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2. Forum Innovation und Technologie
in Heilbronn-Franken

Resümee: Innovationen brauchen Herzblut und Neugierde

       
       
     

Die Teilnehmerliste
Referentenliste mit Downloads der Vorträge
Das Programm
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16.11.06


 

Rund 500 Unternehmer und Experten trafen sich jetzt zum 2. Forum Innovation und Technologie Heilbronn-Franken. Der aus Heilbronn stammende Wirtschaftsstaatssekretär Richard Drautz eröffnete die Fachtagung. Podiumsdiskussionen und Fachvorträge lieferten eine gute Basis zur Sensibilisierung der Thematik. Im Kern der Veranstaltung standen Fragen über die Wichtigkeit von Innovationen, deren  Entstehung und die Faktoren, die für den Erfolg einer Innovation wichtig sind. Und sie machten deutlich: Innovationen sind unentbehrlich und die einzige Quelle für zukünftigen Erfolg.

Eröffnet wurde das Innovationsforum am Donnerstagabend im Rahmen zweier Podiumsdiskussionen, in welchen zunächst auf die innovativen Elemente der Region Heilbronn-Franken eingegangen und im Anschluss ein branchenübergreifender Überblick über die Frage: „Innovationen – wer macht´s wie ?“ gegeben wurde.

Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, Handwerkskammer-Präsident Thilo Bräuninger, IHK-Geschäftsführer Peter Schweiker sowie der Hochschulprofessor Herbert Windisch, gleichzeitig Geschäftsführer der Institute für angewandte Forschung der Heilbronner Hochschule waren sich einig, dass Innovationen den wichtigen Faktor für die Zukunft der regionalen Wirtschaft und damit der Menschen darstellen. Heilbronn-Franken sei zwar gut aufgestellt, dennoch immer noch entwicklungsfähig.

Auch Steffen Schoch, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) und Mitorganisator dieses Forum wies in seinen einleitenden Grußworten darauf hin: „Unternehmerische Innovationen sind der Standortfaktor im Wettbewerb der Regionen um Unternehmen und qualifizierte Fachkräfte. Und Innovationen sind letztlich die einzige Quelle für Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand“, so Schoch.

Zur Einstimmung auf die Diskussionsrunde mit Vertretern der regionalen Wirtschaft und des Handwerks verdeutlichte Harald Ostermann von der Innovationswerkstatt in München - auf spritzige, unterhaltsame Art - die Wichtigkeit von Innovationen. Seine Botschaft: Man braucht Mut und viel Durchhaltevermögen um Innovationen marktfähig zu machen. Doch in der heutigen Zeit seien stetige Neuentwicklungen für jedes Unternehmen überlebenswichtig. Anhand vieler bekannter Beispiele konnte er deutlich machen, dass sich Arbeit an Innovationen lohnt.

In der Diskussionsrunde, moderiert von Uwe Ralf Heer, dem Chefredakteur der Heilbronner Stimme und Harald Ostermann, berichteten die Vertreter erfolgreicher regionaler Unternehmen und Handwerksbetriebe über ihren Umgang mit Innovationen. Rolf Härdtner von der Bäckerei Härdtner, Rudi Sprügel von JaKo, Christine Rupp von Radio Ton, Albrecht Reimold vom Audi-Werk Neckarsulm und Bernd Rath von BERA Personaldienstleistungen schilderten ihre Sicht zum Thema. Sie nannten konkrete Beispiele, wie Innovation in ihren Unternehmen gefordert und gefördert werden. „Wenn ich das alles als angestellter Geschäftsführer gemacht hätte, wäre ich schon fünfmal gefeuert worden“, betonte Rolf Härdtner und sagte, dass Innovationen sehr viel Mut und Freiheit bräuchten. „Man muss eben erst mal probieren, ohne die Ideen gleich im Keim ersticken zu lassen“, so der Bäckermeister, der im Jahr 2005 für das verpackte und länger haltbare E´snerbrot mit frischen optimiert gekeimtem Getreide – den Goldkeimlingen – mit dem Innovationspreis der Bio-Lebensmittelverarbeitung ausgezeichnet wurde.

Moderator Harald Ostermann rief die Teilnehmer dazu auf, das Forum zu nutzen, um Ideen und Erfahrungen zum Thema Innovationen auszutauschen. „Wir müssen branchenübergreifend an dieses Thema ran gehen. Der Ingenieur muss vom Arzt lernen und der Maschinenbauer vom Banker.“ Diesen Vorschlag nahmen die Besucher nach dem offiziellen Programm gerne wahr. In vielen kleinen Gruppen taten sie sich unter der freundlichen Bewirtung der IFH und der WHF zu langen Gesprächen zusammen.

Die allgemeine Erkenntnis des Abends war: Innovationen sind nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der mentalen Bereitschaft und des Know-hows.

Unentbehrlich auf dem Weg zur Innovation:
Die Faktoren Markt & Technik, Mensch und Kaptial

Eröffnet wurden die Fachvorträge durch ein Grußwort von Staatssekretär Richard Drautz aus dem baden-württembergischen Wirtschaftsministerium. „Technischer Fortschritt und Innovationen sind Schlüsselfaktoren für unser Land“, so Drautz  und verwies stolz darauf, dass das Land Baden-Württemberg Dank der engen Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in der europäischen Oberliga mitspiele und zu den innovationsstärksten Regionen in der EU überhaupt zähle. Dennoch gäbe es aber immer noch Verbesserungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Innovationen, vor allem bei den mittelständischen Unternehmen. Da gerade sie auf externe Unterstützung bei Forschung und Entwicklung angewiesen seien, liege ihre Förderung und Unterstützung im Zentrum der Forschungs- und Wirtschaftspolitik des Landes. Drautz wies auf die gute Universitäts- und Fachhochschulstruktur und auf die vielen weiteren Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg als Netzwerkpartner für die Unternehmen hin. Einen weiteren Fokus sah Drautz in der Clusterpolitik. „Innovationen fangen im Kopf und im Herzen an und können nur durch die Mitarbeiter in den Unternehmer selbst entstehen“, so Drautz der auch zu mehr Bereitschaft aufrief, aktiv Veränderungen vorzunehmen und mehr Risikobereitschaft zu zeigen.

Der anschließende Vortragsteil stand unter der Überschrift „Innovationsfaktor Markt und Technik“. Dietmar Fischer von AGILeVIA, Heribert Rohrbeck von Bürkert, Prof. Dr. Rainer Schnauffer von der Hochschule Heilbronn und Dr. Bernd Blankenbach von GETRAG zeigten in ihren Referaten auf, mit welchen Strategien man Innovationsprozesse erfolgreicher gestalten kann.

Zum Thema „Innovationsfaktor Mensch“ erläuterte Harald Ostermann den interessierten Zuhören anhand von teilweise kuriosen Beispielen den Weg von der Idee zur Innovation. Joachim Treiber von der DEKRA Arbeit Partner BERA Personaldienstleistungen GmbH beschrieb, wie Unternehmen innovationsfreudige und gut motivierte Mitarbeiter für die Entwicklung neuer Ideen gewinnen können.

Im dritten Teil stand der Innovationsfaktor Kapital im Mittelpunkt der Referate. Dr. Stefan Reineck vom Venture Forum Neckar, Dr. Paul-Josef Patt von eCAPITAL und Dr. Thomas Flad und Alexander Cansier von der PANATecs GmbH stellten die Finanzierungsmöglichkeiten wie den Business Angel, Private Equity und Venture Capital zur Durchführung von Investitionen vor. Dr. Peter Schiefer von der CEO WOLFFKRAN Holding AG zeigte am Beispiel von WOLFFKRAN die Vorteile einer Finanzierung durch Private Equity auf.

Wie letztlich Innovationen innerhalb von Netzwerken durchgeführt und dann in den Markt getragen werden können, zeigte Herbert Köpplinger vom Network of Automotive Excellence (NoAE) zum Abschluss des Vortragsmarathons auf.

Auf der begleitenden Messe und Job-Recruiting-Börse hatten innovationsfreudige Unternehmen die Möglichkeit, sich und ihre Leistungen zu präsentieren. Die Jobbörse, die vor allem von regionalen Personaldienstleistern getragen wurde hatte insgesamt rund 500 Stellen in ihrem Angebot. „Wir hätten natürlich schon erwartet, dass noch mehr interessierte Studenten und Jobsuchende zum Forum kommen“, resümierte Steffen Schoch, der an beiden Tagen rund 400-500 Besuchern schätzte. Er sah sich aber darin bestätigt, dass die Region Heilbronn-Franken noch mehr in ihrer nationalen und internationalen Darstellung nach außen feilen muss, dass auch bekannt wird, was diese dynamische Region zu bieten hat.

Veranstaltet wurde das 2. Forum für Innovation und Technologie von den Instituten für angewandte Forschung iaf an der Hochschule Heilbronn, der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, der IHK Heilbronn-Franken, der Innovationsfabrik Heilbronn GmbH (IFH) sowie der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF).