Die Fertigung am Audi-Standort
Neckarsulm ist dank der Erfolge der Ingolstädter im Premiumbereich
voll ausgelastet. Ende 2005 arbeiteten 13 633 Menschen auf dem
rund eine Million Quadratmeter großen
Gelände - zehn Jahre zuvor waren es erst 9724, also rund 4000
Beschäftigte weniger. Etwa 1150 Fahrzeuge können am Tag
gebaut werden, im vergangenen Jahr liefen 241 070 Audi von den Neckarsulmer
Bändern. Der Automobilbau an dem Standort hat eine 100jährige
Tradition.
Angesichts des blendenden Starts der VW-Tochter im Januar (Zulassungsplus
27 Prozent) dürften es 2006 kaum weniger Autos werden. Die aktuellen
Neckarsulmer Produkte A6 und A8 laufen gut. Die A6-Produktion etwa
ist von geplanten 700 auf 800 Fahrzeuge am Tag hochgefahren worden.
Auch der gänzlich aus Aluminium gefertigte A8, Konkurrent der
Mercedes-Benz S-KLasse und des BMW 7er, erweist sich als Dauerbrenner.
Werksleiter Jürgen Lunemann betont: "Wir verkaufen in West-Europa
mehr 12-Zylinder-Limousinen als die anderen deutschen Premiumanbieter".
Mit dem Mitte 2006 folgenden Allroad Quattro und dem Produktanlauf
des neuen Sportwagens R8 wird die Produktion im Neckarsulm noch ausgeweitet.
Auch der R8 wird in Aluminium-Leichtbauweise produziert, eine Spezialität
des Standortes am Neckar. Für die Mitarbeiter bedeutet dies,
dass "wir die Beschäftigtenzahlen in den nächsten
Jahren annähernd halten", wie Anjo Berz, Personalleiter
Produktion, sagt. Audi ist mit weitem Abstand vor dem Discounter
Lidl größter Arbeitgeber in der Region Heilbronn-Franken.
Neckarsulm ist ein Automobilstandort mit 100-jähriger Tradition.
1906 wurde der "Original Neckarsulmer Motorwagen" im
bisherigen Motorradwerk von NSU gebaut. NSU blieb bis 1969 ein
erfolgreicher Autobauer, der dann in der Audi NSU Auto Union AG
aufging. Mitte der 70er Jahre erlebte die Region einen Schock,
als die Konzernmutter Volkswagen verkündete, die drei Audi-NSU-Werke
in Neckarsulm, Neuenstein und Heilbronn schließen zu wollen.
7000 Mitarbeiter demonstrierten und schließlich gab es einen
Teilerfolg: Zwar mussten Heilbronn und Neuenstein zumachen, doch
Audi NSU in Neckarsulm mit über 6000 Beschäftigten konnte
gerettet werden.
Diese Zäsur ist bis heute nicht vergessen und so kommt dem
Satz von Werksleiter Lunemann "Wir sind jetzt ein richtiger
AudiStandort, nicht nur ein Werk" eine besondere Bedeutung
zu. Denn dies heißt konkret, dass neben dem Produktionswerk
wichtige Entwicklungskompetenz, das Aluminium- und Leichtbauzentrum
sowie die Sportmotorenentwicklung des Konzerns, in Neckarsulm angesiedelt
sind. Und künftig können durch die so genannte Produktionsdrehscheibe
modellzyklusbedingte Produktionsschwankungen zwischen Ingolstadt
und Neckarsulm ausgeglichen werden was die Arbeitsplätze zusätzlich
sichert. "Mit dem Drehscheibenkonzept können wir an zwei
Standorten ein gleiches Auto bauen", erklärt Lunemann.
Sichtbarer Ausdruck des Neckarsulmer Selbstbewusstseins und neuer
Blickfang der Stadt ist das gläserne Audi-Forum, das im vergangenen
Mai eröffnet worden ist. Das von einer Glaskuppel gekrönte
Gebäude lockt immer mehr Audi-Käufer in die Stadt, um
ihr neues Auto abzuholen. Audi-Foren gibt es unter anderem in New
York, Paris, London, Peking - und nun eben auch am Neckar.
Quelle Heilbronner Stimme vom 16.02.2006 von Frank Heidmann siehe www.stimme.de
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