Chancen erkennen und wahrnehmen und mit der Aufgabe wachsen -
das ist die Philosophie des Boxberger Ventilatorenherstellers,
der jetzt die hocheffiziente Ventilatorenbaureihe mit hohem Wirkungsgrad
bei wenig Kosten vorgestellt hat.
Höchste Innovationskraft beweist die Ruck Ventilatoren GmbH
mit der neuen Ventilatorbaureihe "Etaline": Eta steht
als Kurzzeichen für den Wirkungsgrad, Line kurz für Inline-Rohrventilator.
Die in Boxberg entwickelten und gefertigten "Etaline"-Ventilatoren
zeichnen sich vor allem durch ihren im Vergleich zu bisherigen
Inline Rohrventilatoren um über 50 Prozent höheren Wirkungsgrad
aus, wie es in der Pressemitteilung der Firma heißt.
Ruck Ventilatoren ist Hersteller von Ventilatoren für die
Gebäudetechnik, Weiße Ware, Elektro- und Maschinenbauindustrie.
Außerdem fertigt die kleinste und jüngste Ventilatorenfirma
der Region noch Lüftungsgeräte mit und ohne Wärmerückgewinnung
und kundenspezifische Ventilationsprodukte.
Ein wesentlicher Umsatzanteil wird mit so genannten Inline Rohrventilatoren
erzielt. Inline Rohrventilatoren wurden vor über 30 Jahren
in Schweden entwickelt und werden bis heute ohne wesentliche Veränderungen
gefertigt. Der simple, kostengünstige Aufbau, die einfache
Montage und akzeptable Luft- und Geräuschwerte verhalfen diesem
Ventilatortyp mit seinem zwiebelförmigen Aussehen zu einer
weltweiten Verbreitung und beachtlichen Stückzahlen.
Das große Bauvolumen und der bescheidene Wirkungsgrad ließen
diesen Ventilatorentyp jedoch nicht mehr zeitgemäß erscheinen.
Zunächst wollte Ruck Ventilatoren nur eine Programmerweiterung
nach oben entwickeln. Doch schon der erste, per Hand gerechnete
Prototyp zeigte einen besseren Wirkungsgrad als die Wettbewerbsprodukte. "Das
hat unseren Ehrgeiz geweckt", erinnert sich Geschäftsführer
Gerhard Ruck. Zusätzlichen Schub erhielt das Entwicklungsvorhaben
durch eine Simulationssoftware, die man auf einer Messe in den
USA entdeckte.
Dank dieses Berechnungsprogramms konnte die Idee "Diagonalrotor
mit nachgeschaltetem Stator und anschließendem Diffusor" umgesetzt
werden. Herkömmliche Ventilatoren bestehen gewöhnlich
nur aus einem Laufrad (Rotor). Durch die Nachschaltung eines Stators
und eines Diffusors kann der dynamische Druck, der sonst als Verlust
anzusehen ist, in hohem Maße in nutzbaren statischen Druck
umgewandelt werden. Damit kann eine deutliche Wirkungsgradsteigerung
erzielt werden, heißt es weiter.
Insgesamt dauerte es über drei Jahre, viele Prototypen und über
30 000 Hochleistungsrechner-Stunden bis zum fertigen Produkt. Völlig
neu dabei war die fast vollständige Entwicklung mit dem Simulationsprogramm.
Auch bei den Fertigungsverfahren verließ Ruck Ventilatoren
die eingefahrenen Wege und setzte erstmals auf ein geklebtes Laufrad,
wodurch weitere Optimierungen möglich wurden. Bis heute seien über
1,2 Millionen Euro für Entwicklung, Werkzeugkosten sowie Produktionseinrichtungen
investiert worden, wird betont.
Ein lohnender Aufwand: Die "Etaline"-Baureihe weist einen
Wirkungsgrad von 38 bis 56 Prozent auf, verglichen mit 15 bis 32
Prozent bei herkömmlichen Rohrventilatoren, sagt die Firma.
Dies bedeute nahezu eine Halbierung der Stromkosten - angesichts
stetig steigender Energiepreise also ein zukunftweisendes Produkt.
Zudem sei der Ventilator extrem kompakt und durch den hohen aerodynamischen
Wirkungsgrad auch sehr leise.
Ruck Ventilatoren entwickelt, produziert und vertreibt Ventilatoren
und Lüftungsgeräte im Bereich Weiße Ware und Consumer
Produkte sowie für Elektro-, Gebäude- und Filtertechnik.
Der Exportanteil von derzeit fast 60 Prozent solle gesteigert werden.
Die Produktpalette erstreckt sich von Radialventilatoren über
Rohr- und Kanalventilatoren bis hin zu Lüftungsgeräten
mit Wärmerückgewinnung und Kühlung. Das Unternehmen
wurde im Juni 1992 gegründet. Am Standort Boxberg sind derzeit
65 Mitarbeiter beschäftigt, 20 weitere in Tirnaveni (Rumänien).
Quelle
Fränkische Nachrichten vom 8. April 2006
siehe auch www.fnweb.de
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