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Kocher-Jagst-Radweg feiert den 10. Geburtstag

     
 
 

21.8.06


 

Er ist weit mehr als ein Radweg: Radler können eine Tour auf dem Kocher-Jagst-Radweg mit einem Besuch der Freilichtspiele, romantischer mittelalterlicher Städte, Klöster und Burgen, mit ganz besonderen kulinarischen Angeboten, mit einem Abstecher zu Museen von Weltrang, mit dem Besuch herausragender Wellness-Einrichtungen oder einfach mit einem „coolen“ Bad in einem der zahlreichen Freibäder kombinieren.

Radfahren, Natur, Kultur und ein Hauch von Abenteuer – das hat den Radweg so beliebt gemacht. In diesem Jahr feiert er seinen 10. Geburtstag.
„Wir führten unzählige Gespräche mit den beteiligten Kommunen, Behörden und Organisationen“, erinnert sich Erika Boesler, heute Citymanagerin der Stadt Schwäbisch Hall, „schwankten immer wieder mal zwischen Euphorie und Frust, Begeisterung und Ernüchterung.“ Die damalige Geschäftsführerin der Touristikgemeinschaft (TG) Neckar-Hohenlohe-Schwäbischer Wald gab nicht auf, trieb das Projekt mit Elan voran. „Es bot sich doch geradezu an“, erzählt Erika Boesler, „die beiden landschaftlich so reizvollen Zwillingsflüsse Kocher und Jagst, die sich fast parallel von der Alb zum Neckar schwingen, auf einer durchgehenden Radrundstrecke miteinander zu verbinden.“ 1996 war es geschafft: Eine Arbeitsgemeinschaft mit Touristikern aus vier Landkreisen (Ostalbkreis, Schwäbisch Hall, Hohenlohekreis und Kreis Heilbronn) war gegründet. Und der 328 Kilometer lange Radweg war durchgehend ausgeschildert. Die erste Broschüre war schnell vergriffen. Die TG fand mit der „Wildbadquelle“ Schwäbisch Hall einen Sponsor, der das Projekt von Anfang an förderte. Zur Stuttgarter Tourismusmesse CMT 1997 erschienen 50.000 Flyer und eine eigene Broschüre der TG, die seitdem immer wieder aktualisiert und nachgedruckt wird. Nicht nur weil sie vergriffen ist, sondern weil die Städte und Gemeinden entlang der zwei Flüsse den Radweg Jahr für Jahr näher an den Fluss heranführen, Radwegestrecken ausbauen oder Brücken neu bauen.

„Der Kocher-Jagst-Radweg ist jedes Jahr attraktiver geworden“, zieht Werner Schmidt, Geschäftsführer der Touristikgemeinschaft Hohenlohe + Schwäbisch Hall e.V., eine positive Bilanz. So wurden Steigungen beseitigt und der Weg für Familien mit Kindern noch sicherer gemacht. Und rechtzeitig zur Radsaison 2006 ist auch die durchgehende Erneuerung und einheitliche Beschilderung des Radweges abgeschlossen. Das Bundesprogramm REGIONEN AKTIV und die Tourismusförderung des Landes Baden-Württemberg machten die Finanzierung möglich. Schilder weisen den Weg jetzt auch zu anderen attraktiven Radstrecken wie dem Taubertal-Radweg, der „Buckeles-Tour“ oder dem Bühlertalradweg mit Querverbindungen zwischen Kocher und Jagst.

Die ausgezeichnete Beschilderung kommt bei den Radfahrern sehr gut an. Trotzdem ist der Radler gut beraten, wenn er die Broschüre der TG oder das „bikeline“-Radtourenbuch dabei hat. Der Verlag Esterbauer, der in seiner „bikeline“-Reihe die schönsten Touren in ganz Europa vorstellt, hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Kocher-Jagst-Radweg in kürzester Zeit bundesweit bekannt geworden ist. Ebenso die Reiseveranstalter, die den Radweg in ihr Programm aufgenommen haben.
Voraussetzung dafür sind zwei von der TG entwickelte Pauschalangebote: Die Sechs-Tages-Tour gibt’s beispielsweise mit sechs Übernachtungen und Frühstück schon ab 260 Euro pro Person (ab zwei Personen, Übernachtung im Doppelzimmer). Auf Wunsch können die Radler ihr Gepäck von Hotel zu Hotel transportieren lassen.

„Viele Radtouristen, die einmal da waren“, hat Werner Schmidt beobachtet, „kommen immer wieder.“ Kein Wunder: Im Gegensatz zum Elbe- oder Weserradweg ist der Kocher-Jagst-Radweg ein Rundweg und bei weitem nicht so überlaufen. So urteilt beispielsweise der kostenlose Radtourenplaner im Internet www.fahrrad-tour.de über den Kocher-Jagst-Radweg: „Noch wenig befahren, aber landschaftlich herrlich gelegen, scheinen die Radwege Ihr persönliches Eigentum zu sein.“

Man kann natürlich an jeder Stelle die Tour beginnen, aber viele Radfahrer entscheiden sich für Aalen im oberen Kochertal. Hier warten Limesmuseum, Limesthermen oder ein Schaubergwerk. Schwäbisch Hall ist ein wunderschönes mittelalterliches Städtchen mit einzigartiger Atmosphäre, den Freilichtspielen auf der Großen Treppe, dem Museum Würth und dem Hohenloher Freilandmuseum. Hier – ebenso wie in Niedernhall und Bad Friedrichshall - sprudelt Sole aus dem Boden. In den dazugehörigen Solebädern lässt es sich trefflich darin schwimmen. Bis zur Mündung in den Neckar wechseln sich sanfte Wiesen- und Waldlandschaften mit Weinbergen ab. Am Neckar zieht die berühmte Silhouette der Stauferstadt Bad Wimpfen die Blicke an. In Kochendorf bietet sich ein Besuch im Salzbergwerk an. An der Jagst entlang geht es sanft aufwärts in das Land des Götz von Berlichingen - zu den Götzenburgen in Möckmühl und Jagsthausen, Schauplatz der bekannten Burgfestspiele. Im Kloster Schöntal fand der Ritter mit der eisernen Faust seine letzte Ruhestätte, unter der Krautheimer Burg fiel sein berühmter Götzengruß. Einzigartig: Schloss Langenburg mit dem Deutschen Automuseum, aber auch die Nachbarstadt Kirchberg. Das Jagsttal steht für eine bezaubernde, idyllische Natur. Große Teile davon stehen unter Naturschutz. Am Oberlauf der Jagst ermuntert das Ellwanger Seenlandes zu Badestopps. Ellwangen beeindruckt mit dem Schloss und der barocken Wallfahrtskirche. Von hier aus ist es nicht mehr weit zum Ausgangspunkt Aalen.

Informationen unter www.kocherjagst.de mit Möglichkeit zur Buchung oder bei der Touristikgemeinschaft Hohenlohe + Schwäbisch Hall, bei der man Broschüren bestellen und die Pauschalangebote auch telefonisch buchen kann.
Tel. 0791/5801-20
Fax 0791/5801-28
info@hs-tourismus.de

www.hs-tourismus.de

Weitere Informationen auch unter

www.geniessertouren.com