner Stimme vom 16.02.2006 von Jürgen Strammer
und Alexander Schnell siehe www.stimme.de
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