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Über der Region scheint die Konjunktursonne

     
 
 

5.5.06


 

Gut gelaunt wie lange nicht mehr hat die IHK Heilbronn-Franken die Ergebnisse ihrer Konjunkturumfrage vorgelegt. Aus dem Silberstreif ist Sonnenschein geworden: Die Stimmung der Unternehmen in der Region ist auf dem besten Stand seit dem Jahr 2000.

Egal ob in der Industrie, am Bau oder im Einzelhandel - überall hat sich die Stimmung der Unternehmen im abgelaufenen Quartal nochmals aufgehellt. Einzig die Dienstleister haben ihre Euphorie etwas gedämpft, sind aber weiterhin guter Dinge. Das berichteten gestern IHK-Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger und der zuständige Geschäftsführer Helmut Kessler.

„Die Gesamtkonjunktur in der Region ist hervorragend“, sagte Metzger. „Sie wird vor allem getragen durch die Industrie.“ Die hatte in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres den Umsatz um 24,6 und den Export sogar um 34,1 Prozent gesteigert und auch die Belegschaftszahlen um 1,1 Prozent erhöht. Am deutlichsten war die Zunahme im Landkreis Heilbronn, was Metzger vor allem auf die gute Auslastung des Neckarsulmer Audi-Werks zurückführte.

Deutlich sei bei der Auswertung der 394 Fragebögen geworden, dass der Export nach wie vor der Konjunkturmotor sei: 48,6 Prozent der Industriebetriebe berichteten von steigendem Auslandsgeschäft. Doch nicht nur: 32,5 Prozent vermeldeten auch einen deutlichen Investitionsschub im Inland, von dem sie profitierten. Das gelte auch für die Baubranche, wo sich die Lage „nachhaltig verbessert“ hat: Die Geschäftserwartungen sind in Höhen gestiegen, die sie seit mehr als acht Jahren nicht mehr kannten, die Geschäftslage ist zumindest ausgeglichen - ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Vorjahresquartal.

Sorgenkind bleibt einzig der Einzelhandel, wo die Geschäftslage nach wie vor negativ ist. Doch auch hier hat die Stimmung den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren erreicht. „Dabei handelt es sich sicher auch um einen Vorzieheffekt vor der Erhöhung der Mehrwertsteuer“, meinte Metzger. „Wenn sich aber die Lage am Arbeitsmarkt bessert, dürfte dies das Verbraucherverhalten weiter ankurbeln.“ Ob die Steuererhöhung Anfang nächsten Jahres einen Effekt habe, hänge vor allem von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung im zweiten Halbjahr ab.

Unter dem Strich verbreiten Metzger und Kessler Optimismus: „Es ist erstaunlich, dass diese Werte erreicht worden sind, obwohl der Rohölpreis so hoch ist. Die Situation ist stabil.“ Dennoch wertet die IHK die geplante Mehrwertsteuererhöhung negativ. Für die weitere Entwicklung wäre es besser, wenn die Bundesregierung stattdessen auf der Ausgabenseite sparen würde, meinte Metzger. „Das wäre das beste Konjunkturprogramm.“

Quelle Heilbronner Stimme vom 5. Mai von Heiko Fritze

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