Die Bauarbeiten an der neuen Kolbenschmidt-Pierburg-Konzernzentrale
laufen auf Hochtouren - jetzt wird auch der Firmensitz des Automobilzulieferers
nach Neckarsulm verlegt.
Wenn die Verwaltung des Automobilzulieferers zum Jahreswechsel
einzieht, dann steht auch auf dem Briefkopf Neckarsulm: Gestern
hat die Hauptversammlung die Verlegung des Firmensitzes vom Rhein
an den Neckar beschlossen. Das ist zwar nur der juristische Vollzug
des physischen Firmenumzugs - und doch ist der Akt symbolträchtig. „Wir
unterstreichen damit die Bedeutung des Standortes, den wir auch
mit verschiedenen Investitionen gestärkt haben“, sagte
Vorstandschef Gerd Kleinert den in der Neckarsulmer Ballei versammelten
Aktionären.
„
Selbst als Heilbronner freue ich mich darüber neidlos“,
sagte Rechtsanwalt und Kleinaktionärssprecher Ulrich Gass.
Der Sitz war im Zuge der Übernahme der alten Kolbenschmidt
AG durch Rheinmetall und der Zusammenlegung mit Pierburg nach Düsseldorf
verlegt worden, jetzt ist das Unternehmen wieder zurück. Gleichzeitig
hat das Unternehmen, dessen Aktien zu 97 Prozent der Rheinmetall
AG gehören, das Papier vom Prime Standard in den General Standard
umgemeldet: Künftig gelten für die Kolbenschmidt Pierburg
AG entsprechend weniger scharfe Veröffentlichungspflichten.
Abseits der Kapitalmarktthemen ist das Geschäft des Automobilzulieferers
im vergangenen Jahr blendend gelaufen, wie Kleinert den Aktionären
berichtete. Dass das Unternehmen nach 70 Cent im vergangenen Jahr
jetzt 1,30 Euro Dividende ausschüttet, fand bei den Aktionärsvertretern
selbstredend Gefallen. Für Ulrich Gass sind das „höchst
erfreuliche Zahlen“. Das Unternehmen handle nach dem schwäbischen
Motto „Schaffe, Schaffe, Fabrikle baue.“ Der SdK-Sprecher
Herbert Wild lobte außer der Umsatzrendite ausdrücklich
auch den Personalaufbau am Standort Neckarsulm, wo etwa 100 zusätzliche
Arbeitsplätze entstanden sind.
Für das laufende Jahr stimmte Kleinert die Aktionäre
auf einen weiter wachsenden Umsatz ein - der Gewinn werde allerdings
voraussichtlich leicht rückläufig sein, weil das Unternehmen
weiter in die Internationalisierung und in Innovationen investieren
wolle. „Damit schaffen wir wesentliche Grundlagen, um die
hohen Renditeziele der kommenden Jahre zu realisieren“, sagte
Gerd Kleinert.
Quelle Heilbronner Stimme vom 5. Mai von Manfred Stockburger
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