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Branchenmix als Erfolgsfaktor

     
 
 

25.7.06


 

Ein sattes Wachstum verzeichnet derzeit der Neckarsulmer Steckverbinderhersteller Franz Binder: In diesem Jahr wird ein Umsatzplus von 20 Prozent erwartet. Am Stammsitz wird daher kräftig eingestellt und neu organisiert.

Vater Franz Binder und Sohn Marcus Binder können sich fast schon entspannt zurücklehnen. Denn es läuft gut mit den Geschäften des Rundsteckerspezialisten aus Neckarsulm. Das 1960 gegründete Unternehmen verzeichnet das stärkste Jahr seiner Geschichte, die Mitarbeiterzahl ist auf 460 am Stammsitz und 1300 in der gesamten Gruppe angewachsen - und es wird weiter eingestellt. „Wir haben einen sehr erfreulichen Auftragseingang“, berichtet Marcus Binder. Der Umsatz werde 2006 um etwa 20 Prozent wachsen, im Werk Neckarsulm dürften dann 60 Millionen Euro, in der gesamten Gruppe 110 Millionen Euro erreicht werden.

Die Konsequenz: Derzeit stehen größere Umorganisationen, Anschaffungen und Umbauten an, um die steigende Nachfrage bewältigen zu können. Der eigene Automatisierungsbau ist gut beschäftigt, das Abhollager muss vergrößert werden. Woran liegt es?

„Wir haben verschiedene Branchen unter unseren Kunden, und es ist momentan überall eine verstärkte Investitionsneigung festzustellen“, sagt Marcus Binder. Die Neckarsulmer stellen Rundstecker aller Größen für den Maschinenbau, die Autoindustrie, Medizin-, Mess- und Regeltechnik und die Telekommunikation her. Die Fertigungstiefe ist dabei sehr hoch: Im eigenen Schweizer Werk werden die Metallteile produziert, Stanzteile kommen aus Werken in Ingolstadt und Füssen. Außerdem gibt es Produktionsstätten in Wien und in Ungarn. Und neben Steckverbindern werden Radioblenden hergestellt - inzwischen machen sie 35 Prozent vom Umsatz aus.

Die besondere Stärke von Franz Binder ist aber das Kleinseriengeschäft. „Wir haben 5000 Katalogartikel und 8500 kundenspezifische Teile“, erzählt Seniorchef Franz Binder. Typische Stückzahlen liegen da im zwei- bis dreistelligen Bereich. Eine Produktion in Billiglohnländern wie China ist daher kein Thema. „Ich werde keine Teile von hier nach China und wieder zurück transferieren“, bekräftigt Marcus Binder. Und sein Vater ergänzt: „In China darf man nur für den chinesischen Markt produzieren.“

Einen Vertriebsstandort gibt es dort aber schon seit 2001. Vergangenes Jahr kam noch eine Niederlassung in den Vereinigten Staaten hinzu. Beide haben sich gut entwickelt, sagt Marcus Binder. „Der Export ist ein starker Umsatztreiber.“ Auch künftig wollen Vater und Sohn ihrer Linie treu bleiben: „Wir lassen die Finger von der Massenproduktion“, erklärt Franz Binder. „Und wir werden uns auch nicht von einer Branche oder einem Kunden abhängig machen.“ Denn das Wachstum soll weitergehen, auch in Neckarsulm. Reserveflächen sind schließlich vorhanden.

Quelle Heilbronner Stimme vom 25. Juli 2006 von Heiko Fritze www.stimme.de

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