Einige einzelne Zahlen
der Unterländer Kriminalstatistik
2005 mögen Sorge bereiten, in der Summe aber ergibt sich äußerst
Positives: Heilbronn ist die sicherste Großstadt Baden-Württembergs,
und nur in drei Landkreisen lebt es sich noch sicherer als im Landkreis
Heilbronn.
Hartmut Grasmück, Chef der Unterländer Polizeidirektion,
geht sogar noch einen Schritt weiter: „Das Unterland gehört
zu den sichersten Regionen in ganz Deutschland.“ Seine Mitarbeiter
und er, verspricht der Leitende Kriminaldirektor, „werden
alles daran setzen, dass das auch in Zukunft so bleibt“.
Wie misst man Sicherheit? Die Polizei tut es anhand der so genannten
Häufigkeitsziffer, das ist die Anzahl der Straftaten je 100
000 Einwohner. Sie liegt für das Jahr 2005 für die Stadt
Heilbronn (9680 bekannt gewordene Straftaten) bei 7979, für
den Landkreis (11538 Straftaten) bei 3508. „Die Kriminalität
nimmt zu, je dichter die Menschen zusammenwohnen“, beschreibt
Polizeisprecher Peter Lechner ein typisches Phänomen. Zum
Vergleich: Die Häufigkeitsziffern von Karlsruhe, Mannheim
und Freiburg sind allesamt fünfstellig. Laut Lechner ein Beweis
dafür, „dass Heilbronn wirklich sicher ist - aber eben
mit einer Kriminalität, wie sie in einer größeren
Stadt durchaus vorkommt“. Sicherer als im Landkreis Heilbronn
leben nur die Einwohner des Enzkreises, des Alb-Donau-Kreises (Ulm)
und des Landkreises Heidenheim.
Ein sinnvoller Vergleich mit den Unterländer Straftatenzahlen
des Vorjahres wird erst im Frühjahr 2007 bei der Kriminalstatistik
für 2006 wieder möglich sein: Wegen einer landesweiten
Umstellung des Computersystems waren wie berichtet im Jahr 2003
700 Unterländer Straftaten zu wenig erfasst worden, die dann
als Nachtrag die Zahlen für 2004 nach oben drückten.
Zwei Felder, die der Unterländer Polizei im langjährigen
Trend Sorge bereiten und teilweise zusammenhängen, sind Gewalt-
und Jugendkriminalität: Die Zahl der Körperverletzungen
ist seit 1996 von 934 auf jetzt 1660 gestiegen, also um 78 Prozent.
Und während 1996 noch 2415 Jungtäter - so nennt die Polizei
Tatverdächtige unter 21 Jahren - gezählt wurden, waren
es vergangenes Jahr 3165, also ein Drittel mehr.
.
„
Wenn man bedenkt, dass der Anteil dieser Gruppe an der Gesamtbevölkerung
bei 13,7 Prozent liegt, aber 47,5 Prozent aller ermittelten Straftäter
zu dieser Altersgruppe gehören“, so der Polizeisprecher, „wird
das Missverhältnis augenfällig.“ Nicht die typischen
Jugendsünden wie Diebstähle und Sachbeschädigungen
machen der Polizei dabei Kopfzerbrechen, sondern die ständig
steigende Zahl der Gewaltdelikte. Da 2005 viele dieser Körperverletzungen
bei Festen begangen wurden, steuert die Polizei seit einigen Wochen
mit Jugendschutz-Eingreif-Teams (JET) gegen.
Quelle: Heilbronner Stimme vom 3. März 2005 von Franziska
Feinäugle
siehe www.stimme.de
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