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Supersportwagen von AUDI kommt aus Neckarsulm

     
 
 

1.10.06


 

Audi hat in Paris die Serienversion des Supersportwagens R8 enthüllt. Gebaut wird der 420 PS starke Zweisitzer in Neckarsulm von knapp 250 Mitarbeitern. Rund 28 Millionen Euro hat das Unternehmen investiert, damit der Sportwagen als Kleinserie in einer eigens eingerichteten Halle entstehen kann.

Es war eine kalte Septembernacht vor drei Jahren, als Martin Winterkorn mit seinen engsten Vertrauten in Frankfurt zusammen saß. Wenige Stunden zuvor hatte der Audi-Chef der Öffentlichkeit die Sportwagen-Studie Le Mans quattro präsentiert. „Wir brauchen dieses Auto”, hatte der Schwabe im kleinen Kreis gesagt. Seitdem hat Winterkorn geplant, gerechnet und mit jeder Menge Herzblut um dieses Auto gekämpft. Und gewonnen: Im Herzen von Paris präsentierte der 59-Jährige über 400 Gästen aus Medien und Wirtschaft nun den neuen R8.

Gebaut wird er in Neckarsulm von der Audi-Tochter quattro GmbH, knapp 250 Mitarbeiter sind damit beschäftigt. Rund 28 Millionen Euro hat das Unternehmen investiert, damit der Sportwagen als Kleinserie in einer eigens eingerichteten Halle entstehen kann.

Die Fertigung hat ­ vom Karosseriebau bis hin zur Montage ­ den Charakter einer Manufaktur. „Mit dem R8 kann der Standort Neckarsulm einmal mehr seinen Pioniergeist beweisen”, freut sich Werkleiter Jürgen Lunemann. Kleine Spezialistenteams betreuen jeden Schritt der maximal 15 pro Tag gefertigten Fahrzeuge, die im Zweischicht\-betrieb unter höchsten Qualitätsvorschriften produziert werden.

„Der neue R8 wird Audi einen kräftigen Schub geben.”

Audi-Chef Martin Winterkorn

Der R8 kommt für Audi zur rechten Zeit. In den nächsten Jahren will der Autobauer zur sportlichsten Premiummarke der Welt aufsteigen. „Der R8 ist ein wichtiger Mosaikstein auf unserem Weg”, sagt Martin Winterkorn. „Er wird der Marke Audi einen kräftigen Schub geben.” Mit dem 4,43 Meter langen und 1,25 Meter hohen Zweisitzer katapultiert sich das Unternehmen endgültig in die oberste Sportwagenliga, wo sich Audi unter anderem mit der etablierten Konkurrenz von Porsche und Aston Martin messen wird.

Das Zeug dazu hat der Wagen aus Neckarsulm allemal. Audi zeigt mit seiner flachen Flunder optisch Muskeln, ohne ein Gramm Fett zu viel auf den Rippen. Dank der Aluminium-Karosserie, einer Spezialität des Unterländer Werks, bringt der R8 trotz des serienmäßigen Allradantriebs nur 1,6 Tonnen Gewicht auf die Waage. Für den nötigen Vortrieb sorgt ein Achtyzlinder, der es auf eine Leistung von 420 PS bringt.

Apropos Motor. Dank der transparenten Heckscheibe hat der Betrachter stets freien Blick auf den V8 mit Benzindirekteinspritzung. Zumindest solange das Fahrzeug steht. Denn hier kommen nur wenige hinterher: Der R8 ist ein drahtiger Sprinter, der über 300 km/h schnell wird. „Dank des Allradantriebs und der Aluminiumkarosserie bietet der R8 ein ausgezeichnetes Fahrverhalten”, verspricht Martin Winterkorn. Ein erster Fahrtest wird Anfang 2007 Aufschluss geben.

„Die Menschen werden sich die Nasen plattdrücken.”

Audi-Vorstand Ralph Weyler

„Ein Fahrzeug wie den Audi R8 kann man nur mit viel Fachwissen und ebenso viel Liebe bauen”, weiß Neckarsulms Planungsleiter Albrecht Reimold. Audi setzt mit der Entscheidung, den R8 im Unterland zu produzieren, ein klares Zeichen. Nicht nur für den Standort Deutschland, sondern vor allem auch für den Standort Neckarsulm, der nach dem Produktionsende des erfolglosen A2 eine Durststrecke überwinden musste.

Doch nicht nur der R8 macht Werkleiter Jürgen Lunemann Freude. Ende 2007 soll zudem die so genannte Drehscheibe zwischen den Werken Neckarsulm und Ingolstadt starten, damit wird auch der A4 in Neckarsulm über die Bänder laufen. „Wenn wir unsere Aufgaben hier permanent erledigen, dann ist der Standort Deutschland auch weiterhin wettbewerbsfähig”, sagt Lunemann. „Sonst würden wir hier bestimmt nicht investieren.”

Darüber hinaus sollen sich weitere Möglichkeiten ergeben. Betriebsratschef Norbert Rank: „Wir gehen davon aus, dass der A7 bei uns in Neckarsulm produziert wird. Jetzt freuen wir uns aber erst einmal über den neuen Audi R8.”

Und der hat natürlich seinen Preis: Mindestens 104\x0f400 Euro teuer ist Zweisitzer, den die Kunden ab sofort bestellen können. Erste Auslieferungen sind für Frühjahr 2007 geplant. „Es ist schwierig, genaue Aussagen über den geplanten Absatz zu machen”, sagt Ralph Weyler. Insgeheim rechnet Audis Marketing- und Vertriebsvorstand aber mit rund 5000 Einheiten pro Jahr. Bei einer Sache ist sich Weyler indes ganz sicher: „In Neckarsulm werden die kühnsten Sportwagenträume wahr. Beim Audi R8 werden sich die Menschen ihre Nasen an den Fenstern unserer Händler plattdrücken.”

INFO

Nach seiner Weltpremiere in Paris lässt sich der neue Audi R8 demnächst auch in Neckarsulm aus der Nähe betrachten: Bei Tagen der offenen Tür anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Automobilbau” ist der Supersportwagen am Samstag, 30. September, und Sonntag, 1. Oktober, einer der Höhepunkte im Audi-Werk.

Nähere Informationen dazu stehen am kommenden Samstag in einer 32-seitigen Sonderbeilage der Heilbronner Stimme / Hohenloher Zeitung / Kraichgau Stimme. www.stimme.de

HINTERGRUND

quattro GmbH: Entwickelt wurde der neue R8 von der quattro GmbH. Die 100-prozentige Audi-Tochter ist auch für die Fertigung verantwortlich. Darüber hinaus kümmern sich die Spezialisten um die Individualisierung von Audi-Serienfahrzeugen und bauen zudem den alltagstauglichen Sportwagen RS4 als Limousine, Cabrio und Avant. Accessoires im Zeichen der vier Ringe ­ vom Kugelschreiber bis zur Lederjacke ­ runden das Repertoire der Mannschaft um Geschäftsführer Werner Frowein ab.

Konkurrenzmodelle: Der Audi R8 hat mehrere Konkurrenzmodelle auf dem Markt. Darunter befinden sich unter anderem der Porsche 911, der Aston Martin DB9, der Mercedes SL, der Jaguar XKR und die Corvette.

Fahrzeugdaten: Der Audi R8 ist 4,43 Meter lang, 1,90 Meter breit und 1,25 Meter hoch. Für den Antrieb sorgt ein 4,2 Liter großer V8 FSI mit 420 PS. In 4,6 Sekunden beschleunigt der mindestens 104.400 Euro teure R8 auf Tempo 100 und wird bis zu 301 km/h schnell.

Quelle Heilbronner Stimme vom 28. September 2006 von Alexander Schnell www.stimme.de

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