In der Region Heilbronn-Franken hat sich der wirtschaftliche Aufschwung weiter beschleunigt. Die anhaltend hohe Exportnachfrage sowie die gleichzeitige Erholung der Binnenwirtschaft haben zu einer außergewöhnlich guten Stimmung bei den heimischen Unternehmen geführt.
Vor allem die Industrie und der Großhandel haben zu der andauernden Konjunkturbelebung beigetragen. Aber auch das über lange Zeit krisenbelastete Baugewerbe profitiert von der regen Auftragsvergabe in den letzten Monaten. Im Bereich des regionalen Einzelhandels ist aufgrund einer moderaten Verbesserung des privaten Konsums eine weitere Aufhellung festzustellen. Positiv haben sich hier vorgezogene Käufe aufgrund der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung sowie Zusatzkäufe anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft ausgewirkt. Bei den regionalen Dienstleistern ist die Beurteilung der wirtschaftlichen Situation gegenüber dem 1. Quartal 2006 stabil geblieben. Auf dem Arbeitsmarkt hat sich die in den letzten Monaten zu beobachtende Dynamik fortgesetzt. An der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken haben sich 390 Unternehmen aus dem gesamten IHK-Bezirk beteiligt.
Konjunktur im IHK-Bezirk erneut besser
Die wirtschaftliche Situation der regionalen Unternehmen hat sich im 2. Quartal 2006 nochmals verbessert. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen übertrifft mittlerweile bereits den letzten Höchststand vom 4. Quartal 2000. 42 Prozent (Vorquartal 36 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe sprechen von einer guten aktuellen Geschäftslage, nur noch 8 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) der Unternehmen bezeichnen den Geschäftsverlauf als schlecht. Nach wie vor unterstützt die robuste Exportentwicklung die wirtschaftliche Erholung. Positiv auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wirkt zudem die günstigere Investitionskonjunktur. Auch die Binnenwirtschaft hat sich im 2. Quartal 2006 trotz Belastungsfaktoren wie den hohen Ölpreisen, steigenden Zinsen und den andauernden politischen Reformdiskussionen belebt.
Die positive konjunkturelle Entwicklung hat zu einer anhaltenden Stabilisierung der Arbeitsmarktlage in der Region beigetragen. 13 Prozent der Betriebe gehen von einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen aus. Dagegen wollen 22 Prozent der Unternehmen zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Dass die Konjunktur auf den Arbeitsmarkt durchschlägt, belegen auch aktuelle Arbeitsmarktzahlen. So meldet die Agentur für Arbeit im Juni 2006 für die Region Heilbronn-Franken 27.921 Arbeitslose. Das sind 3.590 Arbeitslose weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres.
Ihre Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate sehen die Betriebe hingegen weniger zuversichtlich als im Vorquartal. Die regionalen Unternehmen schätzen die zukünftige Entwicklung per saldo schlechter als die gegenwärtige Lage ein. Während 35 Prozent der Betriebe von einem günstigen Geschäftsverlauf in den nächsten zwölf Monaten ausgehen, blicken 11 Prozent der Unternehmen mit Skepsis in die Zukunft.
Positive Urteile in Industrie nochmals gestiegen
In der heimischen Industrie hat sich die bisher schon sehr positive Beurteilung der aktuellen Gesamtsituation noch weiter verbessert. Jedes zweite Unternehmen (Vorquartal 45 Prozent) spricht von einer guten Geschäftslage, während lediglich 8 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) der Industriebetriebe mit dem Geschäftsverlauf nicht zufrieden sind.
Im Vergleich zum Vorquartal ist die Zahl der ausländischen Auftragseingänge etwas zurückgegangen. Rund 46 Prozent der Unternehmen melden steigende Auftragseingänge aus dem Ausland. 9 Prozent der Betriebe berichten über Einbußen bei den Auslandsorders. Im Bereich der inländischen Auftragseingänge ist es dagegen erneut zu einer Verbesserung gekommen. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen befindet sich derzeit auf dem höchsten Stand seit dem Jahr 2000. 36 Prozent der Betriebe verweisen jetzt auf einen Zuwachs bei den Inlandsorders und nur noch 14 Prozent der Unternehmen klagen über Einbußen bei den Auftragseingängen aus dem Inland.
22 Prozent der Unternehmen sehen eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl vor, während 18 Prozent der Betriebe die Streichung von Stellen in Erwägung ziehen. 36 Prozent (Vorquartal 49 Prozent) der Betriebe erwarten einen eher günstigen Geschäftsverlauf, rund 9 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Unternehmen gehen von einer schlechteren Entwicklung aus.
Aufwärtstrend im Baugewerbe hält
an
Das Stimmungsbild im heimischen Baugewerbe hat sich im 2. Quartal 2006 per saldo erneut aufgehellt. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen hat damit einen neuen Höchststand erreicht. 16 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) der Betriebe bezeichnen den Geschäftsverlauf als gut, nur 6 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) der Bauunternehmen sprechen von einer schlechten Geschäftslage. Die Entwicklung der Auftragseingänge ist im 2. Quartal 2006 weiter positiv. Gegenüber dem Vorquartal ist per saldo allerdings eine leichte Abschwächung festzustellen. Im Straßen- und Tiefbau zeigt sich die Auftragslage in diesem Quartal von allen Teilbereichen am günstigsten. 29 Prozent der Betriebe melden steigende Auftragseingänge, kein Unternehmen dieses Bereiches leidet unter einer rückläufigen Ordertätigkeit. Das Schlusslicht bei den Auftragseingängen bildet nach wie vor der öffentliche Hochbau. 32 Prozent der Betriebe mussten einen Rückgang verkraften.
Die Beurteilung der zukünftigen Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten fällt gegenüber dem 1. Quartal 2006 per saldo etwas weniger zuversichtlich aus. 26 Prozent (Vorquartal 45 Prozent) der Unternehmen blicken mit Optimismus in die Zukunft. Bei den Beschäftigungsplanungen überwiegt jetzt seit langem wieder die Anzahl der heimischen Bauunternehmen, die neue Mitarbeiter einstellen wollen. 16 Prozent der Unternehmen ziehen eine Erhöhung des Personalbestandes in Betracht.
Kräftige Impulse im Großhandel
Im 2. Quartal 2006 kommen vom Großhandel kräftige Impulse. Die gegenwärtige Lageeinschätzung hat sich gegenüber dem Vorquartal noch einmal stark verbessert. Während 60 Prozent der Großhändler eine gute Geschäftslage melden, sind lediglich 5 Prozent der Betriebe mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Im Vergleich zum vergangenen Quartal hat sich auch die Beurteilung des Kaufverhaltens deutlich verbessert. 31 Prozent der Großhandelsunternehmen sprechen von einem kauffreudigen Kaufverhalten der Kunden, rund 17 Prozent der Großhändler bezeichnen das Kaufverhalten als zurückhaltend. 40 Prozent (Vorquartal 49 Prozent) der Großhandelsunternehmen rechnen mit einem eher günstigen Geschäftsverlauf in den kommenden zwölf Monaten. Ein Viertel der Großhändler plant eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl. Jedes vierte Unternehmen will seine Investitionstätigkeit im Inland in den nächsten zwölf Monaten ausweiten.
Geschäftsbelebung im Einzelhandel
Das Stimmungsbild im regionalen Einzelhandel hat sich gegenüber dem vergangenen Quartal weiter aufgehellt. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen liegt jetzt erstmals seit etwas mehr als sechs Jahren wieder im Plusbereich. Rund 22 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) der Einzelhändler sprechen von einem guten Geschäftsverlauf. 15 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) der Betriebe melden eine schlechte Geschäftslage. Positiv haben sich hier vorgezogene Käufe aufgrund der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung sowie Zusatzkäufe anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft ausgewirkt. Belastet wird das Kaufverhalten der Verbraucher hingegen durch die Diskussion um die zukünftige Finanzierung des Gesundheitswesens, die hohen Ölpreise sowie die weiterhin unsichere Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Einschätzung des Kaufverhaltens der Kunden durch die heimischen Einzelhandelsunternehmen hat sich daher im Vergleich zum Vorquartal kaum verbessert. 40 Prozent (Vorquartal 54 Prozent) der Unternehmen sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten. 37 Prozent der Einzelhändler rechnen mit steigenden Umsätzen. Die Hoffnungen auf eine anhaltende Geschäftsbelebung wurden gegenüber dem Vorquartal etwas gedämpft. 28 Prozent der Einzelhandelsunternehmen erwarten einen günstigen Geschäftsverlauf in den kommenden zwölf Monaten. Dagegen blicken 17 Prozent der Betriebe überwiegend skeptisch auf die zukünftige Geschäftsentwicklung. Die Beschäftigungsplanungen der heimischen Einzelhändler sind im 2. Quartal 2006 von Zurückhaltung geprägt. Rund 22 Prozent der Betriebe planen einen Personalabbau.
Wirtschaftliche Situation bei Dienstleistern stabil
Die Beurteilung der konjunkturellen Situation durch die Betriebe des Dienstleistungsgewerbes fällt im 2. Quartal 2006 per saldo geringfügig besser als im Vorquartal aus. Rund 22 Prozent der Unternehmen bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als gut, während 8 Prozent der Dienstleister mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Bei 48 Prozent der Unternehmen sind die Umsätze gegenüber dem 1. Quartal 2006 gestiegen. Beim Auftragsvolumen melden dagegen nur noch rund 23 Prozent der Dienstleister einen Anstieg. Die Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung insgesamt in den nächsten zwölf Monaten fällt weniger positiv als im vergangenen Quartal aus. Ein Drittel der Unternehmen rechnet mit einem günstigeren Geschäftsverlauf, während 16 Prozent der Betriebe pessimistisch in die Zukunft blicken. Überwiegend günstig sind nach wie vor die Beschäftigungschancen im Dienstleistungssektor. Ein Viertel der Betriebe will den Personalstand erhöhen. Unzufrieden zeigen sich die Dienstleister mit dem derzeitigen Kosten-Erlös-Verhältnis. Jedes vierte Unternehmen klagt über eine schlechte Ertragslage.
Weitere Infos zur aktuellen konjunkturellen Lage können im Internet unter dem Stichwort „Konjunktur“ unter www.heilbronn.ihk.de/Information/konjunktur.htm abgerufen werden.
Diese Medien-Info kann auch per Internet unter www.heilbronn.ihk.de/News/news_index.htm abgerufen werden.
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