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Innovationskraft "made in Boxberg"

     
 
 

11.4.06


 

Chancen erkennen und wahrnehmen und mit der Aufgabe wachsen - das ist die Philosophie des Boxberger Ventilatorenherstellers, der jetzt die hocheffiziente Ventilatorenbaureihe mit hohem Wirkungsgrad bei wenig Kosten vorgestellt hat.

Höchste Innovationskraft beweist die Ruck Ventilatoren GmbH mit der neuen Ventilatorbaureihe "Etaline": Eta steht als Kurzzeichen für den Wirkungsgrad, Line kurz für Inline-Rohrventilator. Die in Boxberg entwickelten und gefertigten "Etaline"-Ventilatoren zeichnen sich vor allem durch ihren im Vergleich zu bisherigen Inline Rohrventilatoren um über 50 Prozent höheren Wirkungsgrad aus, wie es in der Pressemitteilung der Firma heißt.

Ruck Ventilatoren ist Hersteller von Ventilatoren für die Gebäudetechnik, Weiße Ware, Elektro- und Maschinenbauindustrie. Außerdem fertigt die kleinste und jüngste Ventilatorenfirma der Region noch Lüftungsgeräte mit und ohne Wärmerückgewinnung und kundenspezifische Ventilationsprodukte.
Ein wesentlicher Umsatzanteil wird mit so genannten Inline Rohrventilatoren erzielt. Inline Rohrventilatoren wurden vor über 30 Jahren in Schweden entwickelt und werden bis heute ohne wesentliche Veränderungen gefertigt. Der simple, kostengünstige Aufbau, die einfache Montage und akzeptable Luft- und Geräuschwerte verhalfen diesem Ventilatortyp mit seinem zwiebelförmigen Aussehen zu einer weltweiten Verbreitung und beachtlichen Stückzahlen.

Das große Bauvolumen und der bescheidene Wirkungsgrad ließen diesen Ventilatorentyp jedoch nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Zunächst wollte Ruck Ventilatoren nur eine Programmerweiterung nach oben entwickeln. Doch schon der erste, per Hand gerechnete Prototyp zeigte einen besseren Wirkungsgrad als die Wettbewerbsprodukte. "Das hat unseren Ehrgeiz geweckt", erinnert sich Geschäftsführer Gerhard Ruck. Zusätzlichen Schub erhielt das Entwicklungsvorhaben durch eine Simulationssoftware, die man auf einer Messe in den USA entdeckte.

Dank dieses Berechnungsprogramms konnte die Idee "Diagonalrotor mit nachgeschaltetem Stator und anschließendem Diffusor" umgesetzt werden. Herkömmliche Ventilatoren bestehen gewöhnlich nur aus einem Laufrad (Rotor). Durch die Nachschaltung eines Stators und eines Diffusors kann der dynamische Druck, der sonst als Verlust anzusehen ist, in hohem Maße in nutzbaren statischen Druck umgewandelt werden. Damit kann eine deutliche Wirkungsgradsteigerung erzielt werden, heißt es weiter.

Insgesamt dauerte es über drei Jahre, viele Prototypen und über 30 000 Hochleistungsrechner-Stunden bis zum fertigen Produkt. Völlig neu dabei war die fast vollständige Entwicklung mit dem Simulationsprogramm. Auch bei den Fertigungsverfahren verließ Ruck Ventilatoren die eingefahrenen Wege und setzte erstmals auf ein geklebtes Laufrad, wodurch weitere Optimierungen möglich wurden. Bis heute seien über 1,2 Millionen Euro für Entwicklung, Werkzeugkosten sowie Produktionseinrichtungen investiert worden, wird betont.

Ein lohnender Aufwand: Die "Etaline"-Baureihe weist einen Wirkungsgrad von 38 bis 56 Prozent auf, verglichen mit 15 bis 32 Prozent bei herkömmlichen Rohrventilatoren, sagt die Firma. Dies bedeute nahezu eine Halbierung der Stromkosten - angesichts stetig steigender Energiepreise also ein zukunftweisendes Produkt. Zudem sei der Ventilator extrem kompakt und durch den hohen aerodynamischen Wirkungsgrad auch sehr leise.

Ruck Ventilatoren entwickelt, produziert und vertreibt Ventilatoren und Lüftungsgeräte im Bereich Weiße Ware und Consumer Produkte sowie für Elektro-, Gebäude- und Filtertechnik. Der Exportanteil von derzeit fast 60 Prozent solle gesteigert werden. Die Produktpalette erstreckt sich von Radialventilatoren über Rohr- und Kanalventilatoren bis hin zu Lüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung und Kühlung. Das Unternehmen wurde im Juni 1992 gegründet. Am Standort Boxberg sind derzeit 65 Mitarbeiter beschäftigt, 20 weitere in Tirnaveni (Rumänien).

Quelle Fränkische Nachrichten vom 8. April 2006
siehe auch www.fnweb.de

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