Minister Frankenberg: „Region kann aufholen“ 30 Prozent mehr junge Menschen drängen in die Hochschulen. Dann kommt 2012 auch noch der doppelte Abiturjahrgang. In einer IHK-Konferenz schmiedeten Vertreter aus Wirtschaft und Hochschule Zukunftspläne für die Region Heilbronn-Franken. Die Bereitschaft der Unternehmen ist groß, die regionalen Hochschulen zu unterstützen.
Jedes zweite Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken will in den nächsten zehn Jahren mehr Akademiker einstellen. Das ist die gute Nachricht für die künftigen Abiturienten. Am meisten gefragt sind Ingenieure der Fachrichtungen Mechatronik, Elektronik und Maschinenbau. Internationale Betriebswirtschaft und International Business liegen an fünfter und sechster Stelle in einer Umfrage, die die IHK Heilbronn-Franken jetzt bei ihren Mitgliedsfirmen durchführte.
Die Bereitschaft ist groß, die regionalen Hochschulen zu unterstützen, zehn Unternehmen wollen mit Stiftungsgeld, sieben mit Stiftungsprofessuren den Ausbau der akademischen Ausbildung lokal forcieren. Auch Kooperation mit Praktika, Diplomarbeiten und Lehrbeauftragten wird versprochen.
Beeindruckt zeigte sich Professor Peter Frankenberg von der soliden Vorbereitung der Hochschulkonferenz in unserer Region. Der Wissenschaftsminister reist zurzeit durchs Land, zwölf derartige Versammlungen stehen an. Doch bisher keine Region war mit Umfrage und präzisen Vorschlägen zum Hochschulausbau so präsent wie Heilbronn-Franken. Das Land plant bis 2012 zwischen 16 000 und 22 000 neue Studienplätze für Anfänger zu schaffen, doch will Frankenberg „nicht wie in den 1970er Jahren die Hochschulen öffnen“. Im Dialog mit der Wirtschaft sollen Bedarf und Lehrinhalte abgestimmt werden. Das Land wird voraussichtlich 300 Millionen Euro in den Ausbau der Hochschulen investieren.
Von diesem Geld will die Region Heilbronn-Franken möglichst viel beanspruchen. IHK-Präsident Thomas Phillipiak sieht in dem neuen Hochschulprogramm zwei große Chancen: Zum einen kann das lokale Defizit von nur sechs Studienplätzen pro 1000 Einwohner vielleicht endlich korrigiert werden. Zum anderen begrüßt er natürlich den Dialog und die damit verbundene Bereitschaft, mit Hilfe einer regionalen Arbeitsgruppe das Hochschulangebot am Bedarf der regionalen Wirtschaft zu orientieren.
Schon haben die Hochschule Heilbronn und die Berufsakademie Mosbach ein ganzes Bündel neuer Studiengänge im Visier. Beide planen eine Erhöhung der Studienplatzzahl um 40 Prozent. Heilbronn und Künzelsau sollen künftig 7640 junge Leute statt 5225 wie zurzeit studieren. Mosbach und Bad Mergentheim wollen die Studierendenzahl von 1474 auf 2500 anheben. Dafür zählen sie auf die Unterstützung aus der Wirtschaft und vom Land. „Die Region könnte durchaus aufholen“, signalisierte Peter Frankenberg der IHK-Konferenz, obwohl nur „eine limitierte Summe Geld zur Verfügung steht“.
Quelle Heilbronner Stimme vom 27. Juni 2006 Von Gertrud Schubert
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