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Die Kolbenschmidt-Tochter MSI hat sich neu aufgestellt

     
 
 

8.9..06


 

Der neue Standort in Neuenstadt ist gut angelaufen - ebenso die Kooperation mit dem Zulieferer TRW, dessen Ersatzteil-Ventile die Neckarsulmer KS-Pierburg-Tochter MSI mit ins Programm aufgenommen hat. Jetzt will Geschäftsführer Hansjörg Rölle durchstarten: Bis 2010 soll der Umsatz um die Hälfte gesteigert werden.

Das Ersatzteilprogramm der Neckarsulmer Spezialisten für den so genannten Aftermarket reicht vom Kolben für den alten Mercedes-Haubenlastwagen, der 35 Jahre und bereits mehrere Motorreparaturen hinter sich hat, über den Mini-Kolben für eine Benzin-Motorsäge bis zum Hightech-Ventil für den aktuellen Mittelklassewagen. Die Markenpalette reicht von Audi bis zu Zetor-Traktoren aus Tschechien.

Etwa 160 Millionen Euro Umsatz erwirtschafteten die weltweit rund 380 Mitarbeiter der MSI im vergangenen Jahr. 50 Beschäftigte hat das Unternehmen in Neuenstadt, 190 in Neckarsulm. Auf das stürmische Wachstum in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende, als das Ersatzteilgeschäft von Pierburg mit den Neckarsulmer Kolben zusammengelegt wurde, folgte zuletzt eine „Stagnation auf hohem Niveau“, wie Rölle es formuliert.

Zu schaffen machte der MSI dabei insbesondere der starke Preiswettbewerb in Deutschland und die Situation in Brasilien, wo der Wechselkurs für Probleme sorgte. Der Gewinn war im vergangenen Jahr sogar relativ deutlich zurückgegangen - von 13 auf zehn Millionen Euro.

Neben der Integration der TRW-Teile ins bestehende Motorersatzteil-Sortiment, die bis dato von einem Wettbewerber vertrieben wurden, sollen künftig eine neue Struktur und mehr Professionalität für steigende Umsätze und höhere Gewinne sorgen, erklärt der Geschäftsführer. Künftig sollen etwa Kundenbindungsprogramme eine wichtigere Rolle spielen und auch das Produktmanagement sei vertriebsorientierter aufgestellt worden. Ein neues Team denkt speziell über neue Wege zum Kunden nach. „Im Tagesgeschäft fehlt oft die Zeit, sich darum zu kümmern.“

„Wir haben die Neuordnung ganz bewusst jetzt gemacht, und nicht erst, wenn es bergab geht“, sagt Rölle, der zu den Managern gehört, die schon am längsten für Kolbenschmidt-Pierburg arbeiten. Wichtig ist ihm dabei, dass der Umbau nicht zulasten der Beschäftigten geht. „Wir haben in der Vergangenheit Mitarbeiter aufgebaut und werden das auch weiterhin tun.“

Die Internationalisierung des Unternehmens wird weiter gehen. „Typische Kolbenschäden gibt es in Europa kaum mehr“, sagt Rölle. Dass das sein Geschäft in diesem Teil der Welt nicht gerade einfacher macht, versteht sich von selbst. Anders sieht es mit den Pierburg-Produkten aus seinem Katalog aus. Die gehen vor allem in Europa. „Im Dschungel ist Emmissionsreduzierung noch kein Thema“, erklärt Rölle diesen Trend.

Im ersten Halbjahr 2006 hat der Strategiewechsel immerhin schon zu einem leicht gestiegenen Gewinn geführt - der Umsatz ist mit 79 Millionen Euro allerdings weiter zurückgegangen. Auch mit der Integration des TRW-Sortiments seien die Kunden sehr zufrieden, sagt Rölle. Auf der Fachmesse Automechanika in Frankfurt, die am Dienstag, 12. September beginnt, präsentiert sich die MSI erstmals mit dem neuern Konzept und dem erweiterten Sortiment.

Quelle Heilbronner Stimme vom 8. September 2006 von Manfred Stockburger www.stimme.de

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