| In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Hamburg ist die Wirtschaft einer Vergleichsstudie zufolge am stärksten. Wie das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft in Köln mitteilte, schneiden Sachsen und Thüringen unter den ostdeutschen Länder am besten ab. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der «Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft» und der «Wirtschaftswoche» erstellt. Dieses so genannte Bestandsranking will den Ist-Zustand der Wirtschaft in den Bundesländern darstellen.
Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen belegt in der Bestandsanalyse Platz fünf kurz hinter Rheinland-Pfalz. Jedoch erhält die NRW-Wirtschaft eine unterdurchschnittliche Bewertung in Hinblick auf ihre Dynamik. Sie belegt hier lediglich Platz 11.
Baden-Württemberg belegt nach der Studie mehrere Spitzenplätze. Bei der Einwohnerentwicklung liegt der Südweststaat in den Jahren 2003 bis 2005 mit einem plus von 0,5 Prozent ganz vorne. Mit dem Spitzenwert von 120 Patentanmeldungen je 100 000 Einwohner verteidige Baden-Württemberg erfolgreich seinen Ruf als «Land der Tüftler», heißt es in der Untersuchung. Spitze sei Baden-Württemberg auch bei der Arbeitslosenquote. Mit 6,9 Proznet waren im ersten Halbjahr 2006 weniger Menschen ohne Job als in anderen Bundesländern. Der Durchschnitt bundesweit liegt bei 13,1 Prozent. Auch habe Baden- Württemberg die wenigsten Unternehmensinsolvenzen auf zu weisen.
Die Nase vorn bei der Frage nach der dynamischsten Wirtschaft habe das Saarland, heißt es in der Studie. Für diese Angaben seien Daten der Wirtschaftsentwicklung zwischen 2003 und 2005 untersucht worden. Auf den Plätzen zwei und drei landen demnach Bayern und Thüringen. Platz vier belegt Baden-Württemberg. Unter den ostdeutschen Bundesländern bescheinigt das IW neben Thüringen auch Sachsen-Anhalt und Sachsen eine überdurchschnittliche Dynamik.
Bei der Betrachtung der Arbeitsmarkt-Entwicklung hat der Studie zufolge die Hauptstadt die Nase vorn. Berlin habe den positiven Trend auf dem Arbeitsmarkt fortgesetzt und zwischen 2003 und 2006 als einziges Bundesland seine Arbeitslosenquote verringert und gleichzeitig die Zahl der Erwerbstätigen erhöht. Eine gute Bilanz in dieser Hinsicht hätten zudem Brandenburg und Bayern.
Die «Verlierer» im Bereich Arbeitsmarkt kämen aus dem Westen, heißt es im Bericht. Das Schlusslicht bilde Bremen mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote von 2,1 Prozentpunkten und einem Beschäftigungsrückgang von 0,7 Prozentpunkten.
Für die Erstellung der Listen verglich das IW laut Bericht 33 Indikatoren. Diese wurden anschließend gruppiert. Faktoren zum Wohlstand und Arbeitsmarkt erhielten je ein Viertel des Gewichts. Standortkriterien wie die Entwicklung der Arbeitskosten oder der Infrastruktur fanden zu 30 Prozent Eingang in die Endwertung. Strukturkoordinaten flossen mit 15 Prozent ein, Unternehmensdaten zu 5 Prozent. Für das Bestandsranking seien die aktuellsten verfügbaren Zahlen eingeflossen, heißt es. Zudem wurde hierbei im Unterschied zum Dynamik-Ranking nach Flächenländern und Stadtstaaten unterschieden.
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