Das Lauffener Familienunternehmen Schunk bleibt auf Wachstumskurs: 2005 wuchs der Umsatz auf knapp 150 Millionen Euro an, und auch im ersten Quartal des neuen Jahres geht es mit zweistelligem Wachstum weiter. Künftig soll der Export mehr Gewicht bekommen.
„Würth ist für mich ein Vorbild.“ Das sagt Heinz-Dieter Schunk und meint damit weniger die Produkte des Hohenloher Schraubenkönigs als das Vertriebsmodell: massiver Außendienst. Auf dieses Pferd will auch der Lauffener Spann- und Greiftechnik-Hersteller künftig verstärkt setzen. Von den 100 Neueinstellungen, die in diesem Jahr geplant sind, entfällt gut die Hälfte auf den Vertrieb.
1275 Mitarbeiter beschäftigt das vor 61 Jahren gegründete Familienunternehmen inzwischen, davon knapp 1000 in den hiesigen Werken Lauffen und Hausen. Weitere Produktionsstätten befinden sich in Mengen bei Sigmaringen, in den USA und seit kurzem auch in China. Dieses neueste Werk hat vor wenigen Wochen den Betrieb aufgenommen. „Die Qualität ist ähnlich gut wie bei uns“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter hochzufrieden. Die derzeit 20 Mitarbeiter produzieren vorwiegend für den heimischen Markt. Das Ziel ist jedoch, über günstige Einstiegsprodukte auch deutsche Hochtechnologie im Reich der Mitte zu verkaufen. „Da sehe ich großes Potenzial“, sagt Heinz-Dieter Schunk.
Neu hinzugekommen sind in den abgelaufenen zwölf Monaten Vertriebsgesellschaften in Kanada und Mexiko. Der Exportanteil ist mittlerweile auf 35 Prozent gestiegen, das Wachstum verläuft im Ausland stärker als im Inland.
Aber auch in der Heimat legte Schunk 2005 deutlich zu. Außerdem wurde die norditalienische Firma Mag-System, ein Hersteller von Magnet-Spannplatten, übernommen.
Überall ist die Auslastung momentan sehr gut, berichtet der Geschäftsführer. „Wir haben zurzeit das größte Wachstum bei unserem billigsten Produkt, den Spannbacken“, erzählt er. Das sei ein deutliches Zeichen, dass es dem Maschinenbau in Deutschland derzeit sehr gut gehe - in schlechteren Jahren produzierten viele Firmen diese Teile selbst, nun brauchten sie ihr Personal für die eigenen Produkte. Einzig bei Großkunden in der Sparte Automation sei zurzeit eine Stagnation zu beobachten, berichtet Schunk. Dafür steige aber der Anteil kleiner und mittelgroßer Unternehmen, die ihren Betrieb automatisierten und dazu Produkte aus dem Werk Hausen benötigen.
Am Stammsitz stehen unterdessen einige Änderungen an. Mit der Erweiterung des Standorts Hausen im Laufe des nächsten Jahres werden die für Automation zuständigen Ingenieure in den Neubau ziehen. Außerdem wird die Lehrwerkstatt im vom Textilhersteller Bueckle übernommen Produktionsgebäude neu eingerichtet.
In die bisherige Ausbildungsstätte kommt ein Schulungszentrum für Kunden und den firmeneigenen Vertrieb. In Erweiterungen, Akquisitionen und neue Maschinen werden in diesem Jahr 20 Millionen Euro investiert, kündigt Heinz-Dieter Schunk an. Hinzu kommen Projekte wie ein Wohngebäude für ausländische Gäste.
Quelle Heilbronner Stimme vom 13. April 2006 von Heiko Fritze www.stimme.de
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