Köche und Landwirte aus der Region beliefern den Slow-Food-Kongress „Salone del Gusto“ in Turin, zu dem rund 140 000 regionalbewusste Feinschmecker aus aller Welt sowie 700 Aussteller aus 70 Ländern pilgern. Es ist die weltweit größte Messe für regionaltypische Produkte.
Derzeit findet in Turin die weltweit größte Messe für regionaltypische Produkte statt, der „Salone del Gusto“. Parallel dazu treffen sich 7000 Landwirte, Fischer, Nomaden sowie 1000 Köche, 600 Funktionäre und 400 Dozenten zu dem Lebensmittel-Kongress „Terra Madre“. Veranstalter ist die internationale Bewegung „Slow Food“.
Auch das frisch getaufte und von Roland Beck aus Neckarsulm geleitetete „Convivium Heilbronner Land“ ist in Turin vertreten. Auf Initiative von Slow-Food-Deutschland-Präsident Otto Geisel aus Bad Mergentheim und Vorstandsmitglied Walter Kress aus Gochsen hat sich die deutsche Delegation bereit erklärt, einen Empfang mit 7000 Gästen zu bekochen. Als „authentisches Gericht“ fiel die Wahl auf Grünkernrisotto. Grünkern ist im Prinzip Dinkel, der in der Milchreife über dem Holzfeuer gedarrt wurde. Das Getreide wächst hauptsächlich auf der Hochebene zwischen Jagst und Tauber, also im Bauland. Die Naturalien hat man über den Neckarsulmer Öko-Laden „Naturtalent“ vom Demeterhof Hofmann in Boxberg sowie von Gartenfrisch Jung in Jagsthausen bezogen.
Im Betriebsrestaurant von Audi fand das Slow-Food-Team die ausreichend große Küche. So haben die Küchenmeister Gernot Bolg und Achim Schell, unterstützt von Sternekoch Jörg Steinbach vom Hotel Viktoria in Mergentheim, alle Hände voll zu tun. Sie verarbeiten 200 Kilogramm Grünkern, 23 Kilogramm Petersilie, 80 Kilogramm Champignons, 80 Kilogramm Steinchampignon, 220 Kilogramm Butter, 850 Liter Gemüsebrühe - und 35 Knollen Knoblauch. Nicht zuletzt gilt es 175 Kilogramm Wurzelgemüse in Würfelchen zu schneiden.
In Behälter verpackt wird das Ganze nun mit einem Kühllaster aus der Audi- in die Fiat-Stadt transportiert. Serviert werden die 7000 Portionen von einer durch Starkoch Eckart Witzigmann angeführten Brigade: Neben der Audi- und Viktoria-Mannschaft sind unter anderem Otto Vogelmann von der Klinik Löwenstein sowie Uwe Straub vom Löwen in Leingarten mit von der Partie.
Auch im Tagungsprogramm und auf der Messe mischen Unterländer mit. Neben Grünkern bilden Kartoffeln ein Schwerpunktthema. Unter dem Titel „schwäbisches Paradoxon“ finden Biere und Austern zueinander. Im Reigen der Weine ist die Mosel stark vertreten. Anders als in Vorjahren konnte sich kein Württemberger Wengerter für die Messe erwärmen.
Quelle Heilbronner Stimme vom 25. Oktober 2006 von Kilian Krauth www.stimme.de
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