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Audi-Standort Neckarsulm voll ausgelastet

     
 
 

21.2.06


 

Die Fertigung am Audi-Standort Neckarsulm ist dank der Erfolge der Ingolstädter im Premiumbereich voll ausgelastet. Ende 2005 arbeiteten 13 633 Menschen auf dem rund eine Million Quadratmeter großen Gelände - zehn Jahre zuvor waren es erst 9724, also rund 4000 Beschäftigte weniger. Etwa 1150 Fahrzeuge können am Tag gebaut werden, im vergangenen Jahr liefen 241 070 Audi von den Neckarsulmer Bändern. Der Automobilbau an dem Standort hat eine 100jährige Tradition.

Angesichts des blendenden Starts der VW-Tochter im Januar (Zulassungsplus 27 Prozent) dürften es 2006 kaum weniger Autos werden. Die aktuellen Neckarsulmer Produkte A6 und A8 laufen gut. Die A6-Produktion etwa ist von geplanten 700 auf 800 Fahrzeuge am Tag hochgefahren worden. Auch der gänzlich aus Aluminium gefertigte A8, Konkurrent der Mercedes-Benz S-KLasse und des BMW 7er, erweist sich als Dauerbrenner. Werksleiter Jürgen Lunemann betont: "Wir verkaufen in West-Europa mehr 12-Zylinder-Limousinen als die anderen deutschen Premiumanbieter".

Mit dem Mitte 2006 folgenden Allroad Quattro und dem Produktanlauf des neuen Sportwagens R8 wird die Produktion im Neckarsulm noch ausgeweitet. Auch der R8 wird in Aluminium-Leichtbauweise produziert, eine Spezialität des Standortes am Neckar. Für die Mitarbeiter bedeutet dies, dass "wir die Beschäftigtenzahlen in den nächsten Jahren annähernd halten", wie Anjo Berz, Personalleiter Produktion, sagt. Audi ist mit weitem Abstand vor dem Discounter Lidl größter Arbeitgeber in der Region Heilbronn-Franken.

Neckarsulm ist ein Automobilstandort mit 100-jähriger Tradition. 1906 wurde der "Original Neckarsulmer Motorwagen" im bisherigen Motorradwerk von NSU gebaut. NSU blieb bis 1969 ein erfolgreicher Autobauer, der dann in der Audi NSU Auto Union AG aufging. Mitte der 70er Jahre erlebte die Region einen Schock, als die Konzernmutter Volkswagen verkündete, die drei Audi-NSU-Werke in Neckarsulm, Neuenstein und Heilbronn schließen zu wollen. 7000 Mitarbeiter demonstrierten und schließlich gab es einen Teilerfolg: Zwar mussten Heilbronn und Neuenstein zumachen, doch Audi NSU in Neckarsulm mit über 6000 Beschäftigten konnte gerettet werden.

Diese Zäsur ist bis heute nicht vergessen und so kommt dem Satz von Werksleiter Lunemann "Wir sind jetzt ein richtiger AudiStandort, nicht nur ein Werk" eine besondere Bedeutung zu. Denn dies heißt konkret, dass neben dem Produktionswerk wichtige Entwicklungskompetenz, das Aluminium- und Leichtbauzentrum sowie die Sportmotorenentwicklung des Konzerns, in Neckarsulm angesiedelt sind. Und künftig können durch die so genannte Produktionsdrehscheibe modellzyklusbedingte Produktionsschwankungen zwischen Ingolstadt und Neckarsulm ausgeglichen werden was die Arbeitsplätze zusätzlich sichert. "Mit dem Drehscheibenkonzept können wir an zwei Standorten ein gleiches Auto bauen", erklärt Lunemann.

Sichtbarer Ausdruck des Neckarsulmer Selbstbewusstseins und neuer Blickfang der Stadt ist das gläserne Audi-Forum, das im vergangenen Mai eröffnet worden ist. Das von einer Glaskuppel gekrönte Gebäude lockt immer mehr Audi-Käufer in die Stadt, um ihr neues Auto abzuholen. Audi-Foren gibt es unter anderem in New York, Paris, London, Peking - und nun eben auch am Neckar.

Quelle Heilbronner Stimme vom 16.02.2006 von Frank Heidmann siehe www.stimme.de

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