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Audi stellt die Weichen für die Zukunft

     
 
 

21.2.06


 

Mit einem umfassenden Modellfeuerwerk wird Audi bereits im Jahr 2008 in die Offensive gehen. Da es sich aber dabei nicht um neue Volumenmodelle, sondern zahlreiche Derivate bestehender Modelle handeln wird, ist kein deutlicher Personalaufbau in den deutschen Werken zu erwarten.

Audi-Chef Martin Winterkorn macht im Gespräch mit dem Magazin „Capital“ die Zielrichtung klar: Nur wenn Audi weiterhin kräftig Tempo mache, könne das Unternehmen „die Belegschaft in den Werken Ingolstadt, Neckarsulm und im ungarischen Györ auf gleichem Niveau halten“. Das bedeutet, die Zahl der in den drei Werken gebauten Autos muss Jahr für Jahr steigen. Dabei sollen die neuen Modelle eine wichtige Rolle spielen. Ein wichtiger Vorteil ist, dass es sich wahrscheinlich um so genannte Derivate, also Varianten bestehender Modelle, handeln wird.

Bereits beschlossen ist unter anderem ein Cabrio auf Basis des A3. Oberhalb des A4 gehen künftig ein Cabrio, ein Coupé sowie ein neuartiges Raumkonzept ins Rennen um die Gunst der Käufer. Für die Erweiterung der Modellpalette um zahlreiche Varianten bestehender Modelle stellt sich Audi neu auf. Aus einem großen, modularen Baukasten werden künftig A4, A6 und A8 sowie alle Derivate entstehen. Dabei gibt es pro Baureihe eine Plattform, die in Länge und Radstand variabel ist. „Das ist das Intelligenteste, was wir je gemacht haben“, sagt Audi-Chef Martin Winterkorn.

Die Strategie des Managers macht es unter anderem möglich, dass ab 2008 ein A6 Coupé als A7 zu den Händlern rollen wird. Dazu gesellt sich der kleine Bruder des Q7, der auf den Namen Q5 hören wird.
Unterhalb des A3 will der gebürtige Schwabe seinen Kunde ebenfalls ein Angebot machen. Der Nachfolger des gescheiterten Alu-Autos A2 soll ein sportlicher Kleinwagen mit Allradantrieb werden. „Das Auto wird ein echter Hingucker“, prophezeit Winterkorn und verweist auf die Studie „Shooting Brake“, die er in Tokio erstmals gezeigt hat. Derzeit rechnet man mit einem Einstiegspreis um die 15 000 Euro.

Die genaue Entscheidung, in welchen Werken die neuen Modelle gebaut werden, wird erst rund ein Jahr vor Produktionsbeginn fallen. Im Neckarsulmer Audi-Werk freut man sich jedenfalls schon auf die Herausforderung. Betriebsratschef Norbert Rank geht jedenfalls davon aus, dass sich Neckarsulm für die Produktion bewerben wird. Im Blick hat er dabei vor allem den A7, der auf der A6-Plattform aus Neckarsulm basieren soll. Rank: „Ich finde es gut, wie wir unsere Fahrzeugkonzepte aufstellen. So können wir künftig kostengünstig Derivate herstellen.“ Das bedeutet, ein A7 könnte am gleichen Band wie ein A6 gebaut werden.

Als richtig schätzt Rank auch den Bau eines A2 ein, um potenzielle Kunden unterhalb des A3 anzusprechen. Wobei er weiß, dass der neue A2 wohl kaum wie sein Vorgänger in Neckarsulm gebaut wird. Möglicherweise entsteht er sogar im spanischen Seat-Werk. Seat gehört zur Markengruppe Audi im VW-Konzern, leidet aber an fehlender Auslastung. Audi-Chef Winterkorn drängt seit langem auf eine engere Anbindung von Seat an Audi. Die wäre spätestens dann nötig, wenn der A2 in Spanien gebaut wird.

Quelle Heilbronner Stimme vom 16.02.2006 von Jürgen Strammer und Alexander Schnell siehe www.stimme.de

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