Die Fußball-WM war für die Region Heilbronn-Franken ein in dieser Dimension bisher nicht da gewesenes großartiges, friedliches und fröhliches Fest. Es hat „verzaubert“ und in aller Welt begeistert. Die hohen Besuchererwartungen in den Fandörfern der Region wurden voll erfüllt. In Heilbronn, Ilshofen und Tauberbischofsheim bleibt ein einzigartiges Gemeinschaftserlebnis, das es ohne die Fandörfer mit größter Wahrscheinlichkeit so nicht gegeben hätte.
„Vier Wochen beherrschte uns König Fußball mit einer einmaligen, emotionalen, fröhlichen und immer friedlichen Atmosphäre. Und vor allem die Zehntausende von Fußfall-Fans in Deutschland und in unserer Region haben ein großes Lob verdient, weil sie dieses Fest zu einem unvergesslichen Erlebnis machten, unser Land mit Schwarz-Rot-Gold schmückten und sowohl unsere deutsche Nationalmannschaft als auch die Teams aus aller Welt mit ihrem Jubel motiviert haben“, zog der Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach jetzt eine rundum positive Bilanz zum regionalen Projekt WM-Drehscheibe Süd - It´s your kick!.
Auch WM-Drehscheibe Süd-Organisator Steffen Schoch ist der Meinung, dass diese vom Eröffnungsspiel an begeisterte und ständig wachsende Stimmung ohne die Organisation der WM-Fandörfer und deren gebündelter Vermarktung so mit größter Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wäre. „Es war schwer genug, die WM von den Austragungsorten in die Regionen zu holen. Die Fandörfer haben die Städte der Region lebendig gemacht und die WM ganz nah an die Bevölkerung heran getragen und dadurch auch die Einheit der Region weiter wachsen lassen“, so Schoch.
Insgesamt kamen 250.500 Besucher in die drei Fandörfer der Region. Damit legte man eine exakte Punktlandung für ein Ziel hin, welches sich das WM-Büro Heilbronn-Franken bereits im Mai des letzten Jahres gegeben hatte. „Mit fast 140.000 Besuchern hat sich Heilbronn unter den WM-Nichtausrichterstädten bundesweit sogar einen Spitzenplatz erobert“, ergänzt ein überaus zufriedener Heilbronn-Marketing-Chef Bernhard Winkler. Insgesamt wurden in Tauberbischofsheim 20 900 Besucher in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt gezählt. "Diese Zahl an sich zeigt schon, wie schnell sich das Fandorf in der Bevölkerung etabliert hat," so Bürgermeister Wolfgang Vockel, der sich auch nach der WM noch ganz angetan von der tollen Atmosphäre und den tollen Fans zeigte. "Selbst von den Anwohnern haben wir während der vier Wochen keinerlei Klagen gehört. Das spricht doch für sich.
" Das privat betriebene Fandorf in der Arena Hohenlohe in Ilshofen bei Schwäbisch Hall kann zum Ende der WM sogar eine "schwarze Null" bilanzieren, wie Christian von Stetten einräumte.
So zogen auch die Fandorf-Betreiber und die beiden bedeutendsten Sponsoren DEKRA Arbeit GmbH und HYUNDAI Motors Deutschland GmbH eine rundum positive Bilanz. „Was die Region hier geleistet hat ist einzigartig und hat uns zur WM zahlreiche neue Kunden beschert“, resümieren sowohl Suzana Bernhard (Geschäftsführerin DEKRA Arbeit GmbH, Stuttgart) als auch Claudia Kasper (Marketing und PR HYUNDAI Motors Deutschland GmbH, Neckarsulm).
Als Wehrmutstropfen bleibt für Steffen Schoch einzig, dass die Zahl der ausländischen Besucher in der Region hinter den Erwartungen blieb. Professor Alfons Madeja, der diese hohen Besucherwartungen mit seiner Studie geschürt hat sieht einen der Gründe darin, dass die Kommunen der Region ihre Potenziale in den Städtepartnerschaften und die Unternehmen bei den ausländischen Niederlassungen nicht richtig genutzt hätten. „Da wäre auch für die Region Heilbronn-Franken wesentlich mehr drin gewesen“, so der Künzelsauer Professor der Reinhold-Würth-Hochschule, „die WHF hatte das in ihrem Konzept integriert, die Kommunen informiert und zur Unterstützung aufgefordert. Realisiert haben das nur wenige.“ Schoch sieht jetzt umso mehr die schlagkräftigen Tourismusgemeinschaften der Region gefordert, die nun in das After-Sales-Marketing einsteigen müssten, um die durch eine DEHOGA-Befragung festgestellten 90 Prozent an „Deutschlandfans“ als Kunden zu gewinnen. „Die Chancen sind groß im Nachgang dauerhaft touristisch von der WM zu profitieren. Da muss man sich aber sputen“, so Schoch.
Auch wenn die Erwartungen zur Finanzierung der WM-Drehscheibe Süd - It´s your kick! im Rahmen eines Unternehmenssponsoring nicht voll realisiert werden konnten, so ist sich Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach sicher, dass im direkten Rückfluss an die Bürger eine einzigartige Atmosphäre und die Möglichkeit zum gemeinsamen Fußballerlebnis, fast wie im Stadion, zurück gegeben werden konnte.
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