Lebensrettende Informationen über den Gesundheitszustand
und bisherige Erkrankungen, über Therapien und Behandlungen
sowie verordnete Medikamente, Unverträglichkeiten, Allergien
oder die Blutgruppe – die elektronische Gesundheitskarte
startete jetzt in der Testregion Heilbronn.
Die elektronische Gesundheitskarte startet landesweit in der Testregion
Heilbronn - der Startschuss jetzt im Haus der AOK an der Heilbronner
Allee: Eine 16 Mitglieder starke Arbeitsgemeinschaft (bestehend
aus Krankenkassen, Ärztevereinigungen, Apotheker- und Therapeutenkammern)
unterschrieb mit der Gematik (der Gesellschaft für Telematikanwendungen
der Gesundheitskarte) den Vertrag, der die Details regelt.
Zu regeln gibt es vieles, immerhin ist die Karte eine technische
Revolution im deutschen Gesundheitswesen. Wo bisher nicht einmal
ein Passbild zur eindeutigen Identifikation des Chipkarten-Nutzers
verpflichtend war, könnten dereinst viele Daten gespeichert
sein: lebensrettende Informationen über den Gesundheitszustand
und bisherige Erkrankungen, über Therapien und Behandlungen
sowie verordnete Medikamente, Unverträglichkeiten, Allergien
oder die Blutgruppe.
Erwartet werden heilsame Veränderungen bei verkrusteten, umständlichen
Abläufen sowie höhere Qualität der Krankenversorgung.
Landessozialministerin Monika Stolz rechnet deutschlandweit mit
einem Einsparpotenzial von drei Prozent der Gesundheitskosten -
rund sieben Milliarden Euro. Zunächst einmal wird die Einführung
der Karte zwischen 1,4 und vier Milliarden kosten - „Da wird
der Markt noch einiges regeln“, ist Gematik-Geschäftsführer
Harald Flex sicher.
In diesem Herbst werden in der ersten Teststufe 10 000 Versicherte
der AOK, der DAK, der Techniker-Krankenkasse und einiger Betriebskrankenkassen
die neue Karte bekommen. Dabei werden alle auftauchenden Probleme
bearbeitet, wird die Akzeptanz geprüft. Im Frühjahr wird
mit 100 000 Krankenversicherten der letzte Test für die „Massentauglichkeit“ (Flex)
stattfinden.
Während viele medizinische Daten in den
momentanen Plänen
noch als freiwillige Auskunft behandelt werden, über deren
Speicherung der Patient entscheidet, wird eines festgelegt: Mit
der Karte wird es nur noch elektronische Rezepte geben. Das beendet
die umständliche Prozedur: Bisher wird eine Verschreibung
bis zu sieben Mal in die Hand genommen.
Ministerin Monika Stolz hält im Interesse der Akzeptanz den
Datenschutz für „entscheidend“. Staatssekretärin
Johanna Lichy bewertet Heilbronn als „die ideale Testregion“ sei:
Die Akteure des Gesundheitswesens in Stadt und Kreis haben bisher
bei allen Telematik-Projekten erfolgreich mitgemacht. Als „weltweit
einzigartig“ stuft Rolf Hoberg, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft,
die Karte ein.
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