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Württemberger feilen mit Erfolg am Trollinger-Profil

     
 
 

6.6.06


 

Auf der Suche nach einem klaren Trollinger-Profil sind die Wengerter in den vergangenen Jahren ein gutes Stück weiter gekommen. Jetzt stellte Verein Württemberger Weingüter 67 Exemplare des schwäbischen Nationalgetränks in der Heilbronner Wein-Villa vor.

Auf der Suche nach einem klaren Trollinger-Profil sind die Wengerter in den vergangenen Jahren ein gutes Stück weiter gekommen. So der einmütige Tenor einer Jury aus 16 Kennerköpfen, die auf Einladung des Vereins Württemberger Weingüter 67 Exemplare des schwäbischen Nationalgetränks testete. Am Freitag stellte der von Peter Mayer aus Bad Cannstatt geführte Verein in der Heilbronner Wein-Villa die sechs Sieger des neunten Trollinger-Wettbewerbs vor.

Platz eins und zwei stammen aus Stuttgart: von der oft gelobten Weinmanufaktur Untertürkheim und vom eher unbekannten Weingut R.+W. Diehl. Die folgenden Plätze belegt das Unterland: Die als Lemberger-Experten bekannten Weingärtner Brackenheim wurden Dritter, mit einer „ganz normalen Literflasche“, so Kellermeister Friedrich Hammel, Dritter. Das Heilbronner Weingut Drautz-Hengerer profilierte sich als einmal mehr als ambitionierter Trollinger-Betrieb. Die auffallend hohe Qualitätsdichte des Zabergäu unterstreichen der Jupiter-Weinkeller Hausen und die Nordheimer Kellerei Willy.

Auf der 20-Punkte-Skala gab die von Dr. Dieter Blankenhorn (Staatsweingut Weinsberg) geleitete Jury den Siegern 15 bis 15,5 Punkte. Die Preisspanne reicht von 4,50 bis 5,10 Euro. Anders als in den Vorjahren zeigte keiner der Weine Holznoten. Im Alkoholgehalt lag nur einer über 12,5 Volumenprozent. Alle Gewinner wuchsen im Jahr 2005, das Organisator Jürgen Müller wegen kerngesunden Leseguts und früh durchgefärbter Trauben als „idealen Trollinger-Jahrgang“ bezeichnete.

Ein „wahrer Trollinger“ zeichnet sich durch Frucht, Frische und Kernigkeit aus, so Jürgen Off aus Untertürkheim. „Er muss Gelüste auf weitere Schlücke machen“, wusste Rainer Diehl, „und zwar zu jedem Zeitpunkt des Tages“, betonte Günter Willy. „Trollinger sind dick und rot, man trinkt‘s zur Lust und nicht zur Not.“ So zitierte Hartmut Reiner aus Hausen eine frühe Charakterisierung aus dem Jahr 1586.

Die Sorte hat ihre Wurzeln in Norditalien, wo sie Sciava und Vernatsch heißt. So leitet sich der Namen aus „Tirolinger“ ab. Weil sie unkomplizierte Tropfen hervor bringt, die nicht dem Profil internationaler Rotweine entsprechen, aber auch weil sie oft in übermäßigen Mengen gewonnen wurde, war es um ihr Image in Fachkreisen vor Jahren nicht gut bestellt. „Um dagegen zu halten“, so Peter Mayer, initiierte sein Verein Mitte der 90er, damals noch unter Martin Heinrich aus Heilbronn, einen Wettbewerb. Über die Jahre hinweg habe er das allgemeine Qualitätsniveau und somit auch das Image erheblich gesteigert. Als regionaltypische Sorte erzielt Trollinger inzwischen trotz aller Unkenrufe sogar außerhalb der Region Zuwachsraten.

Quelle Heilbronner Stimme vom 3. Juni 2006 von Kilian Krauth

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