Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken hat so viele Mitgliedsbetriebe wie noch nie. 11 526 Firmen und Einzelunternehmer, vom Augenoptiker bis zum Zweiradmechaniker, waren Ende Juni eingetragen.
An und für sich sind die Zahlen positiv - jedenfalls unter dem Strich. Da steht ein Plus von 60 Betrieben bei der Handwerkskammer Heilbronn-Franken auf nunmehr 11 526 eingetragene Betriebe. Doch die Freude ist nur verhalten: Das Wachstum hat sich bei den zulassungsfreien Gewerken und im handwerksähnlichen Gewerbe abgespielt, während bei den Berufen mit Meisterpflicht mit 8195 erneut vier Betriebe weniger als vor sechs Monaten registriert waren.
Doch dieser Trend zieht sich nicht durch alle Branchen jener größten Gruppe: Zuwächse wurden zum Beispiel bei den Friseuren, den Zimmerern sowie den Heizungsbauern verzeichnet. Während sich im Friseurhandwerk die so genannte Altgesellenregelung auswirkt, wonach Interessenten sich ohne Meisterbrief nach sechs Jahren Berufstätigkeit selbstständig machen dürfen, liegen die Ursachen bei den Baugewerken anders. „Wir vermuten, dass hier der Bauboom viele ermuntert, sich selbstständig zu machen“, erläutert der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Günter Pasker. Schließlich, so die jüngste Konjunkturumfrage der Kammer, ist die Stimmung und Auftragslage so gut wie lange nicht mehr. „Dabei handelt es sich aber wohl auch um Vorzieheffekte vor der Mehrwertsteuererhöhung“, warnt Pasker. „Vor allem bei den Betrieben, die mit der Altgesellenregelung gegründet wurden, bleibt die Frage offen, wie stabil sie in ungünstigeren Zeiten sein werden.“ Seit 2004 wurden 176 Gründungen auf dieser Basis bei der Kammer registriert, davon seit Jahresbeginn 34.
Größte Gruppe unter allen Betrieben sind die Friseure mit 926 - Ende 2003 waren es noch 836. Sie haben damit die Kraftfahrzeugtechniker überholt. Boombranche im zulassungsfreien Handwerk sind die Fliesenleger, wo 46 Betriebe hinzugekommen sind. Allerdings handelt es sich da bei jedem Dritten um einen Gründer aus osteuropäischen EU-Staaten. Im handwerksähnlichen Gewerbe verzeichnen die Kosmetiker starkes Wachstum. Sie rückten innerhalb eines Jahres von Platz sieben auf Platz vier unter den größten Berufsgruppen vor. Niedrige Gründungskosten sieht Pasker hier als eine wichtige Ursache. Viele Gründer wollten wohl auch bloß die Familienkasse aufbessern.
Quelle Heilbronner Stimme vom 9. August 2006 von Heiko Fritze www.stimme.de
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