Die Künzelsauer Berner-Gruppe drückt aufs Tempo. 300 zusätzliche Verkäufer sollen in diesem Jahr eingestellt werden - vom nächsten Geschäftsjahr an wollen die Hohenloher wieder zweistellig wachsen. Zurzeit stellt Konzernchef Jörn Werner die Weichen dafür.
„Wir wollen das Unternehmen in eine neue Dimension führen“, sagte Konzernchef Werner gestern bei der Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr hatten die Direktvertreiber einen Umsatz von 716 Millionen Euro erwirtschaftet - das entspricht einem Plus von 4,4 Prozent.
Im Inland lag das Umsatzplus bei 3,4 Prozent, im Ausland bei 4,4 Prozent. Durch die Schließung der Töchter Friweg (Hamburg) und Spafax (Frankreich) - wir berichteten - waren über 20 Millionen Euro Umsatz weggefallen. Bereinigt um diese Werte legte der Geschäftsbereich Bau um sieben Prozent zu, der Kfz-Bereich um 7,9 Prozent, wie Jörn Werner ausführte.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit steigerten die Künzelsauer im vergangenen Jahr deutlich von 32 auf 37,2 Millionen Euro. Im laufenden Jahr drückten jedoch die höheren Rohstoffpreise auf die Margen.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Jörn Werner mit einem Umsatzplus im Bereich von fünf Prozent. Als Unsicherheitsfaktor sieht er, wie die Mehrwertsteuererhöhung zum Jahreswechsel das vierte Quartal beeinflussen wird. „Derzeit sehen wir eine Trendwende beim Bau. Die Frage ist aber, wie nachhaltig die Konjunkturerholung ist.“
Neue Impulse erwartet Werner einerseits durch die weitere Internationalisierung des Geschäfts - nach wie vor gibt es auf der Europakarte einige weiße Flecken, die Zug um Zug geschlossen werden sollen. Durch eine stärkere Zielgruppenorientierung sieht er auch in den bestehenden Märkten noch „weitere Wachstumspotenziale“.
Eine noch größere Bedeutung soll künftig der Chemiebereich bekommen, der mittlerweile etwa 20 Prozent des Geschäfts ausmacht und damit mehr als doppelt so umsatzstark ist wie die Schraube. Nach der Komplettübernahme soll die „Ideenschmiede“ Wigo-Caramba weiter ausgebaut werden.
Im nächsten Jahr feiert das Unternehmen seinen 50. Geburtstag. Auch die Familie Berner hat Grund zur Freude: Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte das Unternehmen eine Eigenkapitalverzinsung vor Steuern von über 24 Prozent, wie Finanzchef Hans-Peter Artmann ausführte. Die Eigenkapitalquote der Gruppe steht mittlerweile bei 53 Prozent.
Quelle Heilbronner Stimme vom 21. September 2006 von Manfred Stockburger www.stimme.de
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