Nach einem guten Start
ins Jahr 2005 zeigte sich Audi-Vorstandschef Martin Winterkorn
bei der Hauptversammlung in Ingolstadt optimistisch.
Gestützt wird seine Zuversicht von einem Umsatzplus von 17,3
Prozent in den ersten vier Monaten dieses Jahres.
Der Absatz war im bisherigen Jahresverlauf um 12,1 Prozent auf
304 414 Fahrzeuge gestiegen. Der Umsatzanstieg auf 10,1 Milliarden
Euro zeigt, dass Audi mehr teure und besser ausgestattete Autos
verkauft hat. Eine große Rolle dürfte dabei auch der
große Erfolg des in Neckarsulm gebauten A6 gespielt haben.
Auch der A8 wuchs kräftig.
Winterkorn zu den Aussichten: „Wir erwarten, dass die wesentlichen
finanziellen Erfolgsgrößen inklusive Ergebnis in diesem
Jahr genauso gut ausfallen werden wie im Vorjahr.“ Angepeilt
wird dabei eine Kapitalrendite von zehn Prozent, 2005 waren es
noch 9,7 Prozent. Der Vorsteuergewinn hatte im Vorjahr den Rekordwert
von 1,3 Milliarden Euro erreicht. Der Absatz soll 2006 um sechs
Prozent steigen.
Winterkorn bekräftigte die großen Wachstumsziele von
einer Million verkauften Fahrzeuge bereits zum Ende 2008. Er setzt
dabei nicht nur auf Wachstum in neuen Märkten, sondern auch
auf „verdrängen, um nicht verdrängt zu werden“.
Diese Aussage zielt besonders auf den größeren Konkurrenten
BMW. Dort hatte man bisher Audi zumindest in der Öffentlichkeit
weitgehend ignoriert. Mittlerweile sind die Münchner aber
dünnhäutig geworden und reagieren zunehmend verärgert
auf den aggressiven Wachstumskurs von Audi. BMW sei beim Absatz „meilenweit
vor Audi“, hieß es zuletzt beispielsweise.
Außer dem Erschließen neuer Märkte betonte Winterkorn
die Notwendigkeit die Produktivität in den deutschen Werken
Neckarsulm und Ingolstadt zu steigern. „Zum einen senken
wir die Lohnstückkosten durch optimierte Produktionsabläufe
und flexible Arbeitszeiten.“ Ein gutes Mittel, um die Wertschöpfung
pro Fahrzeug zu steigern seien außerdem Sonderausstattungen: „Immer öfter
verkaufen wir exklusiv ausgestattete Fahrzeuge, die mehr als 200
000 Euro erzielen.
Zentraler Punkt des Wachstumskurses bleibt jedoch die Modelloffensive.
Vom Volumen am bedeutendsten ist dabei derzeit der sportliche Geländewagen
Q7. Auf aktuelle Spekulationen, dass der kleinere Bruder des Q7,
der Q5, ab 2008 in Ingolstadt gebaut werden soll, ging Winterkorn
gestern nicht ein. Dem Vernehmen nach hat Ingolstadt jedoch gute
Chancen, das Rennen gegen Bratislava zu machen - dort wird der
Q7 gebaut. Ein Q5 in Ingolstadt wäre auch für Neckarsulm
eine gute Nachricht, dadurch wird die kommende Drehscheibe der
deutschen Werke gestärkt. Das sicherlich erheblich größere
Volumen des Q5 kann in Bayern nur gebaut werden, wenn Produktionsspitzen
vor allem beim A4 nach Neckarsulm verlagert werden können.
Bei den guten Aussichten zeigten sich auch die Kleinaktionärsvertreter äußerst
zahm. Sie plädierten allerdings für eine höhere
Dividende. Außerdem solle Audi aus „den Klauen der
Konzernmutter VW entlassen werden. Die brauchte allerdings zuletzt
die Gewinnüberweisung von Audi dringend. Trotzdem wurden im
Mai 21,7 Millionen Euro Erfolgsbeteiligung an die Beschäftigten
ausgeschüttet. Die erweiterte Mitarbeiterbeteiligung war in
der neuen Betriebsvereinbarung definiert worden.
Quelle Heilbronner Stimme vom 18.05.2006
von Jürgen Strammer
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