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Neckarsulmer Diesel für Le Mans

     
 
 

15.6.06


 

„ Diesel ist für uns eine Verpflichtung“, sagt Ulrich Baretzky, Leiter der Abteilung Sport- und Sondermotoren im Neckarsulmer Audi-Werk. Und natürlich auch eine technologische Herausforderung, mit der das Unternehmen seine kaum zu überbietende Dominanz bei dem französischen Rennklassiker noch übertreffen möchte.

Mit einem Sieg würde Audi ein neues Kapitel in der Rennsportgeschichte aufschlagen. Für Motorsportchef Wolfgang Ullrich ist das R10 TDI-Projekt gar „die größte Herausforderung, die je an Audi Sport gestellt wurde“. Um 17 Uhr am Sonntag ist klar, ob sich die Entwicklungsarbeit gelohnt hat.

Die Neckarsulmer Motorenentwickler haben nämlich eine Menge getan in den vergangenen Monaten. „Da kommt jetzt alles zum Einsatz, worauf der Dieselmotor 80 Jahre lang warten musste“, sagt Baretzky, der davon einen kräftigen Technologieschub erwartet.

„ Was wir hier machen, kommt schon bald in der Serie an. Das ist der Unterschied zwischen dem, was wir machen, und der Formel 1.“ Von außen sieht der Supersportwagen R8, von dem in Neckarsulm derzeit die ersten Vorserienexemplare gebaut werden, seinem Le-Mans-Vorbild zwar nicht wirklich ähnlich. Der Motor stammt aber von Baretzkys Leuten. Vor Jahresfrist war er beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans noch im Einsatz. Bei der Entwicklung der 650-PS-Maschine haben sich die Sportmotorenbauer eng mit Entwicklern der Serien-TDI-Motoren ausgetauscht.

Die erste Überraschung ist Audi mit dem Zwölfzylinder schon gelungen: „Bei einem Test in Amerika haben die Leute mit offenem Mund dagestanden und gestaunt“, erzählt Baretzky. „Weil der R10 so leise ist. Da raucht nichts, es klappert nix, es nagelt nix und der Motor klingt schön.“ Auch den Audi-Fahrer Marco Werner hat das überrascht: „Das Auto ist so leise, dass man nur den Wind hört - und andere Fahrzeuge“, erzählt er begeistert.

Subaru fährt in der Eifel mit Bioethanol aus Heilbronn

Die Audianer sind zuversichtlich vor dem Rennen. Aber: „Es gibt 1000 Gründe, nicht anzukommen. Der Motor ist nur einer davon“, sagt Baretzky, der alles daransetzt, ein Diesel-Image nicht zu zerstören: „Ein Ottomotor darf kaputtgehen. Ein Diesel nicht.“ Auch sonst muss alles rund laufen, wenn es fürs Podium reichen soll: „Wer repariert, hat verloren.“ Trotzdem sind die Neckarsulmer auch in dieser Disziplin fix: Ein neuer Anlasser kostet die Boxen-Mannschaft jedenfalls im Training gerade mal 25 Sekunden.

Im Schatten von Le Mans findet am Wochenende auch auf dem Nürburgring in der Eifel ein 24-Stunden-Rennen statt. Dort ist die Heilbronner Firma Brüggemann Alcohol zugange - als Spritlieferant.

Angetrieben wird mit dem zu 85 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnenen Sprit ein Subaru des Stuttgarter Teams At-Track. Der Brüggemann-Kraftstoff, der unter der Eigenmarke Bio-Formula 85 vertrieben wird, ist speziell für so genannte Flexible-Fuel-Fahrzeuge gedacht , wie sie etwa von Ford und Saab angeboten werden.

Das komplette Le- Mans-Rennen wird am Samstag vom Bezahl-Sender Premiere übertragen und vom Satelliten-Kanal Motors TV. Zahlreiche andere Fernsehsender planen ausführliche Reportagen. Heute und morgen steht das Qualifying auf dem Programm. Am Freitag haben die Fahrer einen Tag Pause.

Quelle Heilbronner Stimme vom 14. Juni von Manfred Stockburger www.stimme.de

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