Die Eppinger Dieffenbacher-Gruppe
hat im vergangenen Jahr ihren Umsatz um fast ein Drittel auf 232
Millionen Euro gesteigert und
damit eine neue Rekordmarke gesetzt. Auch das Ergebnis ist das
beste in der Firmengeschichte.
Der Kraichgauer Anlagenbauer strotzt vor Kraft: „Wir sind übervoll
ausgelastet bis in den Januar 2007“, erklärte Dieffenbacher
gestern bei der ersten Jahrespressekonferenz in der Firmengeschichte.
Im neuen Jahr haben die Eppinger bereits 20 neue Stellen geschaffen,
um die Aufträge abzuarbeiten. Weltweit beschäftigt die
Firmengruppe derzeit rund 900 Mitarbeiter, fast 90 Prozent davon
in Deutschland und 520 davon am Hauptsitz in Eppingen.
In dem „sehr guten“ Zahlenwerk spiegelt sich insbesondere
die weltweit große Nachfrage nach Spanplatten-Fabriken wider,
die von den Eppingern projektiert und gebaut werden. Etwa drei
Viertel des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen in dieser Sparte.
Jeweils ein Drittel der Aufträge kamen im vergangenen Jahr
aus Europa, Asien und Nordamerika, was Dieffenbacher deutlich lieber
ist als die regionale Verteilung der Aufträge aus dem Jahr
2004, als 40 Prozent der Bestellungen aus China kamen. Auch wenn
dieser Boom etwas abgeebbt ist, liefert Eppingens größter
Arbeitgeber nach wie vor Anlagen nach China - und achtet genau
darauf, kein Knowhow abzugeben. Deswegen wird das kleine Montagewerk,
das dort zurzeit aufgebaut wird, eine 100-Prozent-Tochter sein. „In
China gibt es mehr intelligente Leute, als wir Bevölkerung
haben“, bringt es der technische Geschäftsführer
Werner Hoffmann auf den Punkt.
Mittelfristig rechnet Dieffenbacher mit einer Sättigung des
Marktes bei den Holzplatten-Anlagen: „Da wird es etwas langsamer
werden.“ In den nächsten Jahren hat er aber noch Zuwächse
eingeplant, die zum Teil auch schon mit Aufträgen unterlegt
sind.
Weniger zufrieden ist das Unternehmen mit der Entwicklung im Bereich
der Anlagen für die Metallumformung. Hier will das Unternehmen
stärker wachsen, um unabhängiger von der Holzindustrie
zu werden. Im Automobilbereich werden die Eppinger Pressen vor
allem im Versuch und in der Kleinserienfertigung eingesetzt. Hier
sieht Dieffenbacher mittelfristig weiteres Potenzial für sein
Unternehmen.
Zahlen & Fakten
Umsatzplus: Das rasante Umsatzplus von 31 Prozent auf 232 Millionen
Euro erklärt sich teilweise daraus, dass die Projekte erst
dann in die Bücher genommen werden, wenn sie komplett abgenommen
sind. Mit 232 Millionen Euro liegen die Eppinger allerdings auch
15 Prozent über dem bisherigen Umsatzrekord aus dem Jahr 2002.
Danach hatte die Absatzflaute in den USA nach dem 11. September
für ein deutliches Minus gesorgt.
Weiteres Wachstum: Für das laufende Jahr hat sich die Dieffenbacher-Gruppe
ein weiteres Wachstum vorgenommen auch beim Gewinn. Wolf-Gerd Dieffenbacher: „Im
Holzbearbeitungsmaschinenbau wird es eine weitere Konsolidierung
geben.”
Neue Märkte: Auch aus Stroh lassen sich Platten herstellen,
aus denen man ganze Häuser bauen kann. In Europa sieht Dieffenbacher
dafür zwar keinen großen Markt, anderswo schon. „Das
ist überall dort interessant, wo Holz knapp ist”, erklärt
Geschäftsführer Werner Hoffmann. Mit zwei Kunden im Nahen
Osten laufen bereits konkrete Gespräche. Auch Zuckerrohrabfälle
lassen sich zu Spanplatten verarbeiten.
Quelle Heilbronner Stimme vom 24. Mai 2006 von Manfred Stockburger
www.stimme.de
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