Als er in das Unternehmen
einstieg, machte es gerade eine Krise durch. Heute ist Losberger
Marktführer unter den europäischen
Zeltherstellern. Seit 25 Jahren wird die Gruppe von Friedrich Losberger
geleitet.
Es war eine Art Gemischtwarenladen, in die Friedrich Losberger
vor 25 Jahren von seinem Vater geholt wurde: Die Unternehmensgruppe,
damals noch ansässig im Heilbronner Industriegebiet neben
Läpple und Wolffkran, stellte zwar auch Zelte her, aber daneben
noch Markisen und Brettschichtholz. Ein Jahr nach dem Einstieg
des damals 28-jährigen Diplom-Ingenieurs wurde auch noch ein
Autohaus eröffnet. „Das war damals das Allheilmittel
in der deutschen Wirtschaft“, sagt der geschäftsführende
Gesellschafter heute. „Irgendwas lief immer.“
Allerdings herrschte anfangs eher Krisenstimmung. Innerhalb von
zwei Jahren mussten von knapp 500 Mitarbeitern 200 gehen. Dass
es bei der Zeltherstellung jemals noch Wachstum geben werde, erwartete
niemand. „Das war ein reines Überlebenstraining - aber
danach hat es sich Stück für Stück entwickelt“,
sagt Losberger heute. „Aus damaliger Sicht war überhaupt
nicht zu erahnen, was daraus einmal werden wird.“ Schließlich
gab es 1981 keine Events, keine Vip-Zelte bei Sportveranstaltungen
und auch nicht so viele regionale Gewerbeschauen und Messen. Und
in der Industrie wurden Leichtbauhallen noch skeptisch betrachtet.
Heute hat sich das gewandelt: Von einst 7,5 Millionen Euro ist
der Umsatz mit Zeltverkauf und -vermietung 2005 auf 97 Millionen
Euro angestiegen. Die Losberger-Gruppe beschäftigt insgesamt
540 Mitarbeiter. Und da sind das Brettschichtholzwerk in Eppingen-Richen
sowie die Markisenherstellung gar nicht mehr enthalten: Das Richener
Werk ging 1994 gänzlich an Friedrich Losbergers Bruder Norbert,
der ihm dafür seine Anteile an der Zeltherstellung übertrug.
Die Markisenherstellung wurde 1991 verkauft und das Autohaus schloss
1992. Ein Jahr später zog die Zeltproduktion in das neue Werk
nach Bad Rappenau-Fürfeld um. Heute arbeiten dort 220 Beschäftigte.
Mittlerweile besitzt Losberger fünf eigene Auslandsgesellschaften
sowie eine Produktion in Litauen. 2003 wurde außerdem die
französische Walter-Gruppe übernommen, vergangenes Jahr
kam der Hallen-vermieter Gradinger hinzu.
Seit zehn Jahren firmiert das Unternehmen unter dem Dach der KMH-Holding,
bei der Friedrich Losberger größter Einzelgesellschafter
ist. Nun steht eine weitere Umstrukturierung ins Haus: Die drei
Vermietungs-Zweige Losberger Intertent, Gradinger und Nachbarschulte
werden zu Losberger Raumkonzept zusammengefasst, kündigt der
Geschäftsführer an. Unter dem Namen Internet werden künftig
Hallen für Industriekunden für den kurzzeitigen Bedarf
vermietet.
Mit der Geschäftsentwicklung im Segment Vermietung ist Losberger
für das laufende Jahr bereits sehr zufrieden: „Wir haben
90 Prozent der geplanten Umsätze bereits in der Tasche.“ Beim
Verkauf seien bereits 60 Prozent des Umsatzziels erreicht. 2006
werde daher „deutlich besser als das Vorjahr“, kündigt
Friedrich Losberger an. „Hohe Qualität ist unsere einzige
Chance. Ramsch-Aktionen können und wollen wir nicht mitmachen.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 4. April 2006
von Heiko Fritze
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