Übersicht
 
 
 


Après-Ski-Party als Einstieg in die Berufswelt

     
 
 

22.8.06


 

Der Arbeitsmarkt dreht sich: Schon heute sind Fach- und Führungskräfte schwer zu bekommen, in Zukunft wird das noch schwieriger. Das liegt an der demografischen Entwicklung und am steigenden Bedarf der Unternehmen, die immer internationaler unterwegs sein müssen.

Je weniger attraktiv der Standort - jedenfalls auf den ersten Blick - ist, umso früher müssen sich die Firmen um ihren Nachwuchs kümmern. So erklärt sich auch Manfred Wittensteins Vorreiterrolle in der Region: Igersheim im Main-Tauber-Kreis liegt so weit ab vom Schuss, dass der expansive Maschinenbauer schon vor Jahren mit strategischen Mitarbeitersuchaktionen begonnen hat. Nicht ohne Erfolg: Der tausendste Wittenstein-Mitarbeiter ist in diesem Sommer bei einem Mitarbeiterfest feierlich begrüßt worden. Das Motto: „Sesam öffne Dich“.

„Sesam öffne Dich“ für Ingenieure bei Wittenstein

Wittensteins jüngster Streich im Wettbewerb um die klügsten Köpfe ist der neue Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen Internationales Technisches Vertriebsmanagement, den das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Berufsakademie Bad Mergentheim anbietet. Einerseits möchte das Unternehmen damit in den nächsten fünf Jahren jeweils 15 Abiturienten die Möglichkeit geben, eine qualifizierte Ausbildung in der Region zu absolvieren. Gleichzeitig erhofft sich der Igersheimer Mechatronikspezialist, „rasch und nachhaltig“ Vertriebsingenieure für den eigenen Personalbedarf zu finden.

Die Igersheimer zitieren eine aktuelle Studie der Personalberatung SCS, wonach im ersten Halbjahr 2006 in Deutschland 4898 Ingenieure gesucht wurden - zumeist für den Bereich Forschung und Entwicklung. „Dies entspricht einem Plus von 41 Prozent“, sagt Personalvorstand Klaus Spitzley, der selbst schon fast verzweifelt versierte Vertriebsleute sucht. „Wir haben Bedarf an allen Ecken und Enden. Auf dem Markt gibt es schlicht und ergreifend keine, also bilden wir eben selbst welche aus“, sagt Spitzley. „Es ist einfach am effektivsten, wenn wir die Leute selber großziehen.“

Als weitere Überzeugungshilfe dienen auch Argumente wie die 25 Stunden pro Jahr, in denen sich jeder Mitarbeiter in der firmeneigenen Akademie fortbilden kann. Oder auch das Wittenstein-Kinderferienprogramm, das den Beschäftigten hilft, die lange Ferienzeit mit qualifizierten Angeboten zu überbrücken.

Lidl stellt sich dem Bewerbertest

Eine enge Zusammenarbeit mit der Berufsakademie steht auch bei der Neckarsulmer Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) auf der Tagesordnung. Aber nicht nur beim Führungsnachwuchs strengen sich die Neckarsulmer an. Lidl fliegt schon mal den Nationalkicker Torsten Frings ein, um mit den Azubis Motivation und Teamstärke zu trainieren. 70 „Superazubis“ aus ganz Deutschland waren dabei. Vier Wochen lang haben 650 Lidl-Auszubildende eigenverantwortlich die 33 Filialen der Discounterkette in Hamburg geführt: In jeder Filiale waren 14 bis 26 Azubis für alle anfallenden Arbeiten verantwortlich - von der Warenbestellung bis zur Tagesabrechnung. Abgeschaut hat das Unternehmen die Azubi-Aktion beim umsatzmäßig kleinen Bruder auf der Großfläche: Kaufland hat mit Azubi-Aktionen schon vor einigen Jahren begonnen.

Nicht nur bei den Einzelhandelskaufleuten für die Filiale setzt Lidl auf ungewöhnliche Wege: Im Mai fand zum ersten Mal in der Firmengeschichte ein Bewerberwochenende statt - in Düsseldorf. „Testen Sie uns“, forderte Lidl dort die Hochschulabsolventen auf. Schließlich haben die Neckarsulmer nicht unbedingt den besten Ruf als Arbeitgeber. Für die rasante Expansion braucht das Unternehmen aber viele neue Führungskräfte - und will sich nicht mit dem zufrieden geben, was die anderen übrig lassen.
.
Beim Lidl-Test sorgt mitten im Frühsommer eine Après-Ski-Party an der Neusser Kunstschneepiste für die passende Stimmung und eine lockere Atmosphäre. „Ich bin positiv überrascht“, lässt sich die Nürtinger Immobilienwirtschaftsstudentin Veronika Schmidt zitieren. „Ich kann mich informieren und mich sogar locker mit Geschäftsführern unterhalten“, sagt die junge Frau, die „ganz nach oben“ will. Dass die Geschäftsführer ganz nebenbei die Bewerber beobachten, versteht sich von selbst. „Da schauen wir schon, wie sie mit neuen Situationen umgehen“, schmunzelt Arnd Wiebking, Geschäftsleiter Betriebs- und Vertriebsorganisation.

Der nächste Tag sieht schon anders aus, die Stimmung ist ernster. Bei Workshops müssen die Teilnehmer ihre Vorstellungen präsentieren, wie sie eine neue Filiale von der Standortsuche bis zum ersten Umsatz aufbauen würden.
„Wir machen die billigen Preise“, nimmt Lidl für sich in Anspruch. Billig kommt das Bewerberwochenende die Neckarsulmer aber mitnichten. „Der Aufwand lohnt sich“, erklärt Torsten Feige, Bereichsleiter Kostenmanagement. „Die Teilnehmer lernen uns kennen und können besser einschätzen, was auf sie zukommt. „Und wir haben die Chance, in kurzer Zeit mit sehr vielen von ihnen ins Gespräch zu kommen.“ Für Veronika Schmidt hat sich der Besuch in Düsseldorf auf alle Fälle gelohnt. Noch ist ihr Studium nicht fertig, deswegen hat sie auch noch keinen Arbeitsvertrag mit den Neckarsulmern unterschrieben. „Ihre Unterlagen sind aber auf Wiedervorlage“, weiß Lidl-Sprecher Thomas Oberle.

Audi gibt Gas

Bei Audi gehen jedes Jahr zwar 50 000 Bewerbungen ein. Trotzdem ruht sich der Autobauer nicht auf diesen Zahlen aus. „Zukunftsforscher prognostizieren immer wieder Personalengpässe“, weiß Personalvorstand Werner Widuckel. Schon heute spielt bei den Audi-Personalern die Frage eine große Rolle, wo die Fachkräfte von morgen herkommen.

Eine der Aktionen, die Audi daraus abgeleitet hat, ist die Unterstützung der „Formula Student“, bei der Hochschulteams aus aller Welt ihre selbst gebauten Flitzer ins Rennen schicken. Es gewinnt aber nicht einfach das schnellste selbst gebaute Rennauto; das studentische Team muss auch Können auf den Gebieten Konstruktion, Rennperformance, Finanzplanung und Verkauf beweisen. Anfang August war der studentische Rennzirkus zu Gast in Hockenheim.

„In der Automobilindustrie ist Innovation der treibende Motor“, sagt Widuckel. „Deswegen arbeiten wir frühzeitig und aktiv daran, unseren Nachwuchs zu sichern.“ Kein Wunder ist Audi bei der bundesweiten Initiative „Sachen machen“ mit von der Partie. „Es ist für uns ein strategisches Ziel, sich mit einem innovativen Arbeitsumfeld und nachhaltiger Nachwuchsförderung als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Wir wollen damit nicht nur die Audi Erfolgsgeschichte fortschreiben, sondern auch den Technologiestandort Deutschland insgesamt festigen.“

Audi ist bei der Formel Student allerdings nicht der einzige Sponsor aus der Region: Die Ernsbacher Würth-Tochter Arnold Umformtechnik kooperiert im Team Wob-Racing mit der Fachhochschule Wolfsburg. Schließlich werden für einen Rennwagen auch innovative Verbindungselemente benötigt - und Arnold ist immer auf der Suche nach jungen, innovativen Ingenieuren. Der Wob-Racer hat beim Rennen in Hockenheim übrigens den 15. Platz belegt, was die Macher als „vollen Erfolg“ werten. Dass das Eigenbau-Fahrzeug im April auf der Hannover-Messe als Blickfang am Stand Kunden auf den Arnold-Stand lockte, ist ein nützlicher Nebeneffekt.

Quelle Heilbronner Stimme vom 21. August 2006 von Manfred Stockburger www.stimme.de

Offene Stelle in der Region

Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken


 
         
         
 
Ich lebe und arbeite gern
in Heilbronn-Franken...
"Man findet hier nicht so ein kleinkariertes pietistisches Denken. Die Menschen hier sind sehr offen
und liberal und mit einer kleinen Portion Schlitzohrigkeit."
Prof. Dr. h.c. Reinhold Würth, Beiratsvorsitzender Adolf Würth GmbH & Co. KG, Künzelsau
Würth-Gruppe
"Eine hohe Qualifikation, Kreativität und die Bereitschaft zu Veränderungen sind Eigenschaften,
die die Menschen in dieser Region auszeichnen und das Leben in Heilbronn-Franken lebenswert machen."
Otto Lindner, ehem. Werkleiter AUDI AG, Neckarsulm, derzeitiger Vorstands-Vorsitzender von Volkswagen de Mexico
Audi AG
"Wir haben uns in dieser Region angesiedelt,
weil wir auf
die Nähe zu unserem
bestehenden
Entwicklungszentrum Wert legen und wir hier kompetente Partner in Land, Region, Landkreis und Kommune finden."
Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsleitung Robert Bosch GmbH, Stuttgart
Robert Bosch GmbH