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Maurers scharfe Klingen sind gefragt

     
 
 

25.7.06


 

Heilbronner Handwerksqualität ist auch in den USA gefragt. Seit zehn Jahren lässt das Industrieunternehmen Crown Cork aus Lancaster in Ohio bei der Firma Messer Maurer ihre Rakelmesser schleifen. Dieser Tage traf wieder eine Luftfrachtsendung in der Fleiner Straße ein.

Mit einem gezielten Schnitt rasiert ich Jürgen Maurer ein paar Haare vom Unterarm. Scharf! Das Küchenmesser, dem er gerade den letzten Schliff verliehen hat, schneidet wie eine Rasierklinge. „So muss es auch sein“, sagt der gelernte Schneidwerkzeug-Mechanikermeister, früher schlicht Messerschmied genannt, zufrieden.

Vom Küchenmesserschärfen allein könnte das mittelständische Handwerksunternehmen aber längst nicht mehr leben. Trotzdem halten Jürgen Maurer und sein Vater Klaus die kleine Werkstatt im Zentrum in Schwung. Weil sie eben mehr können. Und das hat sich bis in die USA herumgesprochen.

Zu den treuen Kunden zählt seit mittlerweile zehn Jahren das Unternehmen Crown Cork, ein führender Anbieter von Produktverpackungen aus Lancaster, die ihre 1,26 Meter langen Rakelmesser von Messer Maurer schleifen lässt. Dass die Kosten für die Luftfracht dabei sogar den Schleifpreis von circa 20 Euro pro Messer übersteigen, stört die Amerikaner ebenso wenig wie die Forderung nach Vorkasse. Was zählt, ist die Konstanz der Qualität. „Offenbar hat kein amerikanischer Dienstleister bislang mit uns mithalten können“, meint Jürgen Maurer nicht ohne einen gewissen Stolz in der Stimme.

Mit den Messern, die 20 bis 30 Mal geschliffen werden können und dann ersetzt werden müssen, wird in Maschinen zum Blechbedrucken überschüssige Farbe von den Druckwalzen abgestreift.

Drei bis vier Rakelmesser, die aus Werkzeugstahl bestehen, schleift Jürgen Maurer in der Stunde. Und wenn er dann an seiner Schleifmaschine steht, sind die Diskussionen, die er mit dem Zoll zu Beginn der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit führen musste, nur noch Erinnerung. Doch bis sich zwischen Zöllnern und Jürgen Maurer alles eingeschliffen hatte und sämtliche Auflagen erfüllt waren, musste so manche Hürde aus dem Weg geräumt werden. Heute schmunzelt der 45-jährige Messerschmied nur noch darüber.

Vom Fachwissen des Heilbronner Schleifspezialisten profitieren aber auch deutsche Unternehmen. So gab es beispielsweise bei der Entwicklung einer Besteckwickelmaschine für Großküchen beim Abschneiden des Serviettenstoffs Probleme. Nach langem Tüfteln wussten aber auch hier Klaus und Jürgen Maurer Rat. „Schleifen ist eine Kunst“, stellen beide übereinstimmend fest und zwinkern sich zu: „Es gibt Scherenschleifer - und manche heißen nur so.“

Quelle Heilbronner Stimme vom 18. Juli 2006 von Joachim Friedl

www.stimme.de
 
         
         
 
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