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Technische Revolution startet in Heilbronn

     
 
 

3.4.06


 

Lebensrettende Informationen über den Gesundheitszustand und bisherige Erkrankungen, über Therapien und Behandlungen sowie verordnete Medikamente, Unverträglichkeiten, Allergien oder die Blutgruppe – die elektronische Gesundheitskarte startete jetzt in der Testregion Heilbronn.

Die elektronische Gesundheitskarte startet landesweit in der Testregion Heilbronn - der Startschuss jetzt im Haus der AOK an der Heilbronner Allee: Eine 16 Mitglieder starke Arbeitsgemeinschaft (bestehend aus Krankenkassen, Ärztevereinigungen, Apotheker- und Therapeutenkammern) unterschrieb mit der Gematik (der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) den Vertrag, der die Details regelt.

Zu regeln gibt es vieles, immerhin ist die Karte eine technische Revolution im deutschen Gesundheitswesen. Wo bisher nicht einmal ein Passbild zur eindeutigen Identifikation des Chipkarten-Nutzers verpflichtend war, könnten dereinst viele Daten gespeichert sein: lebensrettende Informationen über den Gesundheitszustand und bisherige Erkrankungen, über Therapien und Behandlungen sowie verordnete Medikamente, Unverträglichkeiten, Allergien oder die Blutgruppe.

Erwartet werden heilsame Veränderungen bei verkrusteten, umständlichen Abläufen sowie höhere Qualität der Krankenversorgung. Landessozialministerin Monika Stolz rechnet deutschlandweit mit einem Einsparpotenzial von drei Prozent der Gesundheitskosten - rund sieben Milliarden Euro. Zunächst einmal wird die Einführung der Karte zwischen 1,4 und vier Milliarden kosten - „Da wird der Markt noch einiges regeln“, ist Gematik-Geschäftsführer Harald Flex sicher.

In diesem Herbst werden in der ersten Teststufe 10 000 Versicherte der AOK, der DAK, der Techniker-Krankenkasse und einiger Betriebskrankenkassen die neue Karte bekommen. Dabei werden alle auftauchenden Probleme bearbeitet, wird die Akzeptanz geprüft. Im Frühjahr wird mit 100 000 Krankenversicherten der letzte Test für die „Massentauglichkeit“ (Flex) stattfinden.

Während viele medizinische Daten in den
momentanen Plänen noch als freiwillige Auskunft behandelt werden, über deren Speicherung der Patient entscheidet, wird eines festgelegt: Mit der Karte wird es nur noch elektronische Rezepte geben. Das beendet die umständliche Prozedur: Bisher wird eine Verschreibung bis zu sieben Mal in die Hand genommen.

Ministerin Monika Stolz hält im Interesse der Akzeptanz den Datenschutz für „entscheidend“. Staatssekretärin Johanna Lichy bewertet Heilbronn als „die ideale Testregion“ sei: Die Akteure des Gesundheitswesens in Stadt und Kreis haben bisher bei allen Telematik-Projekten erfolgreich mitgemacht. Als „weltweit einzigartig“ stuft Rolf Hoberg, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, die Karte ein.

www.aok.de