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100 Jahre Automobilgeschichte in der Regoin

     
 
 

27.9.06


 

Neckarsulm - NSU - diese drei Buchstaben und dieses Markenzeichen für Automobile und Motorräder aus dem schwäbischen Neckarsulm kannten in den 30er bis Ende der 60er Jahre alle Motor-Begeisterten. Seit genau 100 Jahren wird an diesem Standort Automobilgeschichte geschrieben.

Vor genau 100 Jahren, im September 1906 lief in Neckarsulm bei Heilbronn der erste "Original Neckarsulmer Motorwagen" aus der Halle. Gerade 10 Pferdestärken brachte das erste Auto der Marke NSU auf die Straße. Dieser NSU als Zwei- und Viersitzer im Programm war der Ur-Vater zahlreicher NSU-Rennwagen, die auf den Pisten in aller Welt Rekorde erzielten. Schon 1909 schaffte ein Auto der Marke NSU in Los Angeles den Geschwindigkeitsweltrekord mit 124 Kilometern pro Stunde.

Jetzt genau 100 Jahre später, im September 2006, wird in Neckarsulm ebenfalls Automobilgeschichte geschrieben. Audi startet am 30. September ebenfalls in Neckarsulm die Serienproduktion für seinen ersten reinrassigen Zweisitzigen Supersportwagen, den "R 8". Er alledings bringt es auf mindestens 350 PS und soll den schnellen Flitzern der beiden schwäbischen Automobilnachbarn, Mercedes in Stuttgart und Porsche in Zuffenhausen kräftig Konkurrenz machen.

Was innerhalb der dazwischen liegenden hundert Jahren in den Neckarsulmer Fabrikhallen an Autos und und Motorrädern gebaut wurde, das hat in Deutschland den Automobil-Motorradbau für Jahrzehnte revolutioniert. 1964 lief in Neckarsulm das erste Serienauto der Welt mit Kreiskolbenmotor vom Band, der NSU/Wankel Spider. Felix Wankel, der geniale Motorentwickler war auch der Vater des NSU RO 80, der in Neckarsulm 1967 in Serie ging und im selben Jahr als erstes deutsches Automobil "Auto des Jahres" wurde. Schon 1927 hatte NSU als erstes deutsches Werk das Fließband im Motorradbau eingeführt.

Welchen Anteil NSU an der Karosserie des späteren Volkswagen Käfers hat, ist nicht ganz klar. 1932 vergab NSU an Ferdinand Porsche den Konstruktionsauftrag für einen neuen NSU-Wagen. Von ihm wurden in Neckarsulm drei Prototypen gefertigt. Sie trugen die Bezeichnung NSU-Porsche Typ 32. In der Form sah die Karosserie dem VW-Käfer sehr ähnlich. Mit einem luftgekühlten 1,5 Liter-Vierzylinder-Boxer-Motor im Heck ging der NSU-Porsche 1933 auf Probefahrt.

In den 50er Jahren kannte fast jedes Kind in Deutschland den Namen NSU. Entweder fuhr der Bruder mit einem NSU-Zweirad zu Arbeit, oder der Vater mit einem NSU-Prinz die Familie ins Wochenende. Die NSU Quick war schon Mitte der 30er Jahre das Volksmotorrad in Deutschland. Den gleichen Ruf erarbeiteten sich die Modelle Fox, Lux, Max, Lambretta und Quickly nach dem Krieg. 1955 als die Weltmeisterschaft von NSU mit einer Sportmax gewonnen wurde, war NSU mit einer Jahresproduktion von 350.000 Einheiten jährlich, die größte Zweiradfabrik der Welt.

Audi setzte im Jahr 1970, ein Jahr nach der Fusion zur Audi NSU Auto Union AG die Erfolgsgeschichte von NSU in Neckarsulm fort. Gestartet wurde mit dem Audi 100 LS. "Wir sind heute die Edelschmiede des Audi-Konzerns", stellt der Leiter des Audi-Forums in Neckarsulm, Uwe Werner, fest. Große Innovationen des Audi-Konzerns erblickten in Neckarsulm das Licht der Welt. 1985 wurde dort die erste vollverzinkte Karosserie im Automobilbau gebaut. 1994 startete Audi mit dem A 8 das erste Serienmodell der Welt mit einer vollständigen Aluminiumkarosserie.

Über 13.300 Audi-Beschäftigte fertigen heute in Neckarsulm die Top-Modelle des Konzerns. Dazu gehören alle Varianten des A8, A6 und sämtliche sportliche Baureihen von Audi-Quattro. Und jetzt kommt das Supermodell R8 hinzu, das auf dem Automobilsalon in Paris am 28. September erstmals gezeigt wird. Jährlich investiert Audi in Neckarsulm 250 Millionen Euro. Im laufenden Jahr sollen dort weit über 250.000 Einheiten vom Band laufen.

Ganz bewusst hat Audi in Neckarsulm für weit über 30 Millionen Euro ein Forum gebaut, das in über einem Jahr mehr als 180.000 Besucher angelockt hat. "Im Stammland des Automobils schärfen wir unser Markenprofil und zeigen Flagge zu den Wettbewerbern Mercedes und Porsche, denn vor beiden brauchen wir uns nicht verkriechen", sagt Werner.

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