Jetzt wurde beim „Existenzgründertag“ im Main-Tauber-Kreis
das bundesweit einmalige „Startpaket für Existenzgründer“ vorgestellt.
Das Start-Paket für Existenzgründer bietet eine Vielzahl
von kostenlosen oder kostenreduzierten Serviceleistungen an und
soll Gründern den Start in die Selbständigkeit erleichtern.
"
Bundesweit einmalig" - so der Kommentar des "geistigen
Vaters" Paul Gehrig, Geschäftsführer beim Mittelstandszentrum
Tauberfranken GmbH und nebenher auch in den Diensten der Stadtwerke
Tauberfranken stehend. Was er mit dem "Existenzgründertag" am
Donnerstagnachmittag in den Räumen des Mittelstandszentrums
auf die Beine gestellt hatte, bestätigte die eigene Aussage:
der Main-Tauber-Kreis ist gründerfreundlich!
Zusammen mit Ralf Lauterwasser, dem Wirtschaftsförderer im
Main-Tauber-Kreis, hatte Paul Gehrig ein Startpaket geschnürt
unter Einbeziehung zahlreicher Kommunen und Firmen in Form eines
Scheckheftes im Geldwert von rund 5000 Euro und weiteren Gutscheinen über
1500 Euro. Beteiligt am "Packen" des Paketes waren neben
Kommunen im Main-Tauber-Kreis die IHK und die HWK sowie die Gründerzentren
in Tauberbischofsheim und Wertheim sowie die Fränkischen Nachrichten
als Medienpartner.
OB Dr. Lothar Barth hieß als Aufsichtsratsvorsitzender des
Mittelstandszentrums seine Kollegen, Vertreter der Sparkasse und
der Volksbank willkommen und nach seiner Frage, ob auch richtige
Existenzgründer gekommen waren, gingen doch viele Hände
in die Höhe. "Die deutsche Wirtschaft ist besser als
ihr Ruf", meinte Dr. Barth, fügte aber hinzu, dass rund
650 000 Existenzgründungen im Jahr im Vergleich zu anderen
Ländern doch wenig wären. Er würdigte das Engagement
von Ralf Lauterwasser und Paul Gehrig bei der Zusammenstellung
des Leitfadens mit seinen 30 Gutscheinen.
Zwei Musterbeispiele führte das Bad Mergentheimer Stadtoberhaupt
dazu an: die zur Weltgeltung aufgestiegene Firma Bartec hätte
vor rund 30 Jahren ebenso in einer Garage angefangen, wie die Sportartikelfirma
Jako in Hollenbach. Ideen und Wagemut stünden hinter solchen
Firmengründungen und deshalb seien die Kammern, die Kommunen
und der Landkreis bemüht, jungen Leuten Hindernisse aus dem
Weg zu räumen und vielfältige Hilfestellung zu geben.
Potenziale für Existenzgründer zeigten Ralf Lauterwasser
(im Auftrag des verhinderten Landrats Reinhard Frank) und Geschäftsführer
Paul Gehrig auf mit grundsätzlichen Ausführungen zum
Startpaket. Gehrig meinte, dass man den Main-Tauber-Kreis gründerfreundlich
positionieren und anschließend auch Kontakt mit dem Land
aufnehmen wolle. Während die Besucher im Licht durchfluteten
Foyer und in einem weiteren Tagungsraum die Informationen zur Wirtschaftsförderung
studieren konnten, gab es im Saal "Franken" zwei Workshops. "Finanzierung
und Förderung" hieß das Thema von Wolfgang Reiner
(Vorstand Sparkasse Tauberfranken) und anschließend erläuterte
Diplombetriebswirt Paul Mendel von der Handwerkskammer Heilbronn
das "Erstellen einer Rentabilitätsvorschau". Beide
Referenten warteten mit klaren Aussagen über den Prozess einer
Existenzgründung auf.
SWR 4-Moderatorin Rosi Düll leitete recht einfühlsam
die Erfahrungsberichte von drei erfolgreichen Existenzgründern
vor einem gespannten Publikum. "Befragt" wurden Wolfgang
Kubiczek von der "Medienwelt Taubertal" in Tauberbischofsheim,
Jan Albers zur Unternehmensnachfolge bei der Druckerei Schönhuth
in Bad Mergentheim und der Wertheimer Augenoptiker Thomas Distelhorst
aus dem Stadtteil Bestenheid. Alle drei Gesprächsteilnehmer
machten deutlich, was hinter einer Firmengründung steht, welche
Leistungen, Beratungen und Wirtschaftsförderung notwendig
sind.
Welche Früchte der erste Existenzgründertag trägt
und welche mutigen Anstöße für junge Leute gegeben
wurden, bleibt abzuwarten und zu ermitteln. Fakt ist schließlich,
dass die Sparkasse Tauberfranken im Jahr 2005 insgesamt 50 erfolgreiche
Einsteiger begleiten und fördern konnte. Wenn dies im laufenden
Jahr wieder zutreffen sollte, wäre der Tag ein großer
Erfolg. Die Wirtschaftsförderung Main-Tauber-GmbH ist auf
jeden Fall mit Nachdruck bemüht, den Standort zu vermarkten,
Netzwerke und Konpetenzzentren zu unterstützen und die Kommunen
der Konversionsstandorte zu begleiten. Ziele sind auch die Koordinierung
und Beschleunigung komplexer Genehmigungs- und Förderverfahren
und die Ausschreibung eines Innovationspreises.
Quelle
Fränkische Nachrichten vom 8. April 2006
siehe auch www.fnweb.de
|