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Konjunktur zeigt sich robust

     
 
 

19.10.06

Zufrieden mit der regionalen konjunkturellen Entwicklung: IHK-Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger (li) und stv. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Helmut Kessler

 

Im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken hat sich die Konjunktur weiter aufwärts entwickelt. Das seit Jahresbeginn anhaltende Stimmungshoch zeigt sich stabiler als erwartet. Hauptgrund für die besseren Geschäfte der Unternehmen sind neben den kräftigen Impulsen durch die Auslandsnachfrage die in Schwung gekommenen Investitionen im Inland.

In der regionalen Industrie läuft die Konjunktur nach wie vor sehr gut. Die Bauwirtschaft beurteilt ihre Situation erneut überwiegend positiv, die Geschäftserwartungen wurden jedoch deutlich nach unten korrigiert. Auch die heimischen Großhändler blicken bei einer anhaltend günstigen Geschäftsentwicklung skeptischer in die Zukunft. Die Einzelhändler zeigen sich dagegen sowohl bei der Lage als auch bei den Erwartungen zuversichtlich. Sie hoffen vor allem auf ein gutes Geschäft bis zum Jahresende. Auch bei den Dienstleistern überwiegen im 3. Quartal 2006 deutlich die positiven Stimmen. Die gute konjunkturelle Entwicklung wirkt sich weiter günstig auf die Lage am regionalen Arbeitsmarkt aus. An der aktu­llen Kon­unkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken haben sich mehr als 350 Unterneh­en aus dem ge­amten IHK-Bezirk betei­ligt.

Konjunktur im IHK-Bezirk weiter stabil

Die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage hat sich seit dem 2. Quartal 2006 nochmals leicht verbessert. 44 Prozent (Vorquartal 42 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Unter­ehmen schätzen die aktuelle Geschäfts­age als gut ein, lediglich 8 Pro­ent der Betriebe sind wie im Vorquartal mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Hauptgrund für die besseren Geschäfte der Unternehmen ist neben den Exporten die gestiegene Inlandsnachfrage. Dafür sind in erster Linie die Ausrüstungsinvestitionen verantwortlich. Die günstige Entwicklung der Weltwirtschaft ist vom Ausland auf die Investitionen übergesprungen. Aber auch beim Konsum sind zusehends positive Signale zu verzeichnen.

Die Personalplanungen der Unternehmen geben für das Jahr 2007 weiterhin Anlass zu Optimismus. Allerdings haben sie sich gegenüber dem Vorquartal insgesamt leicht eingetrübt. Während 22 Prozent der Betriebe die Beschäftigtenzahl erhöhen wollen, sehen 15 Prozent der Unternehmen eine Reduzierung des Personalbestandes in den nächsten zwölf Monaten vor.

Hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten sind die Erwartungen der Unternehmen gegenüber dem 2. Quartal 2006 per saldo erneut gesunken. Die Lagebeurteilungen der Betriebe und ihre Zukunftsaussichten liegen derzeit so weit auseinander wie seit langem nicht mehr. Für das Jahr 2007 ist unter anderem als Folge der Mehrwertsteuererhöhung mit einer Abschwächung der konjunkturellen Entwicklung zu rechnen. Eine konjunkturelle Wende dürfte jedoch nicht zu erwarten sein, da die Geschäftsaussichten überwiegend noch zuversichtlich ausfallen. Während 32 Prozent der Unternehmen von einem besseren Geschäftsverlauf in den kommenden zwölf Monaten ausgehen, blicken 14 Prozent der Betriebe pessimistisch auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Anhaltendes Stimmungshoch in der Industrie

In der heimischen Industrie, dem Wirtschaftsbereich, der maßgeblich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung bestimmt, hat sich die sehr positive Beurteilung der aktuellen Gesamtsituation der vergangenen Monate stabilisiert. 49 Prozent (Vorquartal 50 Prozent) der Industrieunternehmen sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während wie im Vorquartal nur 8 Prozent der Betriebe eine schlechte Geschäftslage melden. Die günstige Lageeinschätzung ist auf die nach wie vor gute Stimmung bei den Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten zurückzuführen.

Gegenüber dem vergangenen Quartal hat sich die Zahl der Auftragseingänge aus dem Ausland per saldo leicht abgeschwächt. 44 Prozent der Betriebe verbuchten steigende ausländische Auftragseingänge. 11 Prozent der Unternehmen klagen über rückläufige Auslandsorders. Im Bereich der inländischen Auftragseingänge ist es dagegen zu einer weiteren Verbesserung gekommen. 39 Prozent der Betriebe melden einen Zuwachs bei den Inlandsorders, 11 Prozent der Unternehmen verzeichneten rückläufige Auftragseingänge aus dem Inland.

22 Prozent der Industriebetriebe planen eine Personalaufstockung in den nächsten zwölf Monaten, während 19 Prozent der Unternehmen eine Reduzierung der Beschäftigtenzahl in Betracht ziehen. Die Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Geschäftsentwicklung sind gegenüber dem Vorquartal stabil geblieben. 37 Prozent der Betriebe erwarten eine günstigere Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten, 9 Prozent der Unternehmen blicken skeptisch in die Zukunft.

Bauwirtschaft mit aktueller Situation zufrieden -Skepsis bei Erwartungen

Die konjunkturelle Erholung in der regionalen Bauwirtschaft hat sich im 3. Quartal 2006 weiter fortgesetzt. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage noch einmal verbessert. Während 21 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) der Betriebe den Geschäftsverlauf als gut bezeichnen, melden 7 Prozent (Vorquartal 6 Prozent) der heimischen Bauunternehmen eine schlechte Geschäftslage. Allerdings haben die Auftragseingänge insgesamt im 3. Quartal 2006 per saldo abgenommen. Konjunkturlokomotive ist derzeit der gewerbliche Hochbau. Hier berichten rund 53 Prozent der Unternehmen von steigenden Auftragseingängen, nur 16 Prozent der Baubetriebe klagen über Auftragseinbußen. Aufgrund der guten konjunkturellen Situation ist die Investitionsbereitschaft der Unternehmen wieder ausgeprägter. Vom öffentlichen Hochbau und vom Wohnungsbau gehen dagegen allerdings nur sehr mäßige Impulse aus.

Die Einschätzung der Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten hat sich deutlich eingetrübt. Während nach wie vor ein Viertel der Baubetriebe mit Optimismus in die Zukunft blickt, erwarten 36 Prozent der Unternehmen dagegen einen ungünstigeren Geschäftsverlauf. Auch bei den Beschäftigungsplanungen der heimischen Bauunternehmen überwiegen derzeit wieder die negativen Stimmen. 27 Prozent der Betriebe sehen eine Reduzierung des Beschäftigtenstandes vor.

Günstige Entwicklung im Großhandel setzt sich fort

Das Stimmungsbild im Bereich des Großhandels hat sich nach der starken Aufhellung im Sommer per saldo nur geringfügig verschlechtert. Bei der gegenwärtigen Lageeinschätzung übertrifft der Saldo aus positiven und negativen Stimmen nach wie vor das Niveau des letzten Höchststandes vom 1. Quartal 2000. Während 59 Prozent der Unternehmen von einem guten Geschäftsverlauf berichten, sind 7 Prozent der Großhändler mit der aktuellen Geschäftslage unzufrieden. Das Kaufverhalten der Kunden bezeichnen die Großhandelsbetriebe überwiegend als kauffreudig. Hinsich­lich des Geschäftsverlaufs in den nächsten zwölf Monaten herrscht deutlich weniger Optimismus als im vergangenen Quartal. Es überwiegen sogar leicht die pessimistischen Stimmen. 23 Prozent der Großhändler blicken mit Skepsis auf den weiteren Geschäftsverlauf. Jedes fünfte Unternehmen erwägt dennoch eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl.

Zuversicht im regionalen Einzelhandel

Im heimischen Einzelhandel fällt die Lagebeurteilung gegenüber dem 2. Quartal 2006 noch einmal deutlich besser aus. 36 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) der Ein­zelhändler halten den Ge­schäftsverlauf für gut. Rund 13 Prozent (Vorquartal 15 Pro­zent) der Unternehmen bezeichnen die Geschäftslage als schlecht. Das Konsumklima dürfte sich vor allem wegen der gestiegenen Bereitschaft der Verbraucher zu größeren Anschaffungen vor der Mehrwertsteuererhöhung aufgehellt haben. Allerdings hat sich die Beurteilung des Kaufverhaltens der Kunden durch die Einzelhändler noch nicht grundlegend geändert. Nach wie vor 31 Prozent (Vorquartal 40 Prozent) der Einzelhandelsbetriebe sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten. Ebenfalls 31 Prozent der Einzelhändler gehen von einer günstigeren Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten aus, lediglich 15 Prozent blicken pessimistisch in die Zukunft. Dementsprechend sind die Beschäftigungsplanungen der heimischen Einzelhandelsunternehmen von Zuversicht geprägt. 19 Prozent der Betriebe planen eine Aufstockung der Beschäftigtenzahl.

Geschäftslage bei den Dienstleistern weiter verbessert

Die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation durch die heimischen Dienstleister fällt im 3. Quartal 2006 optimistischer als im Vorquartal aus. 40 Prozent der Be­triebe sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während jedes zehnte Unternehmen mit der Geschäftslage nicht zufrieden ist. Bei Betrachtung der Teilbereiche des Dienstleistungsgewerbes zeigt sich, dass die gute Beurteilung im Wesentlichen auf die Urteile der Unternehmen des Verkehrsgewerbes und des Bereichs Information und Kommunikation zurückzuführen ist. Bei 44 Prozent der Betriebe sind die Umsätze im Vergleich zum Vorquartal gestiegen. 36 Prozent der Dienstleister berichten von steigenden Auftragsvolumina. Die Beurteilung des zukünftigen Geschäftsverlaufs insgesamt fällt weniger zuversichtlich als im Vorquartal aus. Ein Viertel der Betriebe (Vorquartal 33 Prozent) kalkuliert mit einer besseren Geschäftsentwicklung. Die Beschäftigungspläne der Dienstleistungsbetriebe sind dennoch im Vergleich zu den anderen Wirtschaftsbereichen per saldo am günstigsten. Jedes dritte Unternehmen will in den kommenden zwölf Monaten neue Stellen schaffen, während lediglich 6 Prozent der Dienstleister einen Personalabbau vorsehen. Damit wird vor allem der Dienstleistungssektor zu einer Belebung am Arbeitsmarkt beitragen.

Weitere Informationen zur aktuellen Konjunkturlage

IHK-Heilbronn-Franken / Konjunktur-Statistik