Im britischen Birmingham
ist der Profi-Club Aston Villa F.C. zu Hause. Hier fand jetzt auch
die British Travel Trade Fair statt
und die WM-Drehscheibe Süd warb um Gäste für die
Fandörfer in der Region. City Council schickt Jugendgruppen
zur WM nach Deutschland.
Aston Villa ist einer von vier englischen Vereinen, die den Europapokal
der Landesmeister gewonnen haben. Das war am 26. Mai 1982 in Rotterdam
mit 1:0 gegen Bayern München. Hier machte sich Steffen Schoch
auf, um auf der British Travel Trade Fair für die WM-Drehscheibe
Süd zu werben. Schon auf dem Weg zur Messe musste sich Schoch
aber vom Taxifahrer die Bemerkung gefallen lassen: „I think
Germany will not win the FIFA World Cup if they play a football
like yesterday!“.
Wahrscheinlich hatte er ja Recht, dennoch heißt es für
die WM-Drehscheibe Süd: Trommeln, trommeln, trommeln. Die
Engländern gehören mit zu den Ländern, die für
die WM-Drehscheibe Süd ein riesiges Potenzial an Übernachtungen
bedeuten.
England spielt bei der WM in der Vorrundengruppe B in Frankfurt/Main
gegen Paraguay (10. Juni), in Nürnberg gegen Trinidad und
Tobago (15. Juni) sowie in Köln gegen Schweden (20. Juni).
Als Zweiter dieser Gruppe könnte England nach einem Sieg im
Achtelfinale am 30. Juni im Berliner Olympiastadion antreten. Sollte
Deutschland in Gruppe A Erster werden und sein Achtelfinale gewinnen,
kann es zum Berliner Viertelfinalspiel zwischen den WM-Finalisten
von 1966 England und Deutschland (4:2) kommen.
„
Die Stadien Frankfurt und Nürnberg liegen im Einzugsbereich
der WM-Drehscheibe Süd und zum „WM-Klassiker“ England-Schweden
in Köln werden aus der Region Busse fahren“, sagt Schoch.
Deshalb ist er sich sicher, dass viele Engländer auch in der
Region Heilbronn-Franken Quartier beziehen werden.
Seinen schlechten Ruf der vergangenen Jahre im Ausland hat der
englische Fußball wohl verdient. Aber durch äußerst
strenge Maßnahmen der Regierung, der Polizei, sowie der Vereine
und zahlreicher besonnener Fangruppen hat sich vieles zum Besseren
gewandelt. Der britische Polizeipräsident David Swift rechnet
mit mindestens 100.000 WM-Besuchern aus England. „Davon stellen
99,9 Prozent nicht das geringste Problem dar“, so Swift. „Wir
werden dafür sorgen, dass 3500 gewaltbereite britische Fußball-Hooligans
nicht zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland
einreisen können“, sagt der Polizeipräsident.
Den „Machern“ der WM-Drehscheibe Süd soll das
nur Recht sein. Im Fancamp in Schwäbisch Hall/Ilshofen können
Nahe der Arena Hohenlohe auf einer Fläche von rund 7 ha bis
zu 5.000 Fußball-Fans in einem Zeltlager übernachten,
Fußball schauen und von dort aus die touristischen Highlights
in Süddeutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz
erkunden. „Wer den Tag im Fancamp verbringen möchte,
der kann dies auf der extra aufgebauten Kartbahn, an der DEKRA-Bar
oder beim Fußball-Turnier in einer der eigens umgerüsteten
Rinder-Hallen tun“, weiß Steffen Schoch.
Der mit Internationalen Kontakten beauftragte Mike Murray im Birmingham
City Council versprach Unterstützung dieser Idee und wollte
in den Schulen und Sportvereinen seiner Stadt dafür werben,
dass Jugend- und Schülergruppen während der WM nach Deutschland
reisen. Zwar hat Birmingham Städtepartnerschaften mit Frankfurt
und Leipzig. Dort jedoch sind die Übernachtungsmöglichkeiten
schon jetzt sehr begrenzt. „Das Zeltlaer wäre perfekt
für die Jugendlichen“, so Murray.
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