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energieZENTRUM finanziert sich mit Solarstrom

     
 
 

2.8.06


 

Das enegieZENTRUM des Landkreises Schwäbisch Hall kann sich in den kommenden 20 Jahren selbst finanzieren. Die Erträge aus einem ehrgeizigen Solarprojekt sichern den langfristigen Bestand. Für 30 Fotovoltaikanlagen auf den Dächern öffentlicher, gewerblicher und privater Gebäude wurden 5,7 Millionen Euro investiert. Die lukrative Vergütung für solare Stromeinspeisung und eine günstige Finanzierung bringen unter dem Strich jährlich 60.000 Euro.

Als das energieZENTRUM in Wolpertshausen im Mai 2003 eröffnet wurde, war klar: Der Landkreis Schwäbisch Hall und das Umweltministerium Baden-Württemberg übernehmen nur die Startfinanzierung bis Mitte 2006 (jährlich jeweils 30.000 Euro). Danach sollte das Beratungszentrum auf eigenen Füßen stehen. Schnell zeigt sich: Die Dienstleistungen wurden stark nachgefragt, aber nur wenige wollten dafür auch zahlen. Also musste eine andere Lösung her. So entstand die Idee in Solarenergie zu investieren. Der Leiter des energieZENTRUMS, Diplomingenieur Sebastian C. Dürr entwarf den Investitionsplan. Werner Schmidt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Schwäbisch Hall (WFG) prüfte die Rechnung und hatte am Ende „tatsächlich kein Haar in der Suppe gefunden“. Das Fotovoltaikprojekt der WFG war geboren und wurde auf den Namen „SolarHohenloheaktiv“ getauft. Das Vorhaben sollte nämlich für das Bundesprogramm REGIONEN AKTIV angemeldet werden. Hohenlohe ist eine von bundesweit 18 Modellregionen für ländliche Regionalentwicklung. So konnten die Personalkosten von Jochen Pauli, der ein Jahr lang zur Hälfte als Solarberater vom Landratsamt an das energieZENTRUM abgeordnet wurde, anteilig finanziert werden. Ohne den Kreisbaurat und Architekten, der im Landratsamt das Energiemanagement leitet, hätte die Umsetzung des Fotovoltaikprojekts wohl nicht funktioniert. Es war nämlich gar nicht so einfach, passende Dächer im Kreisgebiet zu finden. Der Teufel steckte im (technischen) Detail und Pauli musste schon einen langen Atem aufbringen, um die geplante Kollektorfläche von 12.500 Quadratmetern (Gesamtnennleistung: 1.250 Kilowatt) mit den Anlagen zu „füllen“.

Vorher musste der Haller Landrat Gerhard Bauer aber noch die Kreisräte von dem Projekt überzeugen. Die Wirtschaftlichkeit der Fotovoltaikanlagen konnte durch die 20jährige Stromeinspeisevergütung, den Mengenrabatt und günstige Dachmieten dargestellt werden. Am Anfang war auch noch eine Bürgerbeteiligung in der Diskussion. Der Kreistag entschied schließlich, dass die Realisierung der 5,7 Millionen Euro teuren Fotovoltaikinvestition durch die WFG Schwäbisch Hall alleine erfolgt und die Finanzierung durch ein vom Landkreis verbürgtes und deshalb besonders zinsgünstiges Kommunaldarlehen ermöglicht wird. Die künftigen jährlichen Überschüsse von mindestens 60.000 Euro muss die WFG zweckgebunden für den Betrieb des energieZENTRUMS verwenden. „Unseres Wissens ist dieses Modell für die langjährige Finanzierung einer Non-Profit-Organisation bisher einzigartig, sagt WFG Geschäftsführer Werner Schmidt.

Diese Rechnung geht aber nur auf, wenn die Anlagen auch optimal laufen und die Fernüberwachung reibungslos funktioniert. Dazu hat die WFG mit der Schwäbisch Haller Firma Tlon und mit der Firma NOVATECH aus Wolpertshausen ein neues Kommunikationssystem entwickelt. Es liefert präzise Messwerte via SMS und E-Mail und ermöglicht ein permanentes Controlling. Der Datenabruf ist weltweit übers Internet möglich. Über die Webseite www.solaranlagen.wfgsha.de können sich interessierte Bürger laufend über die Tages-, Monats- und Jahresmesswerte der 30 Anlagen informieren oder mit den Ertragsdaten der eigenen Anlage vergleichen.

Info:
energieZENTRUM
Haller Straße 29/1
74549 Wolpertshausen
Telefon 07904 9 41 36 40
Email: info@energie-zentrum.com
Internet: www.energie-zentrum.com

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