| Alle Hebel werden in Bewegung gesetzt, um der Wilhelm Layher GmbH und Co. KG die geplante Betriebserweiterung zu ermöglichen. Auf einer sechs Hektar großen Fläche im Anschluss an das bestehende Gewerbegebiet Mittleres Tal soll der Gerüstbauer aus dem Stadtteil Eibensbach die Möglichkeit bekommen, neue Produktionshallen zu bauen. Es geht um 150 neue Arbeitsplätze.
„Layher ist seit 60 Jahren ein Güglinger Unternehmen, und das soll es zu hundert Prozent auch in Zukunft bleiben“, meinte Bürgermeister Klaus Dieterich am Dienstagabend im Gemeinderat. Eine Anspielung auf die Tatsache, dass Layher bei der Suche nach Erweiterungsfläche zuvor auch mit dem Zweckverband Wirtschaftsförderung Zabergäu verhandelt hatte. Güglingen ist zwar eine von sechs Zabergäu-Kommunen, die am Industriegebiet „Langwiesen“ beteiligt sind, doch den Stadträten ist sehr daran gelegen, die Weltfirma Layher weiterhin ganz für sich zu behalten. Nur so bleibt die volle Gewerbesteuer im Ort. Das Bebauungsplanverfahren „Aischbach“, das der Rat jetzt auf den Weg gebracht hat, sowie eine Änderung des Flächennutzungsplans sollen die Voraussetzungen schaffen.
Die Zeit drängt, denn Layher möchte seine Erweiterungspläne schnellstmöglich umsetzen. „Sobald die Baugenehmigung vorliegt“, werde man bauen, bestätigte gestern Pressesprecherin Rebecca Harsch gegenüber unserer Zeitung. „Optimal wäre Mai 2007.“ Harsch begründet die Erweiterung mit der „gesteigerten Nachfrage im In- und Ausland: Wir kommen mit dem Produzieren kaum nach.“
Am bestehenden Standort Eibensbach möchte man mehr Platz für die Stahlprodukte schaffen, die Holz- und Aluproduktion soll deshalb an den neuen Standort ausgelagert werden. Er liegt nur etwa zwei Kilometer vom jetzigen Firmengelände entfernt, zwischen der künftigen Zabertalstraße von Güglingen nach Pfaffenhofen und den Gleisen der ehemaligen Zabergäubahn. Bis zu 150 neue Arbeitsplätze sollen an den beiden Standorten geschaffen werden.
Brackenheims Bürgermeister Rolf Kieser, Vorsitzender des Zweckverbands Wirtschaftsförderung Zabergäu, sieht die Sache mit gemischten Gefühlen. Zwei Monate hatte er mit der Firma Layher verhandelt, „bis hin zum Kaufpreis“ sei eigentlich alles klar gewesen. Kieser hat ein „gewisses Verständnis“ dafür, dass Güglingen die Firma auf seiner Gemarkung halten möchte. Zugleich verweist er aber darauf, dass die Zabergäugemeinden im Gebiet „Langwiesen III“ finanzielle Vorleistungen erbracht haben und dass dort 15 Hektar bereits erschlossene Fläche zur Verfügung stehen. „Mich hätte es schon gefreut, wenn wir davon etwas an Layher hätten verkaufen können.“ Wichtiger ist für Kieser allerdings, „dass wir alles daran setzen, dass die Weltfirma Layher im Zabergäu bleibt“.
Einem anderen Thema könnten die Erweiterungspläne des Gerüstbauers einen Schub geben. Weil für die Erschließung des neuen Firmengeländes ein Teil der künftigen Zabertalstraße von Güglingen nach Pfaffenhofen ohnehin gebaut werden muss, hoffen die Güglinger nun auf eine baldige vollständige Realisierung der Umgehung. Das Projekt ist vom Land zwar erst in einigen Jahren vorgesehen, Güglingen wäre aber unter Umständen bereit, den Bau vorzufinanzieren.
Quelle Heilbronner Stimme vom 26. Oktober 2006
von Thomas Dorn siehe www.stimme.de
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