Mit viel Prominenz und
einem gut zweistündigen Festakt weihte
die Berufsakademie-Außenstelle Bad Mergentheim ihre neuen,
größeren Räumlichkeiten im Deutschordensschloss ein.
Auf 1500 Quadratmetern Hauptnutzfläche erstreckt sich die
Hochschule künftig über den Archiv- und Torbau, sehr
zur Freude der Minister Frankenberg und Reinhart, die ein weiteres
Wachstum der Berufsakademie (BA) fördern möchten.
"
Hier in der Kurstadt haben wir eine einzigartige Campus-Situation",
lobte der für Bundesangelegenheiten zuständige Landesminister
und Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, die neuen
Räume, die für knapp 1,4 Millionen Euro ausgebaut wurden.
Noch zusammen mit Ministerpräsident a.D. Erwin Teufel sei
der Grundstein für die BA-Außenstelle in Bad Mergentheim
gelegt worden, die in naher Zukunft 450 Studierende umfassen soll.
Es sei eine Erfolgsgeschichte in Gang gesetzt worden, so Reinhart,
die auch dem Umfeld, sprich der Stadt Bad Mergentheim und den Partnerfirmen
aus der Region, viele Vorteile bringe. Reinhart hob ausdrücklich
die mitwirkenden Unternehmer - die keine Unterlasser seien - hervor
und gab sich überzeugt, dass hier sowohl von der Landespolitik
als auch von der Wirtschaft an der richtigen Stelle investiert
werde.
"
Eine Stärke von Baden-Württemberg ist das Bildungssystem" -
darin seien die Berufsakademien ein wichtiger Baustein, "denn
sie bieten eine bedarfsgerechte Ausbildung", erklärte
Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg. 450 Studenten
seien zunächst langfristig für die Kurstadt Bad Mergentheim
und die BA-Außenstelle vorgesehen, so Minister Frankenberg,
der zugleich andeutete, dass dies keineswegs das Ende der Fahnenstange
sein müsse.
Im Kabinett in Stuttgart habe man bereits im vergangenen Jahr beschlossen,
neben dem Studiengang "Internationaler Betriebswirtschaftslehre" (IBWL)
auch die Fachrichtung "Gesundheitsmanagement" in der
Kurstadt aus- beziehungsweise aufzubauen. Für letzteren Studiengang
solle die Unterbringung der Studenten dauerhaft in der Versorgungskuranstalt
stattfinden, während die IBWL-Studierenden im Archiv- und
Torbau des Schlosses einquartiert würden.
Wenn nun die Wirtschaft mehr Ausbildungsplätze im Sinne der
BA-Philospohie bereitstellen würde, dann würde auch das
Land die Zahl der Studienplätze in der Kurstadt weiter erhöhen,
versprach der Wissenschaftsminister seinen Zuhörern im Roten
Saal des Schlosses, die diese Nachricht interessiert aufnahmen.
Hocherfreut zeigte sich Oberbürgermeister Dr. Lothar Barth über
das ausgedehnte Bildungsangebot in seiner Stadt und gratulierte
den Studierenden wie den Lehrenden zu ihrer neuen "Unterkunft". "Die
Stadt weiß das Geschenk des Landes mit dieser Berufsakademie-Außenstelle
sehr zu schätzen", sagte OB Barth und man werde alles
dafür tun, das Vertrauen zu rechtfertigen, zumal man hier
am Besten sehe könne, was alles erreicht werden könne, "wenn
gemeinsam an einem Strang gezogen wird".
Auf die Anfänge blickte kurz Michael Greiner, der Leiter des
Amtes für Vermögen und Bau in Heilbronn, zurück.
Als er 2002 von der Landesregierung den Auftrag erhalten habe nach
Räumlichkeiten für die Berufsakademie in Bad Mergentheim
zu suchen, sei zunächst das Mittelstandszentrum, dann das
Dominikanerkloster im Gespräch gewesen. Durch den ehemaligen
Direktor der BA Mosbach, Prof. Alexander von Freyhold, sei man
auf das Schloss aufmerksam geworden - "aber es war komplett
belegt mit Behörden". Erst nach dem Auszug von Teilen
des Finanzamtes sowie der Vermessungsexperten sei Platz für
die BA gewesen. Inzwischen sei man im Schloss wie auch in der Versorgungskuranstalt
gut aufgehoben.
Dem konnte auch Prof. Nicole Graf, die Leiterin der BA-Außenstelle,
zustimmen. "Studieren im Schloss werden wir jetzt voller Lust
tun", versprach sie und fügte weiter an: "Wir streben
hier Höchstleistungen in der Bildung an, ebenso wie unsere
Partnerfirmen in ihrem Geschäftsbereich. Optimale Voraussetzungen
in einem wunderschönen Ambiente wurden uns dafür geschaffen."
"
Gut investiert wurde hier in Bad Mergentheim seitens des Landes
trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen", unterstrich
auch der Direktor der Berufsakademie Mosbach, Prof. Reinhold Geilsdörfer. "Mit
dem Konzept der BA können wir nur marktgerecht ausbauen",
ließ er stolz wissen: "Hinter jedem unserer Studienplätze
steht ein Unternehmen mit beachtlichem zeitlichen und finanziellen
Engagement." Nicht von ungefähr komme die Übernahmequote
von BA-Studenten in den Firmen von über 80 Prozent.
Kaum war das letzte musikalische Stück des Bad Mergentheimer
Jugendsinfonieorchesters, das gekonnt den Rahmen des Festaktes
gestaltete, verklungen, folgte die Begehung der neuen BA-Räumlichkeiten
mit seinen sieben Hörsälen, der großzügigen
Bibliothek, den Multimedialaboren sowie den äußerst
transparenten Verwaltungsräumen.
©
Fränkische Nachrichten - 23.03.2006 Sascha Bickel
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