Nach dem Verkauf der
Künzelsauer Fördertechnik-Sparte
zum Jahreswechsel stellt sich die Waldenburger R. Stahl AG zurzeit
neu auf. 2006 sieht Vorstandschef Martin Schomaker entsprechend
als ein Jahr der Konsolidierung.
Die Umstellung der Bilanz auf den internationalen IFRS-Standard
hat im Fall der Waldenburger R. Stahl AG massive Auswirkungen:
Das Vorsteuer-Ergebnis vermindert sich bei einem Umsatz von 150
Millionen durch die Umstellung von 14,5 Millionen Euro (HGB) auf
5,1 Millionen Euro in der IFRS-Welt. Die Gründe hierfür
liegen unter anderem darin, dass die außerordentlichen Aufwendungen
für den Verkauf der Fördertechnik-Sparte nicht mit den
Verkaufserlösen verrechnet werden dürfen, wie Schomaker
bei der Bilanzpressekonferenz erklärte.
An der sehr soliden Situation des Unternehmens ändert dies
indes nichts: Betrachtet man das Segment Explosionsschutz für
sich, liegt das Vorsteuerergebnis für das Jahr 2005 auch nach
IFRS bei 15,8 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt jetzt
bei 37,8 Prozent, an liquiden Mitteln verfügen die Hohenloher
jetzt über 49 Millionen Euro, der Börsenwert liegt derzeit
bei etwa 200 Millionen Euro. „Das ist eine hervorragende
Ausgangsbasis für die weitere Entwicklung des Unternehmens“,
sagt Schomaker.
Auf dem Markt sieht sich das Unternehmen weiterhin gut aufgestellt
- nicht zuletzt durch die Konzentration auf ein Geschäftsfeld. „Das
Management muss jetzt morgens beim Duschen nur noch über eine
Firma nachdenken“, sagte Schomaker. Ein Drittel des Umsatzes
machen die Hohenloher mit Kunden aus der Chemiebranche, 20 Prozent
mit der Pharmaindustrie und knapp 30 Prozent mit der Öl- und
Gasbranche. „Das sind alles Wachstumsbranchen“, sagt
Technikvorstand Peter Völker. Unter anderem wollen die Hohenloher
auch am Biokraftstoff-Boom teilhaben. In den nächsten Jahren
sollen bis zu 100 neue Anlagen gebaut werden, die Sprit aus nachwachsenden
Rohstoffen produzieren. Dabei müssen explosionsgeschützte
Produkte im Wert von etwa 100 Millionen Euro verbaut werden.
Der strategische Ausbau des Geschäftsfelds Explosionsschutz
erfordere hohe Investitionen, sagte Schomaker. Unter anderem soll
der Vertrieb in Osteuropa verstärkt werden. Um in den lokalen
Märkten erfolgreicher zu werden, steht außerdem der
Ausbau der Montagekapazitäten in Asien und Amerika auf dem
Programm.
Die Umstellung der Bilanz auf IFRS wirkt sich auch auf den Verkaufspreis
für die Fördertechniksparte aus, der jetzt mit rund 80
Millionen Euro in den Büchern steht. Die Erhöhung hat
vor allem mit der höheren Bewertung der Pensionslasten zu
tun, die als Teil der Transaktion an den neuen Eigentümer übergingen.
Bisher war von 65 Millionen Euro die Rede gewesen.
Dass das operative Ergebnis der abgegebenen Sparte bei einem Umsatz
von 119,2 Millionen auf eine Million Euro zurückgegangen ist,
begründet Schomaker mit der Unsicherheit auf dem Markt, die
der Verkauf mit sich gebracht habe
An der Börse sorgten die Zahlen nicht für Begeisterung:
Gestern Nachmittag stand der Wert - wenngleich auf einem weiterhin
hohen Niveau - bei 32 Euro mit knapp sechs Prozent im Minus.
Quelle Heilbronner Stimme vom 13. Mai
von Manfred Stockburger
www.stimme.de
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