In Rekordgeschwindigkeit hat die regionale Arbeitsgruppe „Hochschule 2012“ dem Wirtschaftsministerium ihr Hochschulkonzept für die Region Heilbronn-Franken vorgelegt. Innerhalb von vierzehn Tagen wurden Vorschläge für den Ausbau der Studienanfängerplätze an den regionalen Hochschulen erarbeitet.
Am 19. Juli hatte sich die Arbeitsgruppe mit mehr als 50 Vertretern aus Wirtschaft, Kommunen und Hochschulen formiert, um die Landesregierung beim geplanten Ausbauprozess baden-württembergischer Hochschulen zu beraten. Steigende Zahlen von Studienberechtigten und die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium werden in nächsten Jahren dazu führen, dass bis zu 30 Prozent mehr Studienanfänger auf die Hochschulen drängen. Bis zum Jahr 2012 müssen deshalb mindestens 16.000 zusätzliche Studienanfängerplätze bereitstehen.
Die hochkarätig besetzte Arbeitsgruppe stellt noch einmal eindringlich klar, dass Heilbronn-Franken den dringendsten Nachholbedarf hat, um ihren vor Ort benötigten akademischen Nachwuchs auszubilden. Bei der Zahl der Studierenden hat die Region mit einer Quote von rund 6 Studierenden pro 1.000 Einwohner immer noch die rote Laterne - der Landesdurchschnitt liegt bei rund 23 Studierenden.
Region zieht an einem Strang
Die derzeitige Hochschulstruktur entspricht bei weitem nicht der Leistungskraft und Dynamik der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken. „Wir fordern von der Landesregierung deshalb eine besondere Berücksichtigung unserer Region beim Hochschulausbau“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger als Vorsitzender der Arbeitsgruppe, im Namen des gesamten Standortes. Die regionale Wirtschaft habe ihre Hausaufgaben gemacht und stehe geschlossen hinter dem gemeinsamen Ausbaukonzept. „Nun ist die Landesregierung am Zug, sofort zu investieren.“
Das beim Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg eingereichte Konzept ist nachfragegerecht und zukunftsorientiert. Dadurch könnten die regionalen Hochschulen im Jahr 2012 bis zu 40 Prozent mehr Studierende aufnehmen. Das wären zusätzlich ca. 1.000 Studienanfängerplätze für die Region Heilbronn-Franken.
Praxisnahe Bachelor-Studiengänge
Das Konzept sieht einen stufenweisen Ausbau vor, erklärt der Heilbronner Hochschulrektor Prof. Dr. Gerhard Peter: Mit zwei neuen Studiengängen an der Hochschule Heilbronn – und zwar die Studiengänge „Osteuropa“ in Heilbronn, sowie „Energiemanagement“ in Künzelsau – könnte bereits im kommenden Wintersemester begonnen werden. Auch an den drei weiteren Hochschul-Standorten Künzelsau, Schwäbisch Hall und Bad Mergentheim sollen bereits etablierte Bachelor-Studiengänge ausgebaut werden.
„Die mittelfristige Einrichtung neuer Studiengänge soll sich am Bedarf der regionalen Wirtschaft orientieren“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger. „Eine repräsentative Umfrage bei unseren Mitgliedsunternehmen hat ergeben, dass die Wirtschaft vor allem an Ingenieuren und Betriebswirten für die nächsten zehn Jahre einen steigenden Bedarf hat.“
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