Kinder aus ganz Deutschland präsentierten ihre Ergebnisse auf dem ersten Kinderkongress des Deutschen Kinderhilfswerkes in Kooperation mit der Stadt Heilbronn.
Viele Kommunen in Deutschland suchen nach Lösungen, Kinderfreundlichkeit herzustellen, ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern. Der Kinderkongress hat gezeigt, dass sie dabei mehr auf die Kompetenz der Kinder setzen können, betonte Haimo Liebich, Vorstandsmitglied des Deutschen Kinderhilfswerkes in Heilbronn. Es wurde nicht nur deutlich, dass Kinderfreundlichkeit in Heilbronn groß geschrieben wird, die Meinung der Kinder ernst genommen wird und die Stadt viel für sie zu bieten hat, so Liebich. Für das Deutsche Kinderhilfswerk war die Stadt der perfekte Gastgeber, etwa sorgte der Jugendgemeinderat für ein reichhaltiges und äußert engagiertes Programm. Insbesondere waren die Teilnehmer aus acht verschiedenen Bundesländern angetan von den reichhaltigen Spielmöglichkeiten in der Innenstadt, die vom Grünflächenamt verantwortet werden.
Bei einem offiziellen Empfang im großen Ratssaal brachte die Erste Bürgermeisterin Magret Mergen ihre Freude zum Ausdruck, dass in der kinderfreundlichen Stadt Heilbronn der erste bundesdeutsche Kongress für Kinder stattfand.
In sieben Workshops wurden greifbare Ergebnisse von den 72 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 8 und 14 Jahren entwickelt. Hinsichtlich der Situation in der Innenstadt gaben die Heranwachsenden zu bedenken, dass auch Treffpunkte für die Altersgruppe der 12- bis 16-Jährigen wünschenswert seien. Sie fanden es gut, dass Heilbronn über einen innenstadtnahen Stadtpark verfügt, der sich aber noch besser an den Bedürfnissen der Kinder orientieren kann. Toll wären zudem Spielorte auf denen Kinder und Erwachsene gemeinsam spielen können und wenn Kinder das viele Wasser in der Innenstadt besser zum Spielen nutzen könnten. Kinder, die sich mit dem Thema Naturerfahrung beschäftigten, wünschten sich, dass Städte und Gemeinden mehr Flächen für Naturspielräume sichern bzw. bereitstellen.
Dazu gehören Abenteuerpfade, Kletterbäume und Höhlen, die sie selber planen und bauen wollen. Im Workshop „günstige Freizeitorte“ stellten die Kinder aus Ost wie West und Nord wie Süd fest, dass es nur sehr wenige Angebote gibt, die sich Kinder mit wenig Taschengeld leisten können. Sehr positiv wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die begehbaren Türme in Heilbronn sowie im bundesweiten Kontext günstige Angebote von Jugendverbänden und Spielmobilen angesehen. Kinder, die mit dem Fahrrad die Stadt erkundeten, stießen auf die ein oder andere Gefahrenstelle, insbesondere in der Umgebung von Schulen. Zebrastreifen und „Achtung Kinder!“-Schilder könnten da schon viel Abhilfe schaffen. Die Gruppe „Spielplätze“ nahm den Spielplatz „Wertwiesen“ unter die Lupe und legte dem Grünflächenamt ein Modell für neue vielgestaltige und vor allem bunte Spielgeräte vor.
Die fünf Gemeinderäte Gisela Käfer, Tanja Sagasser, Ursula Scheuermann, Prof. Uwe Ahrens und Nico Weinmann erklärten sich bereit, den auf der Abschlussveranstaltung vorgetragenen Anliegen Gehör zu verschaffen. Damit ist gesichert, dass den Ergebnissen des ersten Kinderkongresses in Deutschland in Heilbronn nachhaltig Geltung verschafft wird.
Auch das Käthchen von Heilbronn lies es sich nicht nehmen zusammen mit dem Heilbronn Marketing Geschäftsführer Bernhard Winkler auf der Abschlussveranstaltung den Kindern seinen Dank für ihren „Sitzungsmarathon“ auszudrücken, indem es allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein „Marathon T-Shirt“ überreichte. Dabei betonte Winkler, dass dieser Kongress wichtige Impulse mit bundesweiter Ausstrahlungskraft gegeben hat, für deren Umsetzung er viel Glück und Erfolg wünschte.
Das Deutsche Kinderhilfswerk (www.dkhw.de), Interessenvertreter für ein kinderfreundliches Deutschland, wurde 1972 in München gegründet. Als Initiator und Förderer setzt sich der gemeinnützige Verein seit über 30 Jahren für die Umsetzung der Rechte der Kinder in Deutschland ein.
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