Getrag macht mit seinem
neuen Doppelkupplungsgetriebe Ernst: Zusammen mit der Robert Bosch
GmbH wird der Untergruppenbacher Getriebehersteller
Hybridsysteme mit der neuen Getriebetechnik entwickeln. Das kündigten
beide Unternehmen gestern an. Die Arbeiten würden in diesen
Tagen aufgenommen.
Energie sparend fahren und schalten - das soll die neue Technologie
ermöglichen, die Getrag und Bosch gemeinsam entwickeln wollen.
Ein entsprechender Kooperationsvertrag ist soeben unterschrieben
worden, teilten beide Unternehmen mit. Genau genommen sollen so
genannte Parallelhybridsysteme entwickelt werden, die elektrisch
erzeugten Antrieb direkt auf die Achsen der Autos wirken lassen.
Dabei erlaubt das Doppelkupplungsgetriebe eine energieeffiziente
automatisierte Schaltung.
Getrag und Bosch sind optimistisch, dass diese Technik stark nachgefragt
werden wird: „Wir prognostizieren ein Produktionsvolumen
von bis zu 2,4 Millionen Getrieben“, sagte Tobias Hagenmeyer,
Präsident der neu gegründeten Getrag Corporate Group.
Unter ihr sind künftig alle Getrag-Tochterfirmen zusammengefasst.
Derzeit produziert der Konzern insgesamt drei Millionen Getriebe
pro Jahr, mit der neuen Technologie sollen es bis 2015 etwa 5,5
Millionen werden, sagte Hagenmeyer. Wo die Doppelkupplungsgetriebe
letztlich hergestellt werden, ob in Deutschland oder an ausländischen
Standorten, wurde gestern nicht mitgeteilt. Bereits im nächsten
Jahr soll aber die Fertigung aufgenommen werden, berichtete Getrag-Sprecherin
Karin Burgmer.
Unterdessen steht das vor einem halben Jahr vereinbarte Joint Venture
mit dem Autohersteller Jiangling vor dem Start: Spätestens
im Juli soll in den drei Werken in Nanchang, Ganzhou und Yudu im
Südosten Chinas die Produktion starten. In den bislang zu
Jiangling gehörenden Werken sind etwa 2400 Mitarbeiter beschäftigt.
500 000 manuelle und automatisierte Schaltgetriebe sowie 1,7 Millionen
Getriebeteile soll die Gemeinschaftsfirma pro Jahr herstellen.
Ein neues Logo, eine neue Farbe und ein neues Dach hat sich die
Unternehmensgruppe gegeben: Künftig herrscht die Farbe Rotbraun
statt Grünblau vor, und als Dachgesellschaft wurde die Getrag
Corporate Group ins Leben gerufen. Deren Führungsteam besteht
aus Tobias Hagenmeyer (Präsident), Dieter Schlenkermann und
Hans-Jürgen Förster (Getrag-Gruppe) sowie Mihir Kotecha
(Getrag Ford Transmissions). Unter ihr sind die insgesamt 14 Einzelunternehmen
der beiden Unternehmen vereint. Zusammen erzielten sie im abgelaufenen
Jahr einen Umsatz von 2,31 Milliarden Euro, stellten drei Millionen
Getriebe und 800 000 Achsgetriebe her und beschäftigten 10
065 Mitarbeiter. Davon entfielen auf die Getrag-Gruppe mit Sitz
in Untergruppenbach 1,32 Milliarden Euro beim Umsatz, 1,1 Millionen
Getriebe und sämtliche Achsgetriebe sowie 6187 Mitarbeiter.
2004 lag der Umsatz noch bei 2,42 Milliarden Euro und die Mitarbeiterzahl
bei 10 600.
Quelle Heilbronner Stimme vom 3. Juni 2006 von Heiko Fritze www.stimme.de
Weitere Informationen unter
|