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Höchste deutsche Sportfunktionäre aus Heilbronn-Franken

     
 
 

22.5.06


 

Der deutsche Sport hat sich unter einem Dach vereint. Bei der konstituierenden Sitzung wurden der Fechter Dr. Thomas Bach und Reck-Weltmeister Eberhard Gienger ins Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gewählt. Beide haben ihre Heimat in Heilbronn-Franken.

Zu ihrem ersten Präsidenten wählte die Mitgliederversammlung Thomas Bach. Dem 52 Jahre alten Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim und Vizepräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wird am ehesten zugetraut, die Kräfte des deutschen Sports zu bündeln und nach außen hin zu vertreten.

Mit der Verschmelzung endete eine Nachkriegsära des deutschen Sports. Das NOK war 1949, der DSB 1950 gegründet worden. Da der DOSB auch als NOK wirkt, muss er noch vom IOC offiziell anerkannt werden. Nach der Fusion, die am 10. Dezember in Köln von DSB und NOK mit Dreiviertel-Mehrheiten beschlossen worden war, ist in der Frankfurter Paulskirche ein Festakt mit Gastreden von Bundeskanzlerin Angela Merkel und IOC-Präsident Jacques Rogge angesetzt.

Bach erhielt in geheimer Abstimmung 372 Ja- und 51 Nein-Stimmen. Nur 249 Voten entfielen auf den Vizepräsidenten Leistungssport Eberhard Gienger, der 125 Nein-Stimmen bei 18 Enthaltungen hinnehmen musste. Der Ex-Weltmeister im Turnen und Bundestagsabgeordnete hatte im Vorfeld der Vereinigung Kritik durch unklare Aussagen zum Doping auf sich gezogen. Sein schwaches Einzelergebnis ist auch als Denkzettel dafür zu werten, dass die Findungskommission von DSB und NOK nur jeweils einen Kandidaten für die einzelnen Ressortämter vorgeschlagen hatte. Das bezeichneten Kritiker als undemokratisch.

Als weitere Vizepräsidenten wurden Walter Schneeloch für den Breitensport, Hans-Peter Krämer für Wirtschaft und Finanzen, Gudrun Doll-Tepper für Bildung und Olympische Erziehung und Ilse Ridder-Melchers für Frauen und Gleichstellung gewählt. Als ex-offizio-Mitglied zieht der ehemalige NOK-Präsident Walther Tröger in seiner Eigenschaft als IOC-Mitglied in das zehnköpfige Präsidium ein. Zuvor waren auf Vorschlag von Bach der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen R. Thumann, und der Theater-Regisseur Thomas Langhoff als 3 von 15 Persönlichen Mitgliedern in den DOSB berufen worden.

In ihren Abschiedsreden als Präsidenten des DSB und NOK hoben Manfred von Richthofen und Klaus Steinbach die Bedeutung des 20. Mai für den deutschen Sport hervor. «Mit dem neuen Dach schaffen wir zeitgemäße Voraussetzungen zur Bewältigung größer werdender Aufgaben. Nicht ohne Grund habe ich ein Jahrzehnt immer wieder dafür gekämpft», sagte von Richthofen, der knapp zwölf Jahre den DSB anführte hatte und als einer der Pioniere der Vereinigung gilt. Er wurde zum DOSB-Ehrenpräsident gewählt.

Steinbach, der 2002 Tröger als NOK-Präsident abgelöst hatte, sprach von der «Stunde des Aufbruchs» und meinte mit Blick auf den auf den Tag genau vor zehn Jahren gestorbenen Willi Daume und seine anderen Vorgänger: «Ich bin sicher, dass dieses olympische Erbe im DOSB weiterleben wird.» Steinbach bleibt nun nur noch die Persönliche Mitgliedschaft im neuen Dachverband. Ehrenmitgliedschaften gingen an die langjährigen Vizepräsidenten von DSB und NOK, Ulrich Feldhoff und Dieter Graf Landsberg-Velen.

Quelle: http://www.rhein-main.net

 
         
         
 
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