Innerhalb von drei Jahren
ist der Umsatz von beyerdynamik in Heilbronn um 25 Prozent auf
nunmehr 26,2 Millionen Euro angewachsen - und
dieser Trend hält an. Ohne die Technik aus unserer Region
blieben viele sprachlos.
Hier gibt es sie noch, die Jobs für Handarbeiter: Wenn bei
Beyerdynamic Mikrofone und Kopfhörer hergestellt werden, setzen
Mitarbeiter die Hightech-Komponenten mit Hilfe von Lupe und Pinzette
zusammen. Moderne Maschinen stehen neben Veteranen, die für
die Einzelteil-Fertigung auch heute noch gebraucht werden. „Die
Losgröße eins ist einer unserer Pluspunkte“, sagt
Geschäftsführer Wolfgang Luckhardt: Wer will, kann sich
seinen Kopfhörer aus verschiedenen Komponenten, mit farbigen
Teilen und persönlichem Schriftzug zusammenstellen.
Trotz dieser Detailverliebtheit - das Umsatzwachstum geht vor allem
auf die strikte Neuausrichtung des Vertriebs zurück. „Durch
die Segmentierung haben wir uns besser auf die verschiedenen Kundengruppen
konzentrieren können“, erläutert Luckhardt. Vier
Bereiche hat er aufgebaut: Konferenzsysteme, Hifi-Kopfhörer,
Studiotechnik und Konzerttechnik. Das Angebot umfasst Mikrofone
für alle Gelegenheiten, digitale und analoge Dolmetschsysteme,
Kopfhörer für Hifi-Enthusiasten ebenso wie für Fernsehreporter.
Entsprechend liest sich die Liste der Objekte, die vergangenes
Jahr ausgestattet wurden: Die Zentrale der Deutschen Telekom AG,
der Bayrische Rundfunk, einige WM-Stadien, und auch die Dolmetschsysteme
bei der Auslosung für die Fußball-WM stammten von Beyerdynamic.
So weit das Inland. Im Ausland setzt Luckhardt auf große,
verlässliche Vertriebspartner, die auch das Produktportfolio
und die Innovationen bekannter machen. Derzeit spielen Großbritannien,
Frankreich, die Niederlande, die Schweiz und Russland beim Export
die wichtigste Rolle. China und Indien holen auf.
Aber auch in
Südamerika wird gerade aufgebaut - vergangenes Jahr startete
dort ein eigener Montagebetrieb, der Mikrofon-Komponenten aus Heilbronn
zusammensetzt.
Das soll aber nicht der Beginn von Produktionsverlagerungen sein,
stellt Luckhardt klar. „Wir wollen unsere Kernkompetenz-Produkte
und -Montage weiter hier machen“, sagt er. „Wir wollen
schließlich keine Massenware, sondern hochqualitative Produkte.“ Daher
werde eher noch mehr Personal in Heilbronn benötigt. Während
der Stammsitz Stück für Stück umgebaut wird, hat
das neue Service- und Logistikzentrum in Böckingen seinen
Betrieb aufgenommen. Seit aber die übernommene Firma Intercom
eingezogen ist, ist der Platz schon wieder zu eng. Zumal das Wachstum
weitergeht: Im ersten Quartal legte der Umsatz um satte 16 Prozent
zu, in jedem Geschäftsbereich sind neue Produkte in der Planung,
und inzwischen arbeiten 280 Beschäftigte in Heilbronn. Luckhardt
ist optimistisch: „Wir haben eine super Basis geschaffen,
um unsere Ziele umzusetzen.“
Quelle Heilbronner Stimme vom 6. Mai 2006 von Heiko Fritze
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