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Kärcher setzt auf den Standort Hohenlohe

     
 
 

15.6.06


 

Das Geschäft mit der Sauberkeit brummt. Mit konsequenten Investitionen in seine deutschen Standorte baut der Reinigungstechnik-Spezialist Kärcher seine weltweite Position aus. Zurzeit erweitert die Firma ihre Werke im Bühlertal hinter Schwäbisch Hall für fünf Millionen Euro.

Geräte wie die Hochdruckreiniger sind prädestiniert für Billiglohnländer - könnte man meinen. Kärcher geht einen anderen Weg. Mit Erfolg: Seit auf der Packung des 49-Euro-K2 „Made in Germany“ aufgedruckt ist, laufen die Geschäfte noch besser - übrigens in ganz Europa, wie Hartmut Jenner, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Firma aus Winnenden, erzählt.

Der neue Produktionsrekord im Werk Bühlertann, wo im März erstmals mehr als 450 000 der Kleingeräte hergestellt wurden, spricht eine deutlich Sprache. Durch den Anbau soll die hoch automatisierte Fertigung noch effizienter werden: Bisher wurden die gelben Spritzgussteile quer über den Standort gefahren und eingelagert. Künftig liegen Gießerei, Montage und der Versand direkt nebeneinander. In zweieinhalb Jahren soll sich die Investition bezahlt gemacht haben.

Auch beim zweiten Investitionspaket, das die Schwaben für das Bühlertal geschnürt haben, geht es um mehr Effizienz: Das Werk Obersontheim bekommt ein Produktionsversorgungshalle. Bisher seien die Einzelteile für die dort gefertigten Kehrmaschinen an zahllosen externen Lagerstandorten zwischengelagert worden, bis sie wieder an die Montagelinie transportiert wurden. Mit der Investition sollen die Abläufe vereinfacht und Platz für Wachstum geschaffen werden. Ein Personalabbau ist in Folge der Effizienzsteigerung nicht geplant, wie viele neue Stellen entstehen, sei aber noch offen, sagt Jenner. Bis zu 20 neue Stellen seien möglich.

„ Unser Asset sind die Menschen“, sagt Hartmut Jenner. 950 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen an den Standorten im Kreis Schwäbisch Hall - in der Saison kommen bis zu 450 Leiharbeiter hinzu. „Die Leute sind gut qualifiziert, fleißig und sehr loyal“, sagt Jenner. Und: „Die Lohnstückkosten sind nicht schlechter.“

Deshalb engagiert sich das Unternehmen so weit wie möglich in Deutschland. Hier beschäftigt Kärcher auch 2900 der weltweit gut 6000 Mitarbeiter. „Natürlich produzieren wir auch im Ausland“, sagt Jenner. In der Regel allerdings dann, wenn es die Nähe zum Markt erfordert. „Es macht keinen Sinn, eine schwere Kehrmaschine von hier in die USA zu transportieren. Mit dem Schiff braucht das sechs Wochen - so lange wartet kein Kunde.“ Trotz eines Exportanteils von rund 80 Prozent werde etwa die Hälfte der Wertschöpfung in Deutschland erbracht.

Was ist das Geheimnis des Erfolgs? „Wir haben knallhart in unsere Märkte investiert“, sagt Jenner. Etwa ein Drittel der Beschäftigten sind Vertriebsleute - obwohl das Unternehmen jedenfalls an Endverbraucher nur über den Fachhandel verkauft. Allein in Frankreich sind 380 Verkäufer für die Gelben unterwegs, in England sind es 200. Wachstum verspricht er sich von Osteuropa - und von Japan. „Das ist ein Riesenpotenzial für uns.“ Trotzdem, sagt Jenner: „Wir sind allergisch gegen Overhead-Kosten.“ Der Verwaltungsapparat wird so schlank wie möglich gehalten.

Wichtig ist außerdem Geschwindigkeit: Um besser zu bleiben als die Kopien, belässt er alles wichtige Knowhow im Hause. Und: 82 Prozent aller Produkte im Kärcher-Sortiment-sind jünger als vier Jahre.

Quelle Heilbronner Stimme von Manfred Stockburger www.stimme.de

 
         
         
 

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