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Drei Wachstumsbranchen im Fokus

     
 
 

17.5.06


 

Nach dem Verkauf der Künzelsauer Fördertechnik-Sparte zum Jahreswechsel stellt sich die Waldenburger R. Stahl AG zurzeit neu auf. 2006 sieht Vorstandschef Martin Schomaker entsprechend als ein Jahr der Konsolidierung.

Die Umstellung der Bilanz auf den internationalen IFRS-Standard hat im Fall der Waldenburger R. Stahl AG massive Auswirkungen: Das Vorsteuer-Ergebnis vermindert sich bei einem Umsatz von 150 Millionen durch die Umstellung von 14,5 Millionen Euro (HGB) auf 5,1 Millionen Euro in der IFRS-Welt. Die Gründe hierfür liegen unter anderem darin, dass die außerordentlichen Aufwendungen für den Verkauf der Fördertechnik-Sparte nicht mit den Verkaufserlösen verrechnet werden dürfen, wie Schomaker bei der Bilanzpressekonferenz erklärte.
An der sehr soliden Situation des Unternehmens ändert dies indes nichts: Betrachtet man das Segment Explosionsschutz für sich, liegt das Vorsteuerergebnis für das Jahr 2005 auch nach IFRS bei 15,8 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt jetzt bei 37,8 Prozent, an liquiden Mitteln verfügen die Hohenloher jetzt über 49 Millionen Euro, der Börsenwert liegt derzeit bei etwa 200 Millionen Euro. „Das ist eine hervorragende Ausgangsbasis für die weitere Entwicklung des Unternehmens“, sagt Schomaker.

Auf dem Markt sieht sich das Unternehmen weiterhin gut aufgestellt - nicht zuletzt durch die Konzentration auf ein Geschäftsfeld. „Das Management muss jetzt morgens beim Duschen nur noch über eine Firma nachdenken“, sagte Schomaker. Ein Drittel des Umsatzes machen die Hohenloher mit Kunden aus der Chemiebranche, 20 Prozent mit der Pharmaindustrie und knapp 30 Prozent mit der Öl- und Gasbranche. „Das sind alles Wachstumsbranchen“, sagt Technikvorstand Peter Völker. Unter anderem wollen die Hohenloher auch am Biokraftstoff-Boom teilhaben. In den nächsten Jahren sollen bis zu 100 neue Anlagen gebaut werden, die Sprit aus nachwachsenden Rohstoffen produzieren. Dabei müssen explosionsgeschützte Produkte im Wert von etwa 100 Millionen Euro verbaut werden.

Der strategische Ausbau des Geschäftsfelds Explosionsschutz erfordere hohe Investitionen, sagte Schomaker. Unter anderem soll der Vertrieb in Osteuropa verstärkt werden. Um in den lokalen Märkten erfolgreicher zu werden, steht außerdem der Ausbau der Montagekapazitäten in Asien und Amerika auf dem Programm.

Die Umstellung der Bilanz auf IFRS wirkt sich auch auf den Verkaufspreis für die Fördertechniksparte aus, der jetzt mit rund 80 Millionen Euro in den Büchern steht. Die Erhöhung hat vor allem mit der höheren Bewertung der Pensionslasten zu tun, die als Teil der Transaktion an den neuen Eigentümer übergingen. Bisher war von 65 Millionen Euro die Rede gewesen.
Dass das operative Ergebnis der abgegebenen Sparte bei einem Umsatz von 119,2 Millionen auf eine Million Euro zurückgegangen ist, begründet Schomaker mit der Unsicherheit auf dem Markt, die der Verkauf mit sich gebracht habe

An der Börse sorgten die Zahlen nicht für Begeisterung: Gestern Nachmittag stand der Wert - wenngleich auf einem weiterhin hohen Niveau - bei 32 Euro mit knapp sechs Prozent im Minus.

Quelle Heilbronner Stimme vom 13. Mai
von Manfred Stockburger www.stimme.de

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