Jedes Jahr mehr Studierende
und 2012 der doppelte Abiturientenjahrgang: 16 000 neue Studienplätze
für Anfänger braucht Baden-Württemberg.
Die Hochschule Heilbronn will in nur fünf Jahren 440 neue Anfängerplätze
schaffen. Das entspricht einem Ausbau um 40 Prozent.
Es war ein Nachmittag der großen Zahlen, als sich Wissenschaftsminister
Peter Frankenberg und Staatssekretärin Johanna Lichy (beide
CDU) gestern mitten im Wahlkampf mit Professoren der Heilbronner
Hochschule zusammensetzten. Doch bei der größten Zahl
wich Peter Frankenberg aus: Mit wie viel Millionen kann die Hochschule
für ihren weiteren Ausbau rechnen? Da gab es keine Antwort.
Die Qualität der neuen Studiengänge entscheide. Und ganz
klar nannte der Minister ein Hauptkriterium: „Qualität
geht vor Regionalität.“ Selbstverständlich habe die
Region Heilbronn-Franken mit ihrem Mangel an Studienplätzen
gute Chancen beim Ausbau ihres Hochschulangebots. Voraussetzung sei
allerdings, dass die Studienangebote mit der Wirtschaft abgestimmt
würden. Maßgabe sei, da auszubilden, wo sich für
die jungen Leute Berufsperspektiven ergäben.
In jedem der zwölf IHK-Bezirke werden bis Ende Juli Gesprächskreise
tagen, mit welchen Angeboten sich Hochschulen, Universitäten
und Berufsakademien auf den wachsenden Studentenberg einstellen werden.
Schon im Herbst soll für Baden-Württemberg eine Gesamtstrategie
vorliegen, im Doppelhaushalt 2007/08 werden die ersten Mittel eingestellt.
Frankenberg sieht Baden-Württemberg in einer Vorreiterrolle.
Obwohl die Zeit dränge, ginge kein anderes Bundesland in die
konkrete Planung. Vor allem Fachhochschulen und Berufsakademien im
Südwesten warteten mit Vorschlägen auf.
So auch die Hochschule Heilbronn, die gestern in ihrem Aufsichtsrat
21 neue Halbstudiengänge vorstellte, die aus Schwerpunkten bestehender
Studiengänge heraus entwickelt werden können. Die Ideen
reichen von Energiemanagement über Hotelmanagement bis zu internationaler
Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Osteuropa. Die Zahl der Studierenden
in Heilbronn und Künzelsau könnte von heute 5300 auf mehr
als 7500 ansteigen. Für sie bräuchte die Hochschule zusätzliche
Professoren und Räume. Der für 2007 geplante Neubau in
Heilbronn ist für die Studentenzahl von heute ausgelegt.
Quelle Heilbronner Stimme vom 23. März 2006 von Gertrud Schubert
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