Das Partyfass macht der Öhringer Firma Huber Verpackungen eine Menge Arbeit. Weil die Nachfrage nach dem Fünf-Liter-Fass geradezu explodiert, investiert die Firma zehn Millionen Euro in die Verdoppelung der Kapazität des Partyfass-Werkes. Auch das Hauptwerk in der Öhringer Stadtmitte profitiert durch den Boom.
14 Millionen Partyfässer hat das Unternehmen im vergangenen Jahr produziert, im laufenden Jahr sollen es 17 Millionen werden - mehr schaffen die Öhringer noch nicht, obwohl das Unternehmen seit Ostern selbst an 16 Sonntagen Sonderschichten gefahren hat.
Denn mit einem Drei-Jahres-Großauftrag der Heineken-Brauerei im Rücken hat das Familienunternehmen jetzt ein „anspruchsvolles Investitionsprogramm“ beschlossen, wie Huber-Chef Rainer Opferkuch es formuliert: Die Kapazität des Partyfass-Werks außerhalb der Stadt wird verdoppelt. Etwa zehn Millionen investiert das Unternehmen in einen Anbau und in eine neue Produktionsstraße. Ausgebaut wird auch die Druckerei im Stammwerk am Rande der Öhringer Innenstadt: Dort investiert das Unternehmen insgesamt 13 Millionen Euro.
„Das unglaubliche Wachstum bei den Partyfässern hat uns überrascht“, sagt Opferkuch. 2004 hatten die Hohenloher nach einer pfandbedingten Absatzdelle nur knapp neun Millionen Stück absetzen können. Nachdem die Pfandpflicht weggefallen ist - und auch durch die Fußball-WM - erlebte das Partyfass mit integriertem Zapfhahn einen wahren Boom. Gemeinsam mit Heineken gehen die Hohenloher jetzt auch technologisch einen Schritt weiter: Zunächst für den amerikanischen Markt hat Huber eine Fass-Variante mit integriertem Drucksystem ausgetüftelt. Dabei bleibt das Bier nach dem Anstich bis zu vier Wochen lang frisch. Heineken plant, das neue Fass weltweit auf den Markt zu bringen, bisher ist Huber mit dem Partyfass vor allem in Europa erfolgreich.
Nach zwei Jahren der Restrukturierung, die laut Geschäftsführer Frank Schulten zumindest bilanziell abgeschlossen ist, läuft es aber nicht nur beim Partyfass rund: „Das ganze Unternehmen steht unter Strom“, sagt Opferkuch. Im chemisch-technischen Bereich haben die Hohenloher den Umsatz um zwölf Prozent gesteigert, jedenfalls wenn man das Geschäft des aufgegebenen Standorts Neuhütten herausrechnet. „Vor dem Hintergrund des stagnierenden Marktes für Metallverpackungen ist das ein ansprechendes Wachstum.“
Der Gruppenumsatz lag im vergangenen Jahr mit 171 Millionen Euro auf Vorjahreshöhe, obwohl Huber verschiedene Geschäftsbereiche aufgeben hatte. „Gleichzeitig haben wir das beste Ergebnis der Huber-Geschichte geschrieben.“ Aktuell beschäftigt Huber 1318 Mitarbeiter, 719 davon in Öhringen.
Neben dem Ausbau des Partyfass-Werks und der Verlagerung der Braunschweiger Schmuckdosenproduktion nach Landshut (wir berichteten) planen Opferkuch und Schulten jetzt die Verstärkung des Südosteuropa-Geschäfts.
Einen Wechsel gab es an der Spitze des Huber-Verwaltungsrats. Bisher war der Stuttgarter Rechtsanwalt und Notar Professor Walter Sigle Vorsitzender dieses Gremiums. Der in Öhringen aufgewachsene Jurist zählt zu den namhaftesten Gesellschaftsrechtlern und Experten für Familienunternehmen im Land. Er hatte bereits seit 1973 die Geschicke des Unternehmens maßgeblich mitgestaltet. Sein Nachfolger ist Martin Bertinchamp. Der Vorstandsvorsitzende der Ulmer Gardena Holding AG gehört dem Huber-Verwaltungsrat bereits seit zwei Jahren an. „Damit wird die Kontinuität gewahrt“, sagt Opferkuch.
Quelle Heilbronner Stimme vom 25. Juli 2006 von Manfred Stockburger www.stimme.de
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