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Diesel ist für uns eine Verpflichtung“, sagt Ulrich Baretzky,
Leiter der Abteilung Sport- und Sondermotoren im Neckarsulmer Audi-Werk.
Und natürlich auch eine technologische Herausforderung, mit
der das Unternehmen seine kaum zu überbietende Dominanz bei
dem französischen Rennklassiker noch übertreffen möchte.
Mit einem Sieg würde Audi ein neues Kapitel in der Rennsportgeschichte
aufschlagen. Für Motorsportchef Wolfgang Ullrich ist das R10
TDI-Projekt gar „die größte Herausforderung, die
je an Audi Sport gestellt wurde“. Um 17 Uhr am Sonntag ist
klar, ob sich die Entwicklungsarbeit gelohnt hat.
Die Neckarsulmer Motorenentwickler haben nämlich eine Menge
getan in den vergangenen Monaten. „Da kommt jetzt alles zum
Einsatz, worauf der Dieselmotor 80 Jahre lang warten musste“,
sagt Baretzky, der davon einen kräftigen Technologieschub erwartet.
„
Was wir hier machen, kommt schon bald in der Serie an. Das ist der
Unterschied zwischen dem, was wir machen, und der Formel 1.“ Von
außen sieht der Supersportwagen R8, von dem in Neckarsulm derzeit
die ersten Vorserienexemplare gebaut werden, seinem Le-Mans-Vorbild
zwar nicht wirklich ähnlich. Der Motor stammt aber von Baretzkys
Leuten. Vor Jahresfrist war er beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans
noch im Einsatz. Bei der Entwicklung der 650-PS-Maschine haben sich
die Sportmotorenbauer eng mit Entwicklern der Serien-TDI-Motoren
ausgetauscht.
Die erste Überraschung ist Audi mit dem Zwölfzylinder schon
gelungen: „Bei einem Test in Amerika haben die Leute mit offenem
Mund dagestanden und gestaunt“, erzählt Baretzky. „Weil
der R10 so leise ist. Da raucht nichts, es klappert nix, es nagelt
nix und der Motor klingt schön.“ Auch den Audi-Fahrer
Marco Werner hat das überrascht: „Das Auto ist so leise,
dass man nur den Wind hört - und andere Fahrzeuge“, erzählt
er begeistert.
Subaru fährt in der Eifel mit Bioethanol
aus Heilbronn
Die Audianer sind zuversichtlich vor dem Rennen. Aber: „Es
gibt 1000 Gründe, nicht anzukommen. Der Motor ist nur einer
davon“, sagt Baretzky, der alles daransetzt, ein Diesel-Image
nicht zu zerstören: „Ein Ottomotor darf kaputtgehen. Ein
Diesel nicht.“ Auch sonst muss alles rund laufen, wenn es fürs
Podium reichen soll: „Wer repariert, hat verloren.“ Trotzdem
sind die Neckarsulmer auch in dieser Disziplin fix: Ein neuer Anlasser
kostet die Boxen-Mannschaft jedenfalls im Training gerade mal 25
Sekunden.
Im Schatten von Le Mans findet am Wochenende auch auf dem Nürburgring
in der Eifel ein 24-Stunden-Rennen statt. Dort ist die Heilbronner
Firma Brüggemann Alcohol zugange - als Spritlieferant.
Angetrieben
wird mit dem zu 85 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnenen
Sprit ein Subaru des Stuttgarter Teams At-Track. Der Brüggemann-Kraftstoff,
der unter der Eigenmarke Bio-Formula 85 vertrieben wird, ist speziell
für so genannte Flexible-Fuel-Fahrzeuge gedacht , wie sie etwa
von Ford und Saab angeboten werden.
Das komplette Le- Mans-Rennen wird am Samstag vom Bezahl-Sender Premiere übertragen
und vom Satelliten-Kanal Motors TV. Zahlreiche andere Fernsehsender
planen ausführliche Reportagen. Heute und morgen steht das Qualifying
auf dem Programm. Am Freitag haben die Fahrer einen Tag Pause.
Quelle Heilbronner Stimme vom 14. Juni von Manfred Stockburger www.stimme.de
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