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EBM-Papst spürt kräftigen Rückenwind

     
 
 

22.5.06


 

In diesem Jahr will der Mulfinger Motoren- und Ventilatorenbauer EBM-Papst die Umsatzmilliarde knacken. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben die Hohenloher mit einem Umsatzplus von 12,7 Prozent auf 950 Millionen Euro eine gute Ausgangsposition dafür erreicht.

„Wir schieben zurzeit eine Bugwelle an Aufträgen vor uns her“, sagt der mittlerweile 71-Jährige EBM-Papst-Chef Gerhard Sturm. „Für die gibt es zwar keine logische Erklärung. Aber wenn sie nicht abebbt, dann müssten wir über die Milliarde kommen.“ Quer durch alle Branchen, die EBM-Papst-Produkte einsetzen, spüren die Mulfinger seit dem vergangenen Herbst eine deutlich gestiegene Nachfrage - im ersten Halbjahr des abgelaufenen Geschäftsjahres 2004/05 waren die Zahlen dagegen noch leicht unter Plan gewesen.

Um die Nachfrage bedienen zu können, hat das Unternehmen seit November wie berichtet 150 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Eine besonders hohe Nachfrage verspürt EBM-Papst zurzeit von Zulieferern der Investitionsgüterindustrie, dem Maschinenbau und auch der Telekommunikations- und Computerbranche. „Wir sind in allen drei Kernbereichen gut ausgelastet.“ Dass auch das Stammwerk in Mulfingen profitiert, macht der deutlich überdurchschnittliche Umsatzzuwachs deutlich, der dort erreicht wurde: Nach 334 Millionen Euro wurden dort im abgelaufenen Geschäftsjahr 372 Millionen Euro umgesetzt.

Dass sich die Chefetage dennoch nicht in Hurra-Rufen ergeht, liegt an der Sorge um den privaten Verbraucher. „Der Konsument ist gut gelaunt im Moment“, sagt Geschäftsführer Thomas Philippiak. Aktuell liege der Auftragseingang um 35 bis 40 Prozent über Vorjahr. „Aber wie lange noch?“ Obwohl das Unternehmen im vergangenen Jahr - auch in Mulfingen - eine Menge investiert hat, ist Philippiak skeptisch, was die Zukunft des Standorts Deutschland angeht: „Ich glaube, dass wir die guten Mittelständler, um die uns die Welt beneidet, verlieren werden.“

Globalisierung ist auch für die Hohenloher ein Muss: So arbeitet EBM-Papst derzeit an einer zweiten Produktionsstätte in China. „Wenn wir auf dem chinesischen Markt etwas verkaufen wollen, dann müssen wir schon aus Kostengründen dort produzieren“, sagt Gerhard Sturm. Aber auch in Deutschland wird weiter investiert. Und zwar nicht nur in die Entwicklung, auch wenn die Aufwendungen im abgelaufenen Jahr von 15,6 auf 17,8 Millionen Euro erhöht wurden. Unter anderem steht der Ausbau der Logistik an.

Noch immer ist die Auflösung der Zusammenarbeit mit der Künzelsauer Ziehl-Abegg AG ein Thema in Mulfingen. Etwa deswegen, weil dadurch Investitionen in den Vertrieb notwendig geworden sind. In einigen Ländern steht der Aufbau getrennter Vetriebsgesellschaften noch aus. „Aber am Ende wird uns das stärker machen“, sagt Geschäftsführer und IHK-Präsident Thomas Philippiak.

Was den Hohenlohern derzeit gelegentlich die Lust am Arbeiten nimmt, sind die Rohstoffpreise: Kupfer koste statt zwei Euro jetzt 5,85 pro Kilo, sagt Sturm. Aluminium 2,85 statt 1,50. „Bei einem 150-Euro Produkt hatten wir eine Materialkostensteigerung um 18 Euro.“ Auf Hochtouren laufen deswegen die Anstrengungen, so wenig wie möglich der teuren Rohstoffe in die Produkte zu verarbeiten.

Der Ölpreis wirkt indes doppelt: „Der ist zum Lachen und zum Weinen.“ Hohe Energiekosten verteuern zwar die eigene Produktion, andererseits ergeben sich neue Absatzchancen für die von EBM-Papst propagierte energiesparende EC-Technologie - sogar in den USA, wie Gerhard Sturm berichtet: „Da haben wir gerade 1200 Einheiten verkauft, obwohl sie dreimal so viel kosten wie die konventionellen Motoren.“

Quelle Heilbronner Stimme vom 22.05.2006 von Manfred Stockburger
Siehe www.stimme.de

Weitere Informationen unter

www.ebm-papst.com

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