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LOSBERGER: Aus der Krise hoch zum Marktführer

     
 
 

4.4.06


 

Als er in das Unternehmen einstieg, machte es gerade eine Krise durch. Heute ist Losberger Marktführer unter den europäischen Zeltherstellern. Seit 25 Jahren wird die Gruppe von Friedrich Losberger geleitet.

Es war eine Art Gemischtwarenladen, in die Friedrich Losberger vor 25 Jahren von seinem Vater geholt wurde: Die Unternehmensgruppe, damals noch ansässig im Heilbronner Industriegebiet neben Läpple und Wolffkran, stellte zwar auch Zelte her, aber daneben noch Markisen und Brettschichtholz. Ein Jahr nach dem Einstieg des damals 28-jährigen Diplom-Ingenieurs wurde auch noch ein Autohaus eröffnet. „Das war damals das Allheilmittel in der deutschen Wirtschaft“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter heute. „Irgendwas lief immer.“

Allerdings herrschte anfangs eher Krisenstimmung. Innerhalb von zwei Jahren mussten von knapp 500 Mitarbeitern 200 gehen. Dass es bei der Zeltherstellung jemals noch Wachstum geben werde, erwartete niemand. „Das war ein reines Überlebenstraining - aber danach hat es sich Stück für Stück entwickelt“, sagt Losberger heute. „Aus damaliger Sicht war überhaupt nicht zu erahnen, was daraus einmal werden wird.“ Schließlich gab es 1981 keine Events, keine Vip-Zelte bei Sportveranstaltungen und auch nicht so viele regionale Gewerbeschauen und Messen. Und in der Industrie wurden Leichtbauhallen noch skeptisch betrachtet.

Heute hat sich das gewandelt: Von einst 7,5 Millionen Euro ist der Umsatz mit Zeltverkauf und -vermietung 2005 auf 97 Millionen Euro angestiegen. Die Losberger-Gruppe beschäftigt insgesamt 540 Mitarbeiter. Und da sind das Brettschichtholzwerk in Eppingen-Richen sowie die Markisenherstellung gar nicht mehr enthalten: Das Richener Werk ging 1994 gänzlich an Friedrich Losbergers Bruder Norbert, der ihm dafür seine Anteile an der Zeltherstellung übertrug. Die Markisenherstellung wurde 1991 verkauft und das Autohaus schloss 1992. Ein Jahr später zog die Zeltproduktion in das neue Werk nach Bad Rappenau-Fürfeld um. Heute arbeiten dort 220 Beschäftigte.

Mittlerweile besitzt Losberger fünf eigene Auslandsgesellschaften sowie eine Produktion in Litauen. 2003 wurde außerdem die französische Walter-Gruppe übernommen, vergangenes Jahr kam der Hallen-vermieter Gradinger hinzu.
Seit zehn Jahren firmiert das Unternehmen unter dem Dach der KMH-Holding, bei der Friedrich Losberger größter Einzelgesellschafter ist. Nun steht eine weitere Umstrukturierung ins Haus: Die drei Vermietungs-Zweige Losberger Intertent, Gradinger und Nachbarschulte werden zu Losberger Raumkonzept zusammengefasst, kündigt der Geschäftsführer an. Unter dem Namen Internet werden künftig Hallen für Industriekunden für den kurzzeitigen Bedarf vermietet.

Mit der Geschäftsentwicklung im Segment Vermietung ist Losberger für das laufende Jahr bereits sehr zufrieden: „Wir haben 90 Prozent der geplanten Umsätze bereits in der Tasche.“ Beim Verkauf seien bereits 60 Prozent des Umsatzziels erreicht. 2006 werde daher „deutlich besser als das Vorjahr“, kündigt Friedrich Losberger an. „Hohe Qualität ist unsere einzige Chance. Ramsch-Aktionen können und wollen wir nicht mitmachen.“

Quelle Heilbronner Stimme vom 4. April 2006
von Heiko Fritze

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