Gut gelaunt wie lange nicht mehr hat die IHK Heilbronn-Franken
die Ergebnisse ihrer Konjunkturumfrage vorgelegt. Aus dem Silberstreif
ist Sonnenschein geworden: Die Stimmung der Unternehmen in der
Region ist auf dem besten Stand seit dem Jahr 2000.
Egal ob in der Industrie, am Bau oder im Einzelhandel - überall
hat sich die Stimmung der Unternehmen im abgelaufenen Quartal nochmals
aufgehellt. Einzig die Dienstleister haben ihre Euphorie etwas
gedämpft, sind aber weiterhin guter Dinge. Das berichteten
gestern IHK-Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger und
der zuständige Geschäftsführer Helmut Kessler.
„Die Gesamtkonjunktur in der Region ist hervorragend“,
sagte Metzger. „Sie wird vor allem getragen durch die Industrie.“ Die
hatte in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres den Umsatz
um 24,6 und den Export sogar um 34,1 Prozent gesteigert und auch
die Belegschaftszahlen um 1,1 Prozent erhöht. Am deutlichsten
war die Zunahme im Landkreis Heilbronn, was Metzger vor allem auf
die gute Auslastung des Neckarsulmer Audi-Werks zurückführte.
Deutlich sei bei der Auswertung der 394 Fragebögen geworden,
dass der Export nach wie vor der Konjunkturmotor sei: 48,6 Prozent
der Industriebetriebe berichteten von steigendem Auslandsgeschäft.
Doch nicht nur: 32,5 Prozent vermeldeten auch einen deutlichen
Investitionsschub im Inland, von dem sie profitierten. Das gelte
auch für die Baubranche, wo sich die Lage „nachhaltig
verbessert“ hat: Die Geschäftserwartungen sind in Höhen
gestiegen, die sie seit mehr als acht Jahren nicht mehr kannten,
die Geschäftslage ist zumindest ausgeglichen - ein deutlicher
Fortschritt gegenüber dem Vorjahresquartal.
Sorgenkind bleibt einzig der Einzelhandel, wo die Geschäftslage
nach wie vor negativ ist. Doch auch hier hat die Stimmung den höchsten
Stand seit mehr als sechs Jahren erreicht. „Dabei handelt
es sich sicher auch um einen Vorzieheffekt vor der Erhöhung
der Mehrwertsteuer“, meinte Metzger. „Wenn sich aber
die Lage am Arbeitsmarkt bessert, dürfte dies das Verbraucherverhalten
weiter ankurbeln.“ Ob die Steuererhöhung Anfang nächsten
Jahres einen Effekt habe, hänge vor allem von der allgemeinen
wirtschaftlichen Entwicklung im zweiten Halbjahr ab.
Unter dem Strich verbreiten Metzger und Kessler Optimismus: „Es
ist erstaunlich, dass diese Werte erreicht worden sind, obwohl
der Rohölpreis so hoch ist. Die Situation ist stabil.“ Dennoch
wertet die IHK die geplante Mehrwertsteuererhöhung negativ.
Für die weitere Entwicklung wäre es besser, wenn die
Bundesregierung stattdessen auf der Ausgabenseite sparen würde,
meinte Metzger. „Das wäre das beste Konjunkturprogramm.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 5. Mai von Heiko Fritze
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